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"Da kriegen Sie glänzende Augen"

26.06.2008 | 19:13 Uhr
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BANKENTEST I. Die NRZfragte fünf Düsseldorfer Geldinstitute: Wie legt man 10 000 Euro am besten an?

Wenn's um Geld geht, wollen alle dasselbe: Sicherheit und hohe Zinsen. Beides zusammen ist kaum zu haben. Wie legt man sein Geld am besten an? Fragt man einfach die Bank seines Vertrauens, wie 70 Prozent aller Menschen? Doch viele Sparer sind verunsichert, fühlen sich schlecht beraten, rätseln, was sie von der künftigen Abgeltungssteuer zu erwarten haben. Die NRZwollte es wissen und fragte - anonym - fünf Düsseldorfer Banken nach ihren Anlagetipps für 10 000 Euro. Und einen unabhängigen Experten, den Sachverständigen Ralf Nomrosky.

Wenn der Dax fällt. . .

Der Berater der Deutschen Bank hält einen Kurzvortrag über Geldmärkte, Notenbank und Bankenkrise, schwenkt dann zur Anlagenvielfalt seines Hauses. Befragt die Testerin nach ihrer Risikobereitschaft. Sie gibt ihre Standardauskunft: Mitte 50, verheiratet, bereits 10 000 Euro fest verzinst gespart, wünscht eine eher sichere Anlage, nicht länger als drei Jahre. Die Reaktion des Beraters: "Da hab' ich was, da kriegen Sie glänzende Augen."

Er legt ein "Bonus Zertifikat" auf den Tisch, bei dem in vier Monaten (!) 8,15 Prozent Zinsen fällig werden. Mit einer Einschränkung: Der Dax darf in dieser Zeit nicht mehr als 27,5 Prozent fallen und nicht mehr als 34,6 Prozent steigen. Zweites Angebot: Der "Platinum Bonus Fonds", der macht aus 10 000 Euro in vier Jahren 14 500 Euro - aber nur dann, wenn der europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 nicht mehr als 35 Prozent fällt.

Ein Risiko bleibt doch

In der Volksbank wird die Anlegerin auch nach verfügbaren Reserven gefragt (3000 Euro). Dann folgt der grundsätzliche Rat zum Aufteilen eines Vermögens: 10% für Notfälle, 50% fest verzinst, 20% Aktien-, 20% Immobilienfonds. Ihre 10 000 Euro sollte sie, so die Beraterin, splitten: in den Immobilienfonds "UniImmo Europa", der eine jährliche Ausschüttung von etwa fünf Prozent verspricht und in den Aktien-Garantiefonds "UniGarantPlus", bei dem zumindest das eingezahlte Geld sicher ist und der über sechs Jahre läuft.

Freibetrag ausgeschöpft?

In der Stadtsparkasse geht's ruckzuck: Nach zehn Minuten steht die Test-Anlegerin bereits wieder auf der Straße, mit zwei Angeboten: mit dem steuerbegünstigten Rentenfonds "Deka-OptiRent", der bis Ende 2010 läuft und besonders günstig sei, wenn man seinen Steuerfreibetrag bereits ausgeschöpft habe. Außerdem eine Inhaberschuldverschreibung der Stadtsparkasse, also ein fest verzinstes Wertpapapier: Nach drei Jahren hätte die Sparerin 360 Euro (steuerfrei) mehr auf ihrem Konto als sie eingezahlt hat, plus 3,6 Prozent Zinsen pro Jahr.

Für die Postbank braucht die Test-Anlegerin viel Zeit. 50 Minuten vergehen, bis ein sehr ausführlicher Fragebogen ausgefüllt ist, bis die Beraterin sich nach persönlichen Vorlieben ("Planen Sie eine große Reise?") nach Altersvorsorge, Einkommen und schließlich nach Anlagetyp erkundigt. Dazu zeichnet sie verschiedene Kurven, um die Risikobereitschaft einzuschätzen. Schließlich wird der Computer mit all diesen Informationen gefüttert.

Das Ergebnis: Die "vorzüglichen Konditionen" des Postsparbuchs mit 4,5 Prozent Zinsen. Außerdem ein Aktien-Garantiefonds, der in alternative Energien investiert. Empfohlene Anlagedauer allerdings sieben Jahre. Und ein Investmentfonds, der ebenfalls über fünf Jahre gehalten werden sollte. Zusatz: "Der Erhalt des eingesetzten Kapitals kann nicht garantiert werden."

Rentenversicherung Mit 66 Jahren?

Sollte eine 66-jährige Rentnerin noch eine Rentenversicherung über eine Laufzeit von 12 Jahren abschließen? "Unbedingt", findet eine Beraterin der Dresdner Bank. Sie bezeichnet die Versicherung als "Wertpapier", bei dem es eigentlich nur zu gewinnen gibt: Steuervorteile, außerdem könne sich der eingezahlte Betrag in der zeit verdreifachen.

UTE RASCH

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