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Drama um Auftrittsverbot für Hunde im Dortmunder Theater

05.01.2013 | 08:45 Uhr
Im Tierschutzgesetz ist das gewerbliche Zurschaustellen von Tieren untersagt.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Im Dortmunder Theater sollten zwei Hunde in einer Operette auftreten. Doch das hat sich nun wohl erledigt, denn Tierschützer protestieren. Die Rechtslage ist auf ihrer Seite. Das ist aber nicht der einzige Grund für den Protest - auch ein Amtsantritt in der Vergangenheit spielt eine Rolle.

Viele Hunde sind des Hasen Tod, heißt es. In diesem Fall reichten zwei Bellos aus, um der künstlerischen Freiheit von Regisseurin Ricarda Regina Ludigkeit Grenzen zu setzen. Das Casting für die vierbeinigen Mitwirkenden bei „Die Csárdásfürstin“ am Samstag ist ersatzlos gestrichen. Ebenso wie der Auftritt zweier Fiffis bei der Operette.

Des Pudels Kern: Ein Verbot

Es war eine kleine, unscheinbare Meldung: Das Theater Dortmund suchte zwei bislang unentdeckte tierische Talente für eine kleine Nebenrolle in dem musikalischen Dreiakter. Und bei diesem Thema, auch wenn der Vergleich ein wenig hinkt, gingen Kritiker ab wie Schmidts Katze. Allen voran die Vorsitzende des Tierschutzvereins Groß-Dortmund, Erika Scheffer. Paragraf 11, Absatz 3. Mehr brauchte sie den Verantwortlichen nicht entgegenzuschmettern, schon nickte auch Amtsveterinär Dr. Wurm: Im Tierschutzgesetz ist das gewerbliche Zurschaustellen von Tieren geregelt – beziehungsweise untersagt.

Der Einsatz privater Hunde auf der Theaterbühne sei nicht genehmigungsfähig, so das städtische Urteil. Das Pressesprecher Dr. Olaf Roth (Oper) ein bisschen wie einen begossenen Pudel zurückließ. Denn die Operetten-Regisseurin sei mehr oder minder zufällig auf den Hund gekommen. „Das ist nicht das zentrale Thema der Aufführung“. Tatsächlich eher eine winzige Szene: „Die Hunde sollten einmal von links nach rechts an der Leine über die Bühne gehen“.

Theaterhunde vor die Tür gejagt

Keine große Sache also. Für Erika Scheffer trotzdem ein dicker Hund. Und wer nachfragt, erfährt auch, wo dieser Hund tatsächlich begraben liegt. Beim Amtsantritt von Geschäftsführerin Bettina Pesch nämlich. Die hatte das Theater zur hundefreien Zone erklärt und alle Theaterhunde vor die Tür gejagt – egal, ob es sich um den Mops des Ballettchefs oder den Vierbeiner anderer Mitarbeiter gehandelt hatte. Hunde halt, ein knappes Dutzend, die wegen der unregelmäßigen Arbeitszeiten ihrer Herr- und Frauchen quasi zum Personal gehört hatten. Wer A sagt also muss auch B sagen, zeigten die Tierschützer dem Theater deshalb jetzt die lange Nase, gestützt auf geltendes Recht.

Mit Navigationsgerät wäre das nicht passiert... „Tom Tom“ ist ein Herzensbrecher mit Filmerfahrung, ein Georg Clooney auf vier Pfoten sozusagen. Er und seine Kumpels Ben und Pepper an der Leine der Dortmunder Tiertrainerin Claudia Neumann hätten die Szene retten können. Wobei auch sie sagt: „Es kommt auf den Hund an. Und auf die Aufgabe. Nicht jeder Hund ist allem gewachsen“. Sie hat in ihrer Kartei unzählige Vierbeiner, die Talent haben. Ben beispielsweise ist ein rekordverdächtiger Entfesselungskünstler. Was wir nicht wissen: ob einer von den vielen singen kann...

Filmreife Hunde

Anja Schröder

Kommentare
05.01.2013
14:31
Da scheint jemand die Gesetze nicht genau gelesen zu haben...
von Kavango | #9

... denn wer Tiere gewerblich nutzen möchte, bedarf lediglich einer einfachen Genehmigung, der lediglich ein Nachweis der Sachkunde vorausgehen...
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Drama um Auftrittsverbot für Hunde im Dortmunder Theater
Drama um Auftrittsverbot für Hunde im Dortmunder Theater
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http://www.derwesten.de/nrz/staedte/dortmund/tierische-nebenrollen-gestrichen-id7447771.html
2013-01-05 08:45
Dortmund,Operette,Hunde,Kunst,Theater Dortmund,Tierschutzgesetz
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