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Mengeder Volksgarten

Seltenes Bild vom Park aufgetaucht

14.06.2012 | 17:32 Uhr
Seltenes Bild vom Park aufgetaucht
Eine adrett gekleidete Familie beim Spaziergang im Mengeder Volksgarten um 1912. Foto: privat

Mengede. Der Mengeder Volksgarten feiert in diesem Jahr sein 100. Bestehen. In den Tiefen des Foto-Archivs der Emschergenossenschaft ist nun ein seltenes Bild aufgetaucht. Die Aufnahme zeigt den Mengeder Volksgarten. Genauer: Eine Familie beim Ausflug im 1912 entstandenen Volkspark.

„Das Foto“, klärte Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft auf, „hat uns vor vielen Jahren der Dortmunder Heimatforscher Franz-Heinrich Veuhoff zur Verfügung gestellt.“ Auf dem undatierten Bild ist eine recht adrett gekleidete Familie zu erkennen, offenbar beim Sonntagnachmittagsspaziergang im Volksgarten. Zu sehen sind eine kleine Brücke – und ein Fluss: die noch unregulierte Emscher. „Die damals zweifelhafte Wasserqualität“, vermutet Abawi, „schien niemanden zu stören, denn entspannt sitzen die Kinder an den Ufern des Flusses.“

Die Vergangenheit

In Mengede hatte die Erholung in Emschernähe offenbar bereits in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts Tradition, so dass die Gemeindevertretung von Mengede 1912 Wiesen und Wald entlang der Emscher für einen Volksgarten ankaufte.

Nur zehn Jahre zuvor hatte das Amt Mengede einen Aufenthalt an der Emscher noch als Zumutung angesehen und es gar für unmöglich gehalten, in den am Fluss liegenden Häusern Fenster und Türen offen zu lassen. Die Verlegung und der Ausbau der Emscher verbesserten die Situation, ein geruchsfreier Spaziergang im Volksgarten blieb jedoch vorerst ein seltenes Ereignis.

Zumindest der Redakteur eines Berichts im Mengeder Lokal-Anzeiger ließ sich seine Freude an der Natur durch die Emscher nicht trüben. Begeistert beschreibt er im Mai 1931 den Frühling im Park mit den Worten „Die freiwaltende Natur hat hier ein Paradies geschaffen. Kommt und genießt, ruft sie uns zu, wandert unter Blüten und vergesst die Sorgen des Alltags.“

Die Zukunft

Dass die Emscher in Mengede schon bald völlig geruchsfrei zu genießen sein werde, daran arbeite die Emschergenossenschaft derzeit mit Hochdruck, sagt Sprecher Ilias Abawi. Im Rahmen des Emscher-Umbaus, der ökologischen Verbesserung der aktuell noch bestehenden „Köttelbecke“ entstehe derzeit ein unterirdischer Abwasserkanal, der ab 2017 das Schmutzwasser unter die Erde verbanne. Abawi: „Die Emscher wäre dann abwasserfrei. Der klassische Geruch würde endgültig der Vergangenheit angehören.“

njacobs

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