„Es geht auch ohne Tierversuche!“
09.12.2010 | 17:37 Uhr 2010-12-09T17:37:00+0100
Düsseldorf.Der Gestank ist bestialisch. Geruch von Kot, Urin und Kadavern beißt in der Nase, wenn man vor dem Gebäude „22.22“ der Heine-Uni steht. Der Weg davor ist kein Hauptzugang zu einem der Hörsaalzentren. Nur selten laufen Menschen daran vorbei.
Ein Schild gibt es nicht an dem Bau. Eigentlich müsste daran stehen: „Tierversuchsanlage“. Denn genau das ist das Gebäude „22.22“. Seit über 20 Jahren gibt es Tierversuche an der Uni. Mäuse, Ratten, Kaninchen, Hunde, Schweine, Hamster, Katzen und Affen werden gehalten. Einige der Tiere werden dort sogar extra für die Versuche gezüchtet.
Die Türen im Erdgeschoss sind abgeriegelt, im Untergeschoss sind die Stahltore mit Kameras ausgestattet, die Fenster sind mit Stoff bedeckt.
Etwa 30 Düsseldorfer Studenten haben gestern Mittag vor dem Gebäude gegen Tierversuche demonstriert. „Es gibt ja gar keine Parole“, beschwert sich eine Mitstreiterin. Das Banner, das drei Leute in die Luft strecken, spricht jedoch Bände: „STOPP - Tierversuche an der HHUD. Es geht auch anders“, steht in großen weißen Lettern darauf. Links ein Bild von mehreren getöteten Mäusen, rechts ein Foto von einem kleinen Hund hinter Gittern.
1000 Unterschriften hat die Organisation „Veganer Fortschritt“ gesammelt und wollte sie vor der Presse Rektor Michael Pieper übergeben. Doch Pieper erschien nicht. „Mit den Listen wurde dann das Rektoratsgebäude tapeziert, allerdings waren darauf keine Unterschriften“, meint Joachim Tomesch, Sprecher der Uni. „Wenn wir die Unterschriften bekommen, können wir gerne über das Thema reden.“ Auch dass Studenten in ihren Lehrveranstaltungen gezwungen würden, Tierversuche durchzuführen, wie „Veganer Fortschritt“ behauptet, stimme nicht. „In Biologie gibt es eine Veranstaltung, bei der bereits tote Tiere seziert werden, aber wenn das jemand partout nicht will, wird er auch nicht gezwungen“, so Tomesch. Biologie-Student Timo Abel sollte im zweiten Semester im Zoologie-Kurs Tiere präparieren. „Aber es waren nur ganz wenige Leute, die sich geweigert haben“, sagt er.
Simon Sadowski, Mitglied bei „Veganer Fortschritt“, berichtet bei der Demo davon, dass teilweise Hundegebell zu hören sei vor dem Gebäude. Mit einer Schweigeminute soll den „nichtmenschlichen Tieren, den Opfern“ gedacht werden. „Tierversuche sind einfach nicht sinnvoll“, sagt Sadowski, „Asbest hat keine Auswirkungen auf Ratten, auf Menschen schon. An Saccharin, Süßstoff, sterben Ratten, Menschen aber nicht.“
Er will, dass an Menschen getestet wird - natürlich unter Einhaltung der Menschenrechte: „Selbst Röntgenbilder beinhalten Gelatine, wenn es nicht unbedingt sein muss, umgehe ich Röntgen also.“
Joachim Tomesch jedenfalls sieht in der Medizin keine Alternative zu den Tierversuchen. „Andere Universitäten nennen ihre Gebäude auch ,Biologisches Testlabor’, wir sagen klar und eindeutig, dass es eine Tierversuchsanlage ist.“
11:35
Tierversuche (mit gen-manipulierten Mäusen) werden auch am IUF Leibniz-Institut für umwelt-medizinische Forschung gGmbH, Aufm Hennekamp 50, 40225 Düsseldorf, Sonderforschungsbereich 728 "Umweltinduzierte Alterungsprozesse" durchgeführt.
Bei den kommenden Demonstrationen muss wesentlich besser mobilisiert werden.
Bitte wendet euch für die Koordination an:
AnimalLobby-Zelle: NordrheinWestfalen (Aktionsgruppe),
Facebook: Cryptor Child
https://www.facebook.com/events/313829872005812/
14:45
Auch bei uns wurden im 2.Semester im Zoologie-Kurs tote Tiere seziert...
Hühner zum Beispiel sind erst wenige Minuten vorher vergast worden- sie waren noch warm!
Nach 2 Stunden Präparation schlug bei einem toten Huhn sogar noch das Herz!
Bei uns sind regelmäßig StudentInnen heulend aus dem Raum gerannt, ihnen wurde übel vor Ekel, viele sind Vegetarier oder haben Hühner oder Mäuse zu Hause!
Auf meine Frage hin was passiert, wenn ich mich weigere dieses Tier zu präparieren?
Assistent: Dann gilt das als Verweigerung, das Praktikum ist dann nicht bestanden und du kannst deine Klausur nicht schreiben. Also stell dich nicht so an, schließlich studierst du Biologie!
weiteres Zitat vom Gruppenleiter an die Gruppe, als man um Handschuhe bat: Handschuhe paperlapap- echte Biologen arbeiten ohne Handschuhe
... nur so viel zu dem Thema man würde nicht gezwungen!...
Diesen Kurs ganz abzuschaffen wäre vllt auch nicht das Richtige schließlich lernt man viel über die Anatomie und die Unterschiede zwischen verschiedenen Tiergruppen!
Jedoch unterstütze ich in keinster Weise diese Arbeitsmethoden und das massenhafte sinnlose Abschlachten der Tiere!
12:35
Traurig, was sich die Menschen da leisten. Es ginge auch anders - aber dies scheitert am Sicherheitsdenken von Beamten, Behörden und auch der Industrie. Tierversuchsfreie Methoden müßten nur gewollt und forciert werden!!!
11:31
Am Menschen getestet - das klingt nach Menschenversuchen. Das ist aber nicht nötig, auch wenn Tierversuche verboten werden. Menschenversuche gibt es dagegen jetzt - und zwar zuhauf, denn die Tierversuche liefern so irreführende Ergebnisse, weil sie so schlecht übertragbar sind, dass die meisten nebenwirkungen von Arzneien erst in der klinischen Phase am Menschen - oder später - erkannt werden.
Fallstudien bei Einsatz nicht invasiver Stoffe sind eine sache, die Menschen nicht wehtut, die aber wertvolle Daten liefern kann - etliche sToffe werden ja ohnehin verzehrt oder richten keinen Schaden an. Dei immensen Kosten, die die Haltungund Quälerei von Tieren erzeugt, wären in der Erforshcung weiterer Alternativen besser angelegt - denn diese liefern genauere und auf den menschen besser anwendbarer Ergebnisse - zum Nutzen von Mensch und Tier!
07:01
Allein in der Bundesrepublik Deutschland sterben jährlich noch immer mehrere Millionen Tiere im Namen der Wissenschaft. Dass man von den aus Tierversuchen gewonnenen Ergebnissen nicht auf die Wirkung beim Menschen schließen kann, ist inzwischen bekannt.
Für Hamster ist leckere Petersilie tödlich, Meerschweinchen sterben an dem für uns lebensrettenden Penicillin, Schafe können Unmengen des Nervengifts Arsen vertilgen – wie will man da wissen, welches im Tierversuch gewonnene Ergebnis auf den Menschen übertragbar ist und welches nicht?