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Grünes Licht für die Abrissbirne

10.10.2007 | 19:56 Uhr

PLANUNG. Nach einem Ortstermin entschieden die Stadtteilpolitiker: Haus aus dem Jahr 1912 muss nicht erhalten bleiben.

OBERKASSEL. Da will jemand ein völlig intaktes Haus in bester Lage einfach abreißen lassen? Und das noch auf einem Areal, für das eine Erhaltungssatzung gilt. Da wurden die Stadtteilpolitiker in der Bezirksvertretung 4 hellhörig. Sie vertagten zunächst den Abbruch-Antrag für das dreistöckige Zweifamilienhaus am Kaiser-Friedrich-Ring 47, ehe es in der gestrigen Sitzung doch noch grünes Licht für die Abrissbirne gab.

Das weißgetünchte Eckgebäude mit Rheinblick stammt aus dem Jahr 1912. Es steht seit mehr als einem Jahr leer und ist mittlerweile verkauft worden. Der Investor stellte den Abbruch-Antrag, lieferte aber keine Entwürfe für den geplanten Neubau. Das erhöhte die Skepsis bei den Bezirksvertretern. Die städtische Bauaufsicht hatte das Gebäude inspiziert, mit dem Ergebnis: Die Bausubstanz sei derart marode, dass ein Abriss durchaus gerechtfertigt sei.

Marode Bausubstanz

Das zogen die Stadtteilpolitiker in Zweifel und machten sich kürzlich bei einem Ortstermin am Kaiser-Friedrich-Ring selbst ein Bild. Sie stellten dabei jedoch mehrheitlich fest: Die Bausubstanz ist in der Tat teils arg marode, die Wände sind feucht, das Gemäuer ist nicht korrekt isoliert.

Folglich gab's gestern die Kehrtwende. Die Bezirksvertreter nickten den Abbruchantrag ab, zumal der Investor jetzt seine Neubaupläne präsentierte. Auf vier Etagen sollen drei großzügige Eigentumswohnungen entstehen. Die Sandsteinfassade passt sich optisch der Umgebung an.

Lediglich die Grünen stimmten gegen die Vorlage. "Dieses Haus ist eines der ganz wenigen im Viertel, die zwischen 1910 und 1920 gebaut wurden und immer noch stehen. Deshalb ist es eindeutig ortsbildprägend. Darum können wir dem Abriss nicht zustimmen", begründete Elisabeth Balkenhol. (rüff)


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