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Musikalische Spottdrosseln

02.07.2012 | 18:16 Uhr
Musikalische Spottdrosseln

Sie kommen als musikalische Spottdrosseln daher: Mia Mittelkötter und Herr Fröhlich – bei der Premiere im Spiegelzelt

„Wenn den Deutschen schon das Wasser bis zum Hals steht, sollen sie daraus wenigstens Musik machen“, legt Lioba Albus dem Volk einen Untergang nach Noten ans Herz. Dass Gene Kellys berühmtes „Singing in the rain“ durchaus auch als Gurgelmusik im Zahnputzbecher schlummert? Beweist die Albus bei ihrer Premiere am Wochenende.

Überhaupt: Zusammen mit „dem einzigen Mitglied der Glaubensgemeinschaft der freiwillig fröhlichen Deutschen“, einem Mann, der dieses Prädikat schon im Namen trägt, wird die Kombination eine sehr musikalische.

Der Herr mit dem positiven Künstlernamen nämlich spielt auch die Arschgeige (ein sehr einsaitiges Instrument) und mit ein bisschen Glück darauf die Nationalhymne. Er bildet allein ein ganzes Gläserstreichorchester, nimmt die Tonleiter wörtlich.

Diesmal treten die beiden im Spiegelzelt unterm U auf, wobei man den Herrn Fröhlich durchaus auch mal unter einem alten Teppich und mit Tetrapak-Panflöte in den Fußgängerzonen finden könne... „Das ist einfach eine Kombi, bei der es gefunkt hat“, lacht Lioba Albus. Letzten Sommer, beim ersten mehr zufälligen Zusammenspiel. Fürs „RuhrHochdeutsch“ haben sie eine Nummer daraus gemacht.

Eine, in der Arno Margraf auch Lioba Albus Stimmbänder wieder kitzelt. Als Mia Mittelkötter singt sie einen Bossanova auf Mario Gomez und verschmähte Liebe („Die wollen nur spielen. Die tun nix.“).

Die Spottdrossel des Kabaretts hat mehr auf Lager. Unter anderem einen neuen Sponsor, der das „U“ schmieren könnte. „Nivea nämlich. Dann würde daraus endlich Niveau...“

Humorige (Fliegen-) Klatschen

So redet sie, frei von der Leber weg, auch ohne Bühne. Sinniert über die deutsche Heldendämmerung, in der selbst Thommy Fernseh-Gott das Göttliche aus dem Namen streicht.

„Übrig bleibt Schalk. Jetzt noch ein „e“...“ – dann hätten wir zumindest in Dortmund die fußballerische Katastrophe...

Herr Fröhlich, von Beruf angeblich Fliegenklatschenvertreter, verteilt die humorigen Klatschen immer unterm stets präsenten Deckmäntelchen der Schüchternheit. Dabei, schießt Lioba Albus Lorbeeren vor, sei er kaum zu übertreffen in Akrobatik und Alltagspoesie. Dass er im wahren (?) Leben einem Heilberuf nachgeht?

Passt. Lachen schließlich ist die beste Medizin. Und das Premieren-Programm gibt’s rezeptfrei...

„Erlachet – Sie auch“ – neues Programm mit Lioba Albus und Arno Margraf alias Mia Mittelkötter und Herr Fröhlich.

Premiere im Rahmen des Festivals RuhrHochdeutsch im Spiegelzelt am U: Freitag, 6., Samstag, 7. Juli, 20 Uhr; 19 €.


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