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Straßenserie

Ein Schmuckstück in „ruhiger Mikrolage“

20.08.2014 | 12:00 Uhr
Ein Schmuckstück in „ruhiger Mikrolage“
Die Reichsgasse in Unterbilk: „Wohnbebauung in ruhiger Mikrolage“.Foto: Ingo Lammert

Düsseldorf  Der nächste Teil der Düsseldorfer Straßenserie befqasst sich mit Kleinteiligem in Unterbilk. In der Reichsgasse wird ein gelungenes Miteinander inmitten der Großstadt und beschauliche Nachbarschaft gelebt.

. Als „eine Wohnbebauung in ruhiger Mikrolage“ beschreiben Immobilien-Makler die Reichsgasse. Als „Wohn- und Siedlungsbauten des Barock“ bezeichnet die Düsseldorfer Denkmalliste die Häuser mit den Hausnummern 5-7 und 11.

Verwunschenes Sträßchen

Straßenserie - Reichsgasse ;Foto: Ingo Lammert / WAZ FotoPool Foto: Ingo Lammert

Das verwunschen wirkende Sträßchen schlängelt sich in Unterbilk zwischen Fürstenwall und Reichsstraße entlang. Früher im mächtigen Schatten der inzwischen abgerissenen LVA-Trutzburg gelegen, passen sich nun die dezenten, gradlinigen Neubauten der Stadthäuser der Denkmalgeschützen Bebauung aus dem Jahr 1800 deutlich besser an. Das sind romantische Fachwerkbauten, weiß gekälkte Häuser, ziegelrote Dächer, grüne Fensterläden rote Pforten, romantische Torbögen.

Zwischen den Bepflanzungen und an den Eingängen ziehen Skulpturen die Blicke auf sich. „Hier ist wenig Fluktuation“, sagt Jessica Perulli. Ihre Schwester Daniela Reich Perulli und sie haben seit neun Jahren an der Reichsgasse eine Wellness- und Reiki-Praxis. „Die ganze Gasse kennt sich“, sagt Jessica Perulli, und erzählt weiter, dass die ehemaligen Gehöfte überwiegend in Familienbesitz seien. Was besonders erfreulich ist: Die Straße zeichnet sich durch eine gute Nachbarschaft aus. „Einmal im Jahr machen wir ein Gassenfest. Da stellen wir Tische und Stühle raus und es wird zusammen gefeiert,“ nennt sie als Beispiel für das gelungene Miteinander inmitten der Großstadt.

Ursprünglich benannt nach der Krautmühle

Um 1908. Ursprünglich Reichsstraßengässchen genannt, zwischen Reichsstraße und Fürstenwall gelegen. Foto: Stadtarchiv Düsseldorf

Ursprünglich war die Reichsgasse (sowie die jetzige Reichsstraße) nach der Krautmühle an der Düssel „Krautstraße“ benannt. Anlässlich der Wiedervereinigung des Zweiten Deutschen Reichs im Jahre 1871 erhielt sie den staatstragenderen Namen. Spannend ist eine Reportage über die Straße aus dem Jahr 1988. Der Journalist Thomas Bujak besuchte den damals 73-Jährigen Ludwig Weil, der dort auf dem einzigen erhaltenen Bauernhof im Düsseldorfer Stadtkern, geboren war. Der frühere Hof hatte etwa die Größe eines preussischen Morgens, das ist etwas mehr als 2 400 Quadratmeter. Seine Ursprünge seien bis in das 16. Jahrhundert zurückzuverfolgen. In seinem Interview mit Bujak erzählt Ludwig Weil auch von seinen Jugenderinnerungen. Dazu gehören Begegnungen mit erfolgreichen Persönlichkeiten. „An der Straßenecke spielte noch Gabriele Hünermann, jetzige Gabriele Henkel.“ Die Heizungsanlage des Weil’schen Gebäudekomplex wurde 1920 installiert – von dem späteren Handwerksammerpräsidenten Georg Schulhoff, ist weiter zu erfahren.

Die neuen Häuser passen in die Straße

Den aktuellen Veränderungen durch die Neubebauung sieht Familie Perulli gelassen entgegen. „Die Häuser, die gerade gebaut werden, passen ganz gut in diese Straße,“ sagen sie optimististisch.

Pamela Broszat

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2014-08-20 12:00
Düsseldorf