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Gaudium

Vorgeschmack mit Feuerschlucker

20.05.2012 | 17:20 Uhr
Vorgeschmack mit Feuerschlucker
Beim Mittelalter-Spektakel in Dortmund ging es am Wochenende feurig zu.Foto: WR

Mengede. Wer sich das Mittelalter finster und düster vorstellt, hat Detlef Huß noch nicht kennen gelernt. Seit fünf Jahren organisiert der Mengeder gemeinsam mit seiner Frau Erika Wiedemann-Huß das Gaudium – ein jährliches Spektakel im Volksgarten, das einem mittelalterlichen Markt mit Händlern und Handwerkerständen nachempfunden ist. Und obwohl das Ehepaar ein ganzes Jahr hart arbeitet, um die Veranstaltung auf die Beine zu stellen, können beide noch lächeln. Finstere oder düstere Minen sehen anders aus.

Das Ehepaar hat auch allen Grund zur Freude. Denn in zwei Wochen – vom 7. bis 10. Juni – ist es wieder so weit: Rund 500 Mitwirkende lassen an diesen vier Tagen im Volksgarten die lange vergangenen Epochen lebendig werden. Einen Vorgeschmack haben die Besucher des Mengeder Wochenmarkts am vergangenen Samstag bekommen: Etwa 30 Gaudium-Teilnehmer in mittelalterlichen Kostümen bevölkern den Markt. Sie musizieren auf alten Instrumenten, gaukeln oder speien Feuer, während sie durch die Gassen zwischen Obst- und Gemüseständen ziehen.

 In 14 Tagen werden es im Volksgarten ungleich mehr sein. „Einige der Teilnehmer leben die ganze Zeit auf dem Platz“, erklärt Organisator Huß. „Andere pendeln jeden Tag, um den zahlreichen Besuchern die Zeit des Mittelalters schmackhaft zu machen.“ Längst ist das Mengeder Gaudium – eine Veranstaltung des Stadtbezirksmarketings – weit über die Stadtgrenzen hinaus nicht nur als Kunsthandwerkermarkt, sondern auch als kulinarischer Treffpunkt für mittelalterlich-exotische Köstlichkeiten bekannt. Darauf ist Detlef Huß stolz: „Wir bilden das achte bis 14. Jahrhundert ab“, sagt er. „Jeden Tag werden sechs bis sieben unterschiedliche Epochen vorgestellt.“ Das Publikum kann etwa die original Dortmunder Stadtwache von 1388 bestaunen. Auch Kelten (um 800) oder Schotten (900 bis 1100) bevölkern den Volksgarten, der in diesem Jahr sein hundertstes Jubiläum feiert.

Dagegen zählt das Gaudium erst fünf Jahre. Doch Armbrustschießen, das germanische Kultzelt, ein Badehaus, Ritterkämpfe und Bogenschießen werden auch beim fünften Mal das Publikum wieder in den Bann ziehen. Auch Danny Gläser und sein Feuerschlucker-Team ist wieder mit von der Partie. „Wir machen das seit ungefähr vier Jahren“, weiß seine Frau Inga. Eine Kostprobe ihres Könnens haben Gläser und sein Partner Marius Lausch schon am vergangen Samstag gegeben. Und die Wochenmarktbesucher staunen nicht schlecht.

„Jeden Abend gibt es eine Feuershow“, erklärt Detlef Huß. Eine besondere Attraktion sei das Höhenfeuerwerk am Samstag, 9. Juni, ab 22 Uhr. „Auch an die Jüngsten haben wir gedacht“, freut sich der Organisator. Filzen, Kerzenziehen, Töpfern und vieles mehr werden bei den Kleinen wieder für Kurzweil sorgen.

 

Von Sebastian Schulte



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