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Das Mädchen namens Wien

18.03.2009 | 17:44 Uhr
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Die US-amerikanische Sängerin Vienna Teng kam ins Zakk und sorgte dort für einen gediegenen, geschmackvollen Abend.

Am Ende beweisen die Sängerin und ihre Musiker, dass sie eigentlich gar keine Mikrofone gebraucht hätten. Da stehen sie am Rand der Bühne und singen unverstärkt das schöne Lied „Soon, Love”, eine Friedensutopie. Das Publikum im bestuhlten, fast ausverkauften Zakk singt mit, lässt sich von dem guten Gefühl tragen, dass Vienna (der ungewöhnliche Künstlervornahme ist eine Verbeugung vor der klassischen Musik, wie sie in Wien gespielt wurde) Teng schon den ganzen Abend vermittelt hatte.

Die attraktive 30-jährige Amerikanerin taiwanischer Herkunft schreibt nach eigener Aussage „Kammerfolk”, also nicht die rustikale Version mit der Klampfe, sondern die elegante. Sie sitzt am elektrischen Piano, Alex Wong auf einem Cajón. Er spielt auch ein Minischlagzeug und einmal auch das seltene Waterphone, ein glockenförmiges, metallenes Instrument, das einen leicht schrillen Ton von sich gibt, wenn man mit einen Bogen darüber streicht.

Paul Brantley muss stehen, weil er den akustischen Bass spielt, auch oft mit dem Bogen, dazu Gitarre. Die beiden begleiten Viennas Songs, die Reisen durch die amerikanische Landschaft sind, Kurzgeschichten, in denen einsame Gestalten durch die Nacht fahren. In „Blue Caravan” ist die Rede zur Liebe von einem Mann, „der nie existiert hat”, aber manchmal, wenn man sich hinter einem Panzer aus Zynismus eingerichtet hat, kommt einer, der einen aus dem Gleichgewicht bringt, wie der Lover in „Stray Italian Greyhound.”

Zwischen Jazz, Pop Country und Kammermusik schillern die Songs, plätschern manches Mal etwas gleichmäßig dahin, doch immer bevor es eintönig wird, gibt es eine kleine Überraschung. So die beiden Cover des Abends, zum einen „Idioteque” von Radiohead, das tatsächlich klingt wie von Vienna selbst geschrieben und eine charmante Version von Simon and Garfunkels „Keep the Customer Satisfied”, bei dem der helle Sopran der Sängerin alles überstrahlt. Die plaudert gerne zwischen den Songs, und so erfährt dass Publikum auch, dass es die Musiker nach ihrem Auftritt bei A&O Medien in ein örtliches Brauhaus zog, in dem es „Fleisch mit Fleisch” gab und „Bier, eine Menge Bier”. Nicht immer sind die Moderationen so gelungen, aber langatmige Erklärungen, wann und wo ein Song entstanden ist, gehören wahrscheinlich zu den Pflichten eines Singer/Songwriters. Manchmal hat man während des Konzerts den Eindruck, als habe die talentierte Frau ihre wahre Linie noch gar nicht gefunden. Aber das Zusehen und Zuhören beim Suchen kann ja auch Spaß machen.

Thomas Hag

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2009-03-18 17:44
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