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Düsseldorfer Stadtwerke-Tochter „Grünwerke“ expandiert

09.03.2016 | 22:30 Uhr
Düsseldorfer Stadtwerke-Tochter „Grünwerke“ expandiert
Mit drei neuen Windrädern in der hessischen Gemeinde Breitenbach setzt die Düsseldorfer Stadtwerke-Tochter „Grünwerke GmbH“ weiter auf erneuerbare Energien.Foto: Daniel Reinhardt

Düsseldorf.   Die Stadtwerke-Tochter "Grünwerke" investiert 300 Millionen Euro in erneuerbare Energien: Drei neue Windräder in Hessen, aber keine in Düsseldorf.

Grünwerke, die hundertprozentige Stadtwerke-Tochter für erneuerbare Energie, ist auf Expansionskurs. Zu den derzeit bestehenden 15 Windanlagen sind drei weitere in der hessischen Gemeinde Breitenbach geplant. Grünwerke investiert hier 15 Millionen Euro in drei 136 Meter hohe (Nabenhöhe) Windräder. Der hier erzeugte Strom wird in die Stromnetze der Umgebung eingespeist und hilft, die Öko-Bilanz der Stadtwerke weiter zu verbessern: Grünwerke will bis 2020 rund 500 Gigawattstunden pro Jahr aus regenerativen Quellen gewinnen und damit 220 000 Tonnen klimaschädliches CO² (Kohlendioxid) einsparen. Dafür wird viel Geld in die Hand genommen: Den 2010 gegründeten Grünwerken stehen in den kommenden zehn Jahren 300 Millionen Euro zur Verfügung.

Umsetzung der Energiewende

„Das Geld ist gut investiert“, heißt es bei Grünwerke. Es ermögliche eine der größten gesellschaftlichen Aufgaben der Gegenwart: die Umsetzung der Energiewende. Und die ist auch finanziell lukrativ: Die Stadtwerke-Tochter „Grünwerke GmbH“ ist im Plus, liefert Jahr für Jahr Gewinn an die Stadtwerke ab. Was in Düsseldorf gelobt wird, stößt in Breitenbach (1700 Einwohner) allerdings auf wenig Gegenliebe: Die Bürger sind sauer, weil nun noch mehr Windräder in die kleine Gemeinde kommen. „Es reicht langsam, wir sind umzingelt von Windrädern, unsere Landschaft ist zerstört“, sagt dann auch Breitenbachs Bürgermeister Volker Jaritz. Denn: Zwölf Windräder stehen bereits in der Gemeinde, fünf sind geplant, dazu die drei des Düsseldorfer Unternehmens – und am Ortsrand stehen auf dem Gebiet der Nachbar-Gemeinde zwölf weitere Windräder.

Bürgermeister: „Die Menschen leben in Angst“

Kritik des Bürgermeisters: Abgesehen von der zerstörten Landschaft gebe es auch Schlagschatten, Infraschall sowie Gefahren durch Eiswurf und Brände in den Mühlen. „Die Menschen bei uns leben in Angst“, sagt Jaritz. „Irgendwann ist mal Schluss!“ Gemeindevertretung und Gemeindevorstand haben bereits gegen die Windräder gestimmt, fast jeder Einwohner hat dagegen unterschrieben. Gebracht hat es nichts: Denn die Gemeinde hat auf die Standorte der Windräder keinen Einfluss. Die legt in Hessen das Regierungspräsidium fest.

Energie
Düsseldorfer Stadtwerke planen Windkraftanlagen

Die Stadtwerke Düsseldorf wollen in Windkraft investieren. In Nordhessen sollen für 15 Millionen Euro drei Windenergieanlage gebaut werden.

Während in Hessen die Bürger sauer sind poliert Düsseldorf seine CO²-Bilanz auf: In Düsseldorf betreiben die Grünwerke Photovoltaikanlagen auf öffentlichen und privaten Dächern, im sächsischen Sprotta wird die Sonne in einem Solarpark zur Stromerzeugung genutzt. Die Grünwerke sind am Offshore Windpark Baltic 1 in der Ostsee beteiligt und betreiben demnächst mit Breitenbach 18 Windräder.

Kritik der Fraktion Tierschutzpartei/Freie Wähler

Kritik gab es gestern von der Fraktion Tierschutzpartei/Freie Wähler. „Durch Windkraftanlagen werden Großvogelarten, wie Rotmilan, Wiesenweihe, Uhu oder Schwarzstorch und auch Fledermäuse getötet“, sagte Ratsfrau Claudia Krüger. Da der Tierschutz gemäß Artikel 20a des Grundgesetzes Staatsziel ist, ist sie dagegen, dass sich die „Landeshauptstadt Düsseldorf über ihre Beteiligung an den Stadtwerken Düsseldorf an mörderischen Windkraftanlagen in Hessen beteiligt.“

Der Düsseldorfer Stadtrat muss am Donnerstag, 10. März 2016, den Breitenbacher Windrädern, die von Grünwerke geplant, gebaut und betrieben werden, zustimmen. Denn die Stadt ist mit 25,05 Prozent an der Grünwerke-Mutter Stadtwerke beteiligt.

Keine Windräder in Düsseldorf

In Düsseldorf plant Grünwerke keine Windräder. Diese müssen zu Häusern einen bestimmten Abstand haben, was wegen der dichten Bebauung nicht möglich sei. Außerdem sei die „Wind-Ernte“ nicht so ertragreich.

Götz Middeldorf

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Düsseldorfer Stadtwerke-Tochter „Grünwerke“ expandiert
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2016-03-09 22:30
Stadtwerke, Düsseldorf, Grünwerke, Windräder, Tierschützer
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