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Über sieben Jahre musste sie geh’n

25.05.2012 | 18:13 Uhr
Über sieben Jahre musste sie geh’n
Die Schnettkerbrücke in Dortmund ist fertig.Foto: Hans Blossey

Dortmund.  Fast sieben Jahre hat es gedauert: Jetzt ist die Schnettkerbrücke - Teil des Ruhrschnellwegs im Dortmunder Westen - fertig. Am kommenden Donnerstag erfolgt die symbolische Freigabe. Allerdings war der Verkehr beim Brückenschlag über das Emschertal kaum je wirklich unterbrochen.

Man kann sie ein Jahrhundertbauwerk nennen. Das wäre nicht einmal übertrieben. „Kirchen halten für die Ewigkeit, Brücken hundert Jahre“, beruft sich Guido Meinzer auf eine alte Faustregel seiner Zunft. Langlebige Aussichten also für die neue Schnettkerbrücke und den Verkehr, der über sie rollt. Für Meinzer, den Bauingenieur vom Landesbetrieb Straßen NRW, ist der 330 Meter lange und insgesamt 42 Mio Euro teure Brückenschlag über das Emschertal in Dortmunds Westen ohnehin das Größte. Fast sieben Jahre musste Meinzer die Baustelle im Blick haben. Tag für Tag. Zuletzt als Projektleiter der gesamten B1-Ertüchtigung zwischen der Wittekindstraße und dem Dortmunder Westkreuz.

Doch jetzt darf Guido Meinzer sein Containerbüro abbrechen, in dem er im Sommer geschwitzt und im Winter gefroren hat. Die Baustellen-Karawane zieht weiter. Die Brücke ist fertig, der fünf Kilometer lange Ausbau der B1/A40 auf Dortmunder Gebiet beendet. Nächsten Donnerstag wird es offiziell. Vertreter von Stadt, Land und Bund geben symbolisch den Weg frei für das flott gemachte Ruhrschnellweg-Teilstück. Der Bundesverkehrsminister schickt sogar seinen Staatssekretär.

Stolz auf das Projekt

Guido Meinzer wird an dem kleinen Festakt selbstredend teilnehmen. Er ist ein bisschen stolz auf sein Projekt, auch wenn - mal wieder - nicht alles glatt lief. Ursprünglich sollte die gesamte Baumaßnahme ein Jahr früher fertig sein. Dann kamen ein harter Winter und unerwartet weicher Untergrund dazwischen. Doch bekanntlich sind im Ruhrgebiet nicht nur Straßenbauer hart im nehmen, wenn es um die Verzögerung von Baumaßnahmen geht, sondern auch die Autofahrer. Zähfluss gehört zum Alltag. Da kommt es auf ein paar Monate mehr oder weniger nicht an. Zumal, wenn die Alternative - Abriss der alten und Aufbau der neuen Schnettkerbrücke nicht zeitgleich, sondern nacheinander - für jahrelange großräumige Umleitungen gesorgt hätte.

Dennoch: So entspannt wie sich die täglich bis zu 100..000 Autos und Lastwagen Außenspiegel an Außenspiegel durch die Engstellen zwängten geht es selten zu auf deutschen Straßenbaustellen. Meinzer ist denn auch hochzufrieden mit dieser Baustelle, die er „hoch kompliziert“ nennt: Sieben Jahre ohne gravierende Unfälle - und das alles bei fließendem Verkehr. Nur an wenigen Wochenenden musste die Brücke voll gesperrt werden, um vibrationsfrei letzte Schweißarbeiten erledigen zu können.

Ein kleines Malheur am Ende

Allein am Ende gab es ein kleines Malheur, das fast den Übergabetermin in Frage gestellt hätte. Über Nacht verschwand eine ganze Lkw-Ladung Aluleisten für die Lärmschutzwände - das Werk dreister Metalldiebe. Der Hersteller konnte jedoch schnell Ersatz liefern.

Michael Kohlstadt



Kommentare
28.05.2012
13:05
Über sieben Jahre musste sie geh’n
von xxyz | #2

Zurzeit wird die Golden Gate Bridge gefeiert.
5 Jahre Bauzeit im Jahr 1937.

Ein Hoch auf die deutsche Bauwirtschaft und das Jahrhunderbauwerk!

25.05.2012
21:23
"Allerdings war der Verkehr beim Brückenschlag über das Emschertal kaum je wirklich unterbrochen."
von DEWFan | #1

Na ja, wir Radfahrer mussten 7 lange Jahre auf eine kurze Verbindung zwischen dem westlichen Kreuzviertel / Westend und Dorstfeld verzichten. Ob Autofahrer da auch so geduldig wären?

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