Den Parkdruck lindern
26.12.2008 | 16:50 Uhr 2008-12-26T16:50:29+0100RÜCKBLICK/AUSBLICK. Für die Quartiersgarage in Oberkassel soll Anfang kommenden Jahres Baubeginn sein.
OBERKASSEL. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, "und so blicken wir immer noch erwartungsfroh auf unsere Quartiersgarage", sagt Rolf Tups. Den CDU-Mann und Chef in der Bezirksvertretung 4 erreichen täglich E-Mails, "mit der Frage, wann die Garage endlich steht." Dass diese unbedingt gebaut werden soll, darüber waren sich die Fraktionen im linksrheinischen Stadtteilparlament einig.
Die Beschlusslage ist wie berichtet klar, diskutiert wird noch über die Zufahrt zwischen Luegallee und Friesenstraße, zudem sollen die zunächst geplanten 214 Stellplätze auf bis zu 400 erweitert werden: zwei Drittel für Dauer-, ein Drittel für Kurzparker. Unstrittig ist auch im Amt für Verkehrsmanagement, dass in Oberkassel stadtweit der Parkdruck am höchsten ist und Quartiersgaragen der Königsweg sind. Schon jetzt gehört für die Anwohner die Parkplatzsuche vor der eigenen Haustür zu den quälendsten Beschäftigungen. Nahezu aussichtslos wird es in den Abendstunden: Allein in Oberkassel sind 10 000 Autos zugelassen, hinzu kommen Pendler, Gastronomie- und Geschäftskunden. Für sie gibt es gerade mal 5000 legale Parkplätze. "Wir brauchen jeden einzelnen Raum", mahnt Rolf Tups und hofft, dass die Baugenehmigung noch im kommenden Januar erteilt wird - dann könnte die Quartiersgarage in etwa zwölf Monaten fertig sein.
Umgesetzt wurde in diesem Jahr indes der seit Jahrzehnten geforderte Wunsch nach einer Begrünung der Rheinbahngleise entlang der Luegalle - mit dem Effekt, dass nicht nur der Lärm um drei Dezibel gedrosselt wurde, sondern auch Feinstaub geschluckt wird. "Bei der Gelegenheit", so Tups, "haben wir auch die Übergänge modifiziert." Heißt, eine feine Riffelung an den Bordsteinen signalisiert jetzt Blinden: Achtung, hier hört der Gehweg auf.
Nicht nur die Autofahrer werden es dem Stadtteilparlament danken, auch die Radler können auf der Wildenbruchstraße endlich wieder geradeaus fahren. "Das war die sanierungsbedürftigste Straße im ganzen Viertel", kommentiert Tups und macht deutlich, dass vor dem Verkehr die Kinder an erster Stelle im Stadtteilparlament stehen: Anfang des Jahres noch stand die Grundschule an der Pestalozzistraße vor dem Aus. Zwölf Anmeldungen waren viel zu wenig, um eine Eingangsklasse bilden zu können. Mit einem Dringlichkeitsbeschluss aus dem Oberkasseler Rathaus wurde sie schließlich gerettet und durfte mit der Heinrich-Heine-Grundschule an der Heerdter Landsstraße eine Verbundschule bilden - ein einzigartiges Projekt in der Landeshauptstadt.
Wohnen in Rheinnähe
Und auch im kommenden Jahr will der Bezirk 4 von sich Reden machen. "Dann rückt der Stadtteil Heerdt in den Fokus", kündigt Rolf Tups an. Für das ehemalige Industrie-Terrain an der Wiesenstraße soll ein Gebietsentwicklungs-Plan erstellt werden. "Gerade in Rheinnähe könnte ich mir eine Wohnbebauung vorstellen, in die auch die alten Fabrikgebäude integriert werden", schwärmt der CDU-Ratsherr und fügt hinzu: "Heerdt hat es verdient, endlich entsprechend berücksichtigt zu werden."
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