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Auf Zeitreise mit Ben Hur

25.05.2009 | 19:03 Uhr

400 Darsteller, 100 Tiere, Wagenrennen, Gladiatoren und eine Lovestory: Ab 7. Oktober gastiert das Musical im ISS-Dome

„Porgy an Bess” ist nicht nur das beste Werk aus der Feder von George Gershwin. Die Mischung aus Gospel, Jazz und Musical gilt gleichzeitig als die beste amerikanische Oper. Davon überzeugt ist zumindest William Barkhymer, der seit Jahren das 1935 geschriebene Musikdrama dirigiert. Er leitet auch die Tournee-Produktion, die während der Sommerpause in der Deutschen Oper am Rhein gastiert. Der Vorverkauf (Premiere am 28. Juli bis 9. August) läuft.

An europäischen Bühnen ist das Liebesdrama zwischen dem behinderten Porgy und seiner Bess, das auch von den suggestiven Gospelchören lebt, kaum zu erleben. Denn die Gershwin-Erben haben den Aufführungsrechten eine hohe Hürde gesetzt: Der Chor muss mit 40 farbigen Sängern besetzt sein.

Warmer Sopran,

kerniger Bass

Diese für eine Stadttheater-Produktion ‚einzufliegen', sprengt den Rahmen von öffentlich subventionierten Häusern. Wer also „Porgy an Bess” komplett live erleben will, muss entweder in die USA reisen oder jetzt ein Ticket für die Inszenierung des New Harlem Theatre kaufen.

Der Clou: Neben den amerikanischen Sängern tritt als Bess Morenike Fadayomi auf die Bretter, die seit mehr als zehn Jahren zum Rheinopern-Ensemble gehört. Die farbige Sopranistin, die sonst im schweren, lyrisch dramatischen Fach zu Hause ist, freut sich, dass sie endlich diese Rolle auch mal an ihrer ‚Heimatbühne' singen darf. In manchen Operhäuser jenseits des Atlantik macht sie das schon seit Jahren. Warm strömt ihre dunkle, exotisch gefärbte Stimme, wenn sie bei der Probe zu „Summertime” ansetzt. Ebenso souverän klingt der kernig schwarze Bass ihres Partners Terry Cook, wenn er als Porgy „I got plenty o' nothing” singt. Es sind Weltschlager, die jeder kennt - ähnlich wie „It ain't necessarily so”. Cook, der als beinloser Porgy bereits 1997 in Europa debütierte, bei den Bregenzer Festspielen, muss ständig auf den Knien sitzend und auf einem kleinen Wagen über die Bühne rollen. „Das ist nicht einfach, zumal bei den anspruchsvollen Opernarien.”

Klar, dass die Inszenierung von Baayork Lee traditionell ist, wie häufig in Amerika. Dorfgemeinschaft, das Hafenviertel von Catfish Row und das Picknick auf der Insel Kittawah - all' das sieht man auf der Bühne in idyllischen Bildern. Fadayomi, die in der Oper meist in modernen Regietheater-Tableaus auftritt: „Es ist für mich eine wunderbare Abwechslung, in einem traditionellen Dekor zu singen und zu spielen. Hier steht die Musik im Vordergrund.”

Tickets: 8925 211 oder 0180/ 51 52 530, www.bb-promotion.com

Vera Vester

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