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Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal

12.11.2012 | 22:17 Uhr
Trainer Jürgen Klopp traf Jens im Dezember 2011 bei einem Besuch der BVB-Mannschaft in der Kinderklinik.Foto: dapd

Dortmund.   Die Eltern eines verstorbenen Neunjährigen dürfen für ihr Kind keinen Grabstein mit BVB-Logo aufstellen. Dies war der Wunsch des Jungen, der im Mai an einem Hirntumor gestorben ist. Die Kirche fand die Gestaltung des Grabsteins jedoch "unchristlich".

Das tragische Schicksal des kleinen Jens Pascal aus Dortmund, der mit neun Jahren im Mai an einem Hirntumor gestorben ist, bewegt zigtausende Menschen in ganz Deutschland. Denn: Die Dortmunder Kirchengemeinde, in der Jens Pascal lebte und wo er beerdigt wurde, verweigert den Eltern, ihrem Sohn den letzten Wunsch zu erfüllen: einen Grabstein mit BVB-Logo darauf.

„Mami, wenn ich gestorben bin, dann will ich einen Grabstein mit BVB-Logo haben“ – diese Worte flüsterte Jens Pascal seinen Eltern Andreas und Nicole ins Ohr. Die Worte rührten sie zu Tränen, aber sie versprachen ihrem todkranken Kind, diesen Wunsch zu erfüllen. Denn sie wussten, wie ihr kleiner Junge für den BVB glühte, wie er ein riesiger Fan der Fußballer um Trainer Jürgen Klopp war. Dass aber ausgerechnet die Dortmunder Bodelschwingh-Kirchengemeinde für ein unwürdiges Drama nach dem Tod ihres Kindes sorgen könnten, hätten sich die Eltern damals niemals vorgestellt.

Diagnose: Hirntumor

Pro & Contra
Grabstein mit BVB-Logo - darf so etwas sein?

Der neunjährige Jens Pascal wünschte sich vor seinem Tod einen Grabstein mit BVB-Logo. Die Kirchengemeinde versagte den Eltern die Aufstellung, erst auf Vermittlung unserer Westfälischen Rundschau wurde ein Kompromiss gefunden. Verhält sich die Kirche richtig? Oder fragwürdig? Ein Pro und Contra.

„Jens Pascal war immer so ein fröhliches Kind“, schildert eine Bekannte der Familie. Bis zu jenem Tag im Oktober. „Ich hatte ihn vom Fußball abgeholt“, erzählt sein Vater Andreas Flamme (44). „Plötzlich hatte er so einen Linksdrall, kam immer vom Weg ab.“ Am nächsten Tag fuhr er mit Jens Pascal zum Kinderarzt, dann ins Krankenhaus, und dort gab es die niederschmetternde Diagnose: Ein bösartiger Hirntumor. „Bei mir ist alles zusammengebrochen“, schildert sein Vater.

Kirche
Mehr Nächstenliebe, bitte!

Christlich, das bedeutet Güte und Vergebung und Barmherzigkeit. Lieber Kirchenvorstand: Wie viel an Eurer Entscheidung ist eigentlich typisch deutsch und wie viel ist christlich?

Mit Chemotherapie und Bestrahlungen versuchten die Ärzte in der Dortmunder Kinderklinik, den Tumor zu bekämpfen. Zwischenzeitlich ging es mit dem kleinen Patienten wieder bergauf. Dazu hatte auch zu Weihnachten der Besuch der BVB-Mannschaft auf der Kinderstation beigetragen. Jürgen Klopp und seine Fußballer ließen sich mit Jens Pascal fotografieren – „das hat ihn unheimlich stolz gemacht“, erinnert sich sein Vater. „Und als Roman Weidenfeller ihm versprach, bei der Beschaffung weiterer Autogramme für sein Trikot zu helfen, war er unheimlich glücklich.“

Doch dann, an den Osterfeiertagen, wurde es wieder schlimmer . „Man konnte sehen, wie es ihm von Tag zu Tag schlechter ging“, sagt sein Vater. Erst konnte Jens Pascal nicht mehr laufen. Dann fiel ihm das Sprechen schwer, dann konnte er kaum noch atmen. Am 15. Mai, zwei Wochen vor seinem zehnten Geburtstag, verlor Jens Pascal seinen Kampf gegen den Krebstod.

  1. Seite 1: Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal
    Seite 2: Vermittlungstreffen zwischen Eltern und Kirche

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Kommentare
15.11.2012
00:30
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Name von Moderation entfernt | #135

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14.11.2012
10:14
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Name von Moderation entfernt | #134

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13.11.2012
20:33
Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal
von viaclara | #133

Leute, merkt ihr es nicht? De Chefkommentator will mit seiner rührseligen Geschichte unter dem verbalen Mäntelchen der "Nächstenliebe", aber ohne echte Rücksicht auf die Trauer der Familie des Jungen seine tief sitzenden Ressentiments gegen die katholische Kirche mal wieder loswerden.

13.11.2012
19:06
Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal
von JulieBergmann | #132

Ich kann Herrn Reitz nur zustimmen. Wenn ich alles das beobachte, was im Verlaufe meines Lebens von der Heiligen Katholischen Kirche alles getan, nicht getan, verurteilt, geleugnet und versteckt, sehr widerspenstig zugestanden und dann letztendlich doch wieder im ureigenen, selbst beweihräuchernden Interesse als lokale, oder temporäre Probleme abgetan wurden - wer alles ausgeschlossen bzw verstoßen wurde und wer alles geduldet und wer "heimgeholt" wurde....
Mensch - bewahrt das Angedenken dieses Kindes in Sinne seines eigenen letzten Wunsches.
Dann betten ihn woanders in GOTTES ERDE und nicht auf diesem diesem "unheiligen" katholischen Gesetzesacker !!!

Werter herr Reitz - verfolgen Sie bitte die weitere Entwicklung und halten Sie ihre Leser auf dem Laufenden!

13.11.2012
18:24
Marubeni | #130
von peerkeinstueck | #131

Welche Länder meinen Sie denn, in denen auf einem katholischen (!) Friedhof solche Grabsteine problemlos aufgestellt werden dürfen?

Wie man jetzt lesen kann, ist es zu einer Einigung gekommen. Da ist die kath. Kirche jetzt zweimal über ihren Schatten gesprungen, zunächst, indem sie den ungetauften Sohn von Nicht-Kirchenmitgliedern auf ihrem Friedhof aufgenommen hat und jetzt mit einem Kompromiss bzgl des Grabsteins.
Das wird die Beschimpfungen seitens der Kirchenhasser aber nicht stoppen.

2 Antworten
AW: Marubeni | #130
von Marubeni | #131-1

Wie wäre es mal mit "selbst recherchieren" anstatt so zu argumentieren, dem wäre nicht so? Es gibt in anderen Ländern Beispiele genug, sogar auf katholischen Friedhöfen. Muss ich deswegen jetzt jeden ans Händchen nehmen und zeigen, wo man hingehen muss? Sonst wird einem immer "Google" an den Kopf geworfen, außer bei den Gelegenheiten, wenn man selbst suchen müsste.

Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal
von peerkeinstueck | #131-2

Es ist normalerweise so, dass der, der eine Behauptung aufstellt, diese irgendwie belegen sollte, vielleicht wenigstens ein Beispiel nennen.

Dass meine einfache Rückfrage jetzt nur eine so polemische Antwort provoziert, spricht nicht für Ihre Argumentation.

Überschäten SIe Ihre Bedeutung nicht ein wenig, wenn jetzt alle Leser Ihres Kommentars die Richtigkeit Ihrer Behauptungen durch googeln überprüfen sollen?

13.11.2012
18:09
Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal
von Marubeni | #130

Denkwürdig ist, dass in den meisten Ländern der Erde weitaus tolerantere Regelungen gelten, welche Särge oder Grabsteine erlaubt ist. Will deswegen irgend jemand behaupten, dort wäre man weniger christlich, weniger fest im Glauben? Will allen Ernstes jemand behaupten, nur hierzulande wäre der wahre Glauben und die wahre Nächstenliebe vorhanden, nur weil in typisch deutscher Manier auf inzwischen längst überholte Regelungen gepocht wird, die der Zeit absolut nicht mehr entsprechen? Ja, auch die Kirche hat den Zeitgeist zu berücksichtigen, wenn sie nicht irgendwann als vollkommen rückständig und weltfremd angesehen werden möchte. Immerhin wurden sogar die Bibel und das "Vater unser" über die Jahrhunderte gelegentlich abgeändert und der Zeit angepasst. Stures Beharren auf veraltete Regelungen zeigt keineswegs, dass man dadurch mehr glaubt oder den Nächsten mehr liebt. Die Vergangenheit hat uns doch immer wieder gezeigt, dass gerade dann meist die Heuchler und Pharisäer am Werk waren.

13.11.2012
18:04
Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal
von Riffralf | #129

Vermutlich würde man in diesem Fall sogar auf dem Schalker Fanfriedhof eine Ausnahme machen und ein BVB Logo zulassen und auch in Ehren halten, von christlichen Friedhofsverwaltungen darf man eine solche Toleranz aber wohl nicht erwarten, es wird Zeit, dass das deutsche Bestattungswesen von Grund auf liberalisiert wird und nicht nur als Einkommensquelle für die Kommunen herhalten darf.

13.11.2012
16:03
Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal
von ulk-haspe | #128

Auf dem Grab eines toten Soldaten, der der CHRISTLICHEN Bundeswehr angehört hat, kann sicherlich ein Panzer oder Gewehr als Symbol auf dem Grabstein stehen. Schließlich werden Soldaten von der Kirche gesegnet.

Der BVB kann vielleicht erreichen, dass auch der Verein und die Spieler von der Kirche gesegnet werden. Danach kann dann auch ein gesegnetes Symbol auf dem Grabstein stehen.

Übrigens:
Segelschiffe etc. auf Grabsteinen sind erlaubt (auch ungesegnete).

1 Antwort
Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal
von scouti | #128-1

Es geht wohl eher um den "Grabstein" (also hier die Säule mit der Kugel (Fußball)) selber, als um dass was auf einem Grabmal geschrieben oder gezeichnet ist bzw. sein könnte.

13.11.2012
16:03
Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal
von DerBiker72 | #127

Hier steht die Kirche über Menschlichkeit. Mich wundert das nicht wirklich, hab als Kind genug Erfahrungen mit dem Glaubensclub gehabt, dass mich das hier nicht wirklich wundert. Wasser predigen und Wein saufen. Amen!

1 Antwort
Aus der Kirche austreten, in Fußballclub eintreten
von metzelkater | #127-1

Wenn man diese unglaubliche Herzlosigkeit und Sturheit der Kirche nicht mehr länger unterstützen will, gibt es nur einen Weg: Die Abstimmung mit den Füßen, die einen zum Amtsgericht tragen, wo man seinen Kirchenaustritt erklären kann. Mit dem gesparten Geld für die Kirchensteuer kann man dann auch gleich bei seiner "Echten Liebe" Mitglied werden, ganz unabhängig von den Vereinsfarben.

Der Junge war übrigens laut Presseberichten nicht getauft, ich gehe davon aus, das der Pfarrei dieses Detail sicher bekannt war. Ich kann nur hoffen, das man hier mal ein wenig Toleranz zeigt und den Grabstein des Jungen nicht nachträglich "Zwangs-Christianisiert".

13.11.2012
15:50
Kirche verbietet BVB-Grabstein für verstorbenen Jens Pascal
von MeidericherJung | #126

Sehr traurige Geschichte, mein Beileid.
Vielleicht sollte man in betimmten Fällen wie diesen eine Ausnahme machen.
Klar wird nun argumentiert, dass dann jeder ein Emblem seines Vereins oder sonstige Symbole auf seinen Grabstein haben möchte.
Ich finde aber, dass es in diesem Fall eine Ausnahme wert wäre.
Die Kirche hat schon genug mit den ganzen Austritten zu tun. Das wäre wahre Größe.

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