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Ein Zug wird kommen

14.12.2009 | 18:13 Uhr
Ein Zug wird kommen

Hilden. Die NRZ vor Ort am Hildener S-Bahnhof. Das neue Fahrplankonzept fällt bei vielen Pendlern durch. Beim Umsteigen vom Bus in die Bahnen hakt es an einigen Stellen.

Fahrplanwechsel bei der Bahn. Silvia Casper weiß, wie die Stimmung bei den Pendlern aussieht. Die 52-Jährige sitzt täglich im Kiosk des Hildener S-Bahnhofs und sieht die Menschen vorbei huschen. Die meisten haben keine Zeit für einen Zwischenstopp. Trotzdem holen viele auf die Schnelle einen Kaffee „to go” oder sogar „to run”.

Es ist Montag, 8 Uhr. Eine extra Prise Hektik liegt in der Luft. Das neue S-Bahnkonzept muss seinen ersten Härtetest bestehen: den Berufsverkehr. Casper sagt: „Viele blicken heute überhaupt nicht durch. Und einigen sind die neuen Wartezeiten zwischen Bus und Bahn zu lang.”

Fahrgast wartet 40 Minuten

Thomas Müller betritt schimpfend den Kiosk. „Wenn die keine Monopolstellung hätten...”, flucht der Student und meint damit die Bahn. Den 21-Jährigen haben gleich zwei Verkehrsbetriebe im Stich gelassen. Die Bahn hat am Sonntag ihren Fahrplan geändert, die „Rheinbahn” ihre Verbindungen angepasst. Manche Anschlüsse entstanden so neu, einige andere fielen weg.

Müller hat zum Umsteigen von dem Stadtbus „O3” in die „S1” Richtung Solingen laut Plan eine Minute Zeit. Das ist zu knapp bemessen. Als der Fahrgast ankommt, fährt die Bahn los. Aus der Verstimmung wird echter Ärger. Wegen der Durchsage: „Achtung! Die S1 in Richtung Solingen HBF fällt aus.” Statt zwanzig jetzt sogar 40 Minuten warten. Müller: „Ich bin froh, wenn ich mit dem Auto fahren kann.”

So hart wie den Studenten hat die Umstellung nicht jeden getroffen. Wer informiert war und zu Fuß zum Bahnhof geht, für den ist der Fahrplanwechsel kein Problem. „Ich bin von der Umstellung nicht betroffen. Ich muss mir nur eine neue Uhrzeit merken”, sagt Johannes Buse (53) auf dem Bahnsteig. Auch das Umsteigen vom Bus auf die Schiene soll laut Fahrplan in vielen Fällen gelingen. Die Linien 781 und 782 haben in „Hilden Süd” Anschluss an die S1, die Linie 783 an den Haltestellen „Hilden S” und „Solingen Vogelpark”.

"Länger nach Dortmund"

Einige Fahrgäste wurmt die Umstellung trotzdem. Etwa Thomas Schubert (23), der nicht mehr am Hauptbahnhof in den „RE” nach Dortmund umsteigen kann. „Ich kann jetzt zwar mit der S1 direkt durchfahren – das dauert nur 20 bis 25 Minuten länger”, so der Fahrgast. Thomas Elsner (39) hat zwei Bekannte mit Koffern im Schlepp und studiert den neuen Fahrplan. Er ärgert sich über die veränderte Situation für Hildener, die zum Düsseldorfer Flughafen wollen. Die S7 fuhr direkt zum Airport, wer jetzt die S1 nimmt, muss am Fernbahnhof des Flughafens in den Skytrain oder am Hauptbahnhof in die S11 wechseln. „Das ist umständlich und wir verlieren unnötig Zeit.”

9 Uhr. Immer noch Ärger bei den Reisenden auf dem Bahnsteig. Die Verspätung der S1 nach Düsseldorf überschreitet die Acht-Minuten-Marke, Kälte kriecht in die Schuhe. Nur Michael Ritter (23) lässt sich davon nicht stressen: „Das ist nichts Ungewöhnliches. Das kennt man von der alten S7.”

Es ist schwer, die neuen Verbindungen zu testen. Am Montag warteten diejenigen lange, denen auf dem Fahrplan eine Anbindung versprochen wurde. Aber es gibt planlos Gutes. Freude kam bei den Fahrgästen des Busses 784 auf. Der hat keinen direkten Anschluss am S-Bahnhof mehr. Aber Dank der Verspätung hatte die S1 „gewartet”.

Daniel Neukirchen


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