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Amtsgericht

Gast räumte Kasse der Spielhalle aus

15.08.2012 | 07:07 Uhr
Gast räumte Kasse der Spielhalle aus

Dortmund.   Wegen Diebstahls verurteilte Amtsrichter Tim Borgers einen Frührentner zu einer Bewährungsstrafe von drei Monaten. Er hatte unter anderem die Kasse einer Spielhalle ausgeräumt und so 1166 Euro erbeutet. Zuvor hatte er die Angestellte ausgetrickst: „Auf der Toilette ist ein Wasserschaden, gucken Sie mal nach“

Mit einem miesen Trick hat ein Gast in einer Spielhalle in der Innenstadt erreicht, dass die Angestellte aus dem Raum ging und er ungesehen die Kasse mit 1166 Euro leeren konnte: Der Frührentner behauptete am Abend des 14. September 2011 einfach, auf der Toilette gäbe es einen Wasserschaden.

Wegen Diebstahls verurteilte Amtsrichter Tim Borgers den 58-Jährigen gestern zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten mit Bewährung. Dieses Strafmaß berücksichtigt auch einen zweiten Diebstahl, den der 58-Jährige vor etwa zwei Monaten, am 6. Juni 2012, begangen hatte: Da packte er bei „Rewe“ in der Thier-Galerie seine Sporttasche mit Lebensmitteln im Wert von 69 Euro voll.

Seit Jahren wegen Depressionen in Behandlung

„Das war ganz spontan, ich wollte eine Kleinigkeit einkaufen, dann ist das einfach passiert“, erzählt der Frührentner und kämpft mit den Tränen. „Mir ist das alles so so peinlich.“ Seit nunmehr sechs Jahren ist er wegen Depressionen in Behandlung. „Als ich arbeitsunfähig wurde, hatte ich gar keine Struktur mehr in meinem Tag.“ Und da begann er unter anderem, Spielhallen zu besuchen...

Während der Vertreter der Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe in Höhe von 2200 Euro gefordert hatte, verhängte das Gericht eine Bewährungsstrafe: „Das soll nicht heißen, dass ich Sie härter bestrafen will. Aber ich befürchte, dass Sie eine weitere Geldstrafe nicht zahlen können. Außerdem steht Ihnen jetzt ein Bewährungshelfer zur Seite und hilft Ihnen, den Alltag zu bewältigen“, erklärte Amtsrichter Tim Borgers.

Angestellte muss für den Schaden aufkommen

Gegen Ende des Prozesses hatte sich der Angeklagte auch bei der Spielhallenaufsicht entschuldigt. Doch die damals gemein hereingelegte Frau reagierte kühl. „Ich zahle dafür immer noch.“

Kathrin Melliwa

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