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Einsicht ins Notwendige

06.01.2010 | 06:00 Uhr

Das klingt schon abenteuerlich. Da beschließen offenbar weltfremde Bürokraten eine EU-Sicherheitsrichtlinie, verhängen ein Kinderwagen-Verbot auf neuen Rolltreppen, ohne sich die Frage zu stellen, ob diese Regel praxistauglich ist.

Denn die Norm-Macher der EU sagen nicht, wohin die Eltern mit den Wägelchen ausweichen sollen. Nun sind vor allem die Verkehrsbetriebe ratlos, denn die meisten U-Bahnhöfe können am besten über Rolltreppen erreicht werden.

Wie man es auch dreht: Eine schnelle Lösung gibt es nicht. Man kann zwar über ein Verbot die rechtliche Verantwortung bei einem Unfall auf die Eltern abwälzen, kundenfreundlich ist das aber nicht!

Verkehrsunternehmen müssen nachrüsten

Wenn die EU-Richtlinie überhaupt einen guten Zweck erfüllt, dann den, dass über dieses Thema überhaupt gesprochen wird. Fahrtreppen stellen ein gewisses Sicherheitsrisiko dar - nicht nur für Mütter mit Kinderwagen, auch für ältere Menschen mit Gehstock oder Rollator. Der Anteil der Senioren unter den ÖPNV-Kunden wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich steigen. Darauf müssen sich Verkehrsunternehmen einstellen und nachrüsten.

Es geht nicht darum, nur einer Richtlinie gerecht zu werden, sondern den Menschen, die den öffentlichen Nahverkehr nutzen wollen, einen ungehinderten, möglichst stufenfreien und sicheren Zugang zu ermöglichen. Dafür brauchen wir keine Norm, dafür reicht die Einsicht ins Notwendige.

Michael Mücke

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Kommentare
06.01.2010
18:35
Einsicht ins Notwendige
von dr.eisenstein@ish.de | #4

Schießt die Brüsseler und Berliner Politiker alle zum Mond. Dann sind wir sie endlich los. Europa wird am Unfug, der nicht bezahlbar ist, zu Grunde gehen. Der gesunde Menschenverstand scheint in der Politik ausgeschaltet. Es kotzt mich an. Noch diesen Unfug wählen??? Nein, danke.

06.01.2010
15:11
Einsicht ins Notwendige
von ubu | #3

Das Problem sehe ich regelmäßig, wenn ich mit der Familie in der Nachbarstadt im Einkaufszentrum bin. Wenn ich mit dem Kinderwagen auch nur eine Etage höher will, warte ich bei den vier Aufzügen teilweise mehr als 10 Minuten, bis mal Platz für den Kinderwagen ist. Wenn erstmal drei oder vier Kinderwagen, eine Oma mit Rollator und ein Rollstuhlfahrer vor dem Aufzug stehen, bin ich der erste, der sich mit dem Kinderwagen auf den Weg zur Rolltreppe macht. Und da hält mich auch keine EU-Verordnung von ab...

Wenn tatsächlich so ein Kinderwagenverbot für Rolltreppen kommt, erwarte ich im Gegenzug aber auch, dass Personen, die keine Kinderwagen mit sich führen oder nicht gehbehindert sind, aus dem Aufzügen verbannt werden und die Treppen und Rolltreppen zu nutzen haben.
Nicht nur in Einkaufszentren, sondern auch in Bahnhöfen.
Denn so, wie sich die EU das jetzt vorstellt, ist das einfach eine Diskriminierung von Familien und körperlich Beeinträchtigten (gibts gegen so etwas nicht auch eine EU-Richtlinie ?).

Grüße, ubu

06.01.2010
14:21
Einsicht ins Notwendige
von alles kann | #2

genau so soll es sein

aaaber dran denken in Amerika

daaa wird für alles und jedes gleich prozessiert;

wenn das dann man nicht auch zu
- Prozesswellen- führen könnte ??

wenn div. Menschengruppen das gleich wieder ausnutzen ???

06.01.2010
13:57
Einsicht ins Notwendige
von Bahnfahrer | #1

Guter Kommentar! Trifft die Sache genau. Danke!

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