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U-Turm

„U muss bewegungsfähig bleiben“

24.01.2012 | 23:00 Uhr
Kurt Eichler, Leiter des Kulturbüros, im Gespräch zum Dortmunder U. Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Bis die neue Struktur für den U-Turm auf den Weg gebracht ist, liegen die Geschicke des Kreativzentrums in den Händen von Kurt Eichler, Leiter der Kulturbetriebe, und Kulturdezernent Jörg Stüdemann. Ein Mammutjob mit vielen Baustellen.

Bis die neue Struktur für den U-Turm auf den Weg gebracht ist, liegen die Geschicke des Kreativzentrums in den Händen von Kurt Eichler, Leiter der Kulturbetriebe, und Kulturdezernent Jörg Stüdemann. Ein Mammutjob mit vielen Baustellen, wie Eichler im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich machte.

Die Prognose im Wirtschaftsplan der Kulturbetriebe 2012 klingt nicht rosig: Da „nicht alle Funktionsbereiche im Regelbetrieb“ sind – wie etwa die Depots – bleibe abzuwarten, „ob die vorgesehenen Betriebskosten für das Wirtschaftsjahr 2012 ausreichen“. Und das, obwohl schon die prognostizierten 10 Millionen Euro für Schockwellen sorgten.

„Allerdings sind wir so sparsam, dass wir es 2011 schaffen konnten, kein Defizit für das U einzufahren“, sagt Eichler. Er hofft, die Betriebskosten möglichst gering halten zu können – um überhaupt Geld in dringend benötigte „attraktive Programme“ investieren zu können. „Allein 3,8 Millionen Euro des Zuschusses gehen direkt in Miete und Instandhaltung, so dass uns effektiv 5,8 Millionen für den operativen Bereich bleiben.“

Der U-Turm

Der Ausstellungsetat des Museum Ostwall sei nach dem Umzug zwar leicht erhöht worden – aber „nicht ausreichend“, sagt Eichler. Entsprechend unverzichtbar ist Unterstützung von außen: Das Museum Ostwall etwa sei gerade im Gespräch mit der Deutschen Bank, die über ein großes Kunst-Konvolut verfüge. Und auch die Kunststiftung NRW gehört zu den Adressaten für Drittmittel.

Optimistisch angesichts der Besucherzahlen

Die Besucherzahlen hingegen stimmen Eichler optimistisch: Statt der prognostizierten 100 000 Besucher seien 2011 sogar 110 000 gekommen – plus 100 000 in der Gastronomie. „Es ist alles steigerungsfähig – aber wir sind nicht wesentlich unter dem Plan“, so der Leiter der Kulturbetriebe. Auch die Ergebnisse einer Besucherbefragung (siehe Box) lassen Eichler hoffen.

Fakten
Dortmund

Die Kulturbetriebe haben soeben die ersten Ergebnisse einer Besucherbefragung im Dortmunder U ausgewertet.

Die Ausstellungen waren für 35 Prozent der Grund, das U zu besuchen – 36 Prozent wollten einfach das Gebäude sehen.

- Mit den Ausstellungen waren 27 Prozent sehr zufrieden, 34 Prozent zufrieden, 14 Prozent fanden es geht so und 14 Prozent waren nicht zufrieden.

- Für mehr Geschlossenheit nach außen hat Eichler zwei Ansätze: Auf der Etage für kulturelle Bildung sollen alle Nutzer im U ein gemeinsames Programm anbieten – „was sicher noch leichter wird, wenn die Leitungsstelle im Frühjahr besetzt wird.“

- Außerdem bearbeiten die Nutzer einmal jährlich gemeinsam ein Thema -- 2012 den künstlerischen Aufbruch der 60er Jahre mit Ausstellungen und Veranstaltungen zu Fluxus und John Cage.

Eine Baustelle ist hingegen weiterhin die Neuorganisation der Zuständigkeiten im U – die dringend erforderlich ist: Bisher kosten die vielen „Abstimmungs- notwendigkeiten“ viel Zeit und Geld und vermitteln nicht gerade den „Eindruck der Geschlossenheit“, wie auch im Wirtschaftsplan der Kulturbetriebe steht. Nachdem die Bezirksregierung Arnsberg ihr Veto gegen die Gründung einer Stiftung einlegte , soll eine gGmbH jetzt spätestens 2013 für Klarheit sorgen. „Eine gGmbH ist eine private Rechtsform, in die man die laufenden Arbeitsverträge überführen müsste – wir haben derzeit circa 60 städtische Mitarbeiter im U“, erklärt Eichler.

Personalrat alarmiert

Ein Plan, der den Personalrat alarmiert, weil er fürchtet, dass die städtischen Mitarbeiter flugs privatwirtschaftlich angestellt werden. „Das könnte sein“, räumt Eichler ein. „Es ist aber unser ehrgeiziges Ziel, die Bewachung mit eigenen Kräften ohne Zukauf von Außen zu stemmen.“ Zumal die Mitarbeiter erst mit großem Aufwand aus anderen Bereichen geholt und umgeschult wurden – plus nach langem Hin und Her Dienstpläne aufgestellt wurden, die allen entgegenkämen.

Zudem braucht die gGmbH ein adäquates Finanzpolster – weil sie bislang von den Kulturbetrieben übernommene Leistungen für das U wie etwa die Buchhaltung allein stemmen müsste. „Richtig ist aber auch: das U muss bewegungsfähig bleiben, und das ist im städtischen Rahmen schwieriger, etwa bei der Beschaffung von Ausstattungen und Dienstleistungen“, so Eichler.

Nadine Albach


Kommentare
24.01.2012
23:24
Das "U" - ein Adlerhorst für Pleitegeier
von Swatson | #1

„Das Dortmunder U muss bewegungsfähig bleiben“ - jaah neeh iss klah - besser kann man Dummschwätzerei kaum darstellen. Das selbst die von immensen 3,8 auf exorbitante 10,2 Millionen Euro gesteigerte Betriebskosten pro Jahr nicht ausreichen könnten, das hatte wohl in den übelsten Albträumen keiner gedacht - macht nichts - es könnte tatsächlich noch schlimmer kommen.

Und - auch bei den Investitionen lauern noch Überraschungen, die eigentlich keine sind. Im U-Turm sind noch grosse Bereiche gar nicht fertig gestellt und der Aussenbereich muss noch hergestellt werden. Das wird den Kostenticker von derzeit ca 103 Millionen noch weiter nach oben treiben.

Das angesichts der desolaten Haushaltssituation der Stadt Dortmund und der vielen sich auftuenden Bedarfe aus "geschobenen" Versäumnissen und der sozialen Schieflage der Stadt ist eine kaum zu beschreibende und eigentlich nicht zu benenende Schande der politisch und verwaltungstechnisch Verantwortlichen. Das "U" steht für viele mittlerweile für: Unmöglich, ungeheuerlich, unsäglich, unsagbar teuer, unsozial und ungebührlich.

Wundert es, dass die "Nazis" das Thema "U" auch schon entdeckt haben und mit ihrer Kritik auf Zustimmung stossen?

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