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Düsseldorf startet Aktionswochen gegen Homophobie im Sport

26.02.2016 | 18:00 Uhr
Düsseldorf startet Aktionswochen gegen Homophobie im Sport
Just Sports - Aktionswoche startet in Düsseldorf, mit Fechterin Imke Duplitzer Bürgermeister Günter Karen-Jungen als Schirmherr und Dr. Götz Fellrath.Foto: Melanie Zanin

Düsseldorf.   Obwohl sich in den vergangenen Jahren viel getan hat, ist Homosexualität gerade im Sport noch immer ein Tabuthema. Eine Kampagne will das nun ändern.

Imke Duplitzer weiß, wie es sich anfühlt, ausgegrenzt zu sein. Sie weiß, was es heißt, Dinge nicht offen ansprechen zu können. Die Weltklasse-Fechterin ist homosexuell und hat das zu Beginn ihrer Karriere gegenüber sportlichen Betreuern und Kollegen zunächst nicht öffentlich gemacht. „Das war wie ein Spießrutenlauf. Ich hatte schlaflose Nächte, weil ich immer wieder einen Teil meines Lebens versteckt gehalten habe“, sagte Duplitzer am Freitag im Rathaus. Zusammen mit Bürgermeister Günter Karen-Jungen und Götz Fellrath vom VC Phönix Düsseldorf stellte die fünffache Olympiateilnehmerin die Kampagne „Just Sports – Für Vielfalt, gegen Homophobie“ vor.

Kommentar
Nur scheinbar tolerant

Unsere Gesellschaft ist offen und tolerant – auch gegenüber homosexuell liebenden Menschen. Das jedenfalls denken die meisten. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn so lange „schwul“ auf deutschen Schulhöfen als Schimpfwort verwendet wird, so lange sich nicht ein aktiver Profi-Fußballer als homosexuell geoutet hat und so lange Düsseldorfer Fußballvereine behaupten, in ihren Teams gebe es keine Homosexuellen, so lange sind Aktionen wie die gestern vorgestellte dringend notwendig. Auch in unserer Stadt.

„Homosexualität von Sportlerinnen und Sportlern ist trotz eines inzwischen aufgeklärteren gesellschaftlichen Klimas immer noch ein Tabuthema“, erläuterte Karen-Jungen die Notwendigkeit des Programms, bei dem bis zum 20. März verschiedene Aktionen in der Stadt für mehr Toleranz und Respekt werben – im Sport, aber auch darüber hinaus.

Talkrunde, Ausstellung und Düssel-Cup 2016

Der Startschuss der Kampagne fiel bereits am Montagabend, als beim Heimspiel von Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf das Aktionsbanner gezeigt wurde. Außerdem wird es zu sehen sein beim Spiel von Eishockey-Bundesligist DEG gegen Krefeld am 28. Februar , beim Match der Giants-Basketballer am 12. März gegen ART sowie am 13. März während der Tischtennispartie von Borussia Düsseldorf gegen den TTC Bergneustadt.

Hier das weitere Aktionsprogramm im Überblick:

Im Haus der Universität, Schadowplatz 14, steigt am Freitag, 18. März, um 18.30 Uhr eine Talkrunde. Unter der Moderation von Christian Zeelen diskutieren Jutta Ehrmann Wolf (erste Handballschiedsrichterin in der Bundesliga), Fußballkenner Manfred Breuckmann sowie Vertreter und Spieler der DEG und Fortuna über Homophobie im Sport. Dazu berichten Teilnehmer aus dem Outreach-Spendenprogramm des Düssel-Cups, Deutschlands größtem schwul-lesbischem Multisportevent, über die Situation von homosexuellen Sportlern in Palästina, Russland und Uganda.

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Vom 14. bis 20. März wird die Ausstellung „Gegen die Regeln“ in den Schadow-Arkaden zu sehen sein. Sie porträtiert 20 weltbekannte homosexuelle Sportlerinnen und Sportler auf dem Weg an die Spitze.

Den Schlusspunkt der Aktionswochen setzt der Düssel-Cup 2016. In insgesamt neun Sportarten – Badminton, Basketball, Beachvolleyball, Bowling, Fußball, Laufen, Schwimmen, Tischtennis und Volleyball – finden vom 18. bis 20. März zum mittlerweile zehnten Mal Wettkämpfe statt. Weitere Infos gibt es unter www.duessel-cup.de.

Sportvereine zur Teilnahme aufgerufen

Düsseldorfer Sportvereine, die bei der Kampagne mitwirken möchten, erhalten ein Plakat sowie das Logo für ihre Homepage. Bei einer Facebook-Aktion auf der Sportstadt-Webseite können alle Teilnehmer Karten für Fortuna, DEG und Borussia gewinnen. Außerdem hält die Aktionswoche in Zusammenarbeit mit Puls e.V. auch Einzug in den Schulunterricht.

„Wir wünschen uns natürlich, dass die Aktion nachhaltig wirkt“, so Karen-Jungen. Duplitzer ergänzt: „Es ist ein dickes Brett, das gebohrt werden muss, aber man muss den Anfang machen.“

Christine Holthoff

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2016-02-26 18:00
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