Nächtliche Trinkgelage am Hellweg
13.06.2012 | 17:55 Uhr 2012-06-13T17:55:00+0200
Dortmund. Jugendliche treffen sich nachts und hinterlassen Müll und Scherben. Noch haben Gemeinden und Polizei das Problem nicht gelöst – aber zumindest verbessert: „Ein Licht am Horizonz“ ist schon zu sehen.
Müllberge, Glasscherben, Ruhestörung und Sachbeschädigung – im Sommer 2011 schlug Pfarrer Ulf Schlüter Alarm. Sogar eine Belohnung von 100 Euro setzte die Evangelische Gemeinde für sachdienliche Hinweise aus, um der nächtlichen Trinkgelage im Bereich der Luther-Kirche Herr zu werden. Ein Jahr später fällt die Bilanz durchwachsen aus.
Nein, das Geld habe sich niemand durch Hinweise verdient. „Damit habe ich allerdings auch nicht ernsthaft gerechnet“, räumt Schlüter ein. Dennoch sieht der Geistliche Licht am Horizont. Rein gefühlsmäßig sei die Situation etwas besser geworden. „Wir hatten ein paar Wochen, in denen es etwas ruhiger war, etwa im Mai.“ Ein Ort der Ruhe sei der Bereich am Asselner Hellweg indes nicht geworden. Und so spricht Schlüter denn auch von einem Gewöhnungseffekt, der bei den Anwohnern in gewissem Maße eingesetzt haben könnte.
Denn es gibt sie nach wie vor, die Spontanzusammenkünfte von 30 bis 40 jungen Leuten, speziell am Wochenende. Geblieben sind dementsprechend unliebsame Nebenprodukte wie Müll und Glasscherben. „Das hat man immer wieder“, sagt Pfarrer Schlüter.
Gesamtproblematik reduziert
Für „nicht endgültig gelöst“ hält auch die Polizei das Problem der nächtlichen Versammlungen. Allerdings sei es im Laufe der Jahre gelungen, die „Gesamtproblematik deutlich zu reduzieren“, so ein Polizeisprecher gegenüber unserer Zeitung. Eine enge Kooperation mit dem Ordnungsamt, gezielte Ansprachen durch Jugendkontaktbeamte oder auch Platzverweise hätten Erfolge gezeitigt. Sollte in den Sommermonaten wieder eine Ausweitung des Problems feststellbar sein, könne man erneut verstärkt zu diesen Mitteln greifen.
Keinen Grund zur Entwarnung sieht derweil Rocco Macchia. Die Situation sei noch immer „ganz schlimm“, sagt der Inhaber des „Da Rocco“ am Asselner Hellweg. Die Jugendlichen würden mitunter randalieren, so sei etwa seine Terrassenbegrenzung aus Glas demoliert worden. Auf 3000 bis 4000 Euro schätzt der Restaurantinhaber seinen Schaden. „Vor allem weibliche Gäste haben mittlerweile Angst, nach draußen zu gehen“, erzählt Macchia. Und auch von anderer Stelle droht der Pizzeria Ungemach: Seine Versicherung, sagt Macchia, denke über eine Kündigung nach, sollte es zu weiteren kostspieligen Vorfällen kommen.
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