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Decke an der TU Dortmund nach Starkregen eingestürzt

05.07.2012 | 13:37 Uhr
Wassereinbruch im Gebäudeteil ef50 an der TU Dortmund. Foto: Tobias Weichert

Dortmund.   Heftige Regenschauer aus dem Nichts: Das Unwetter, das am Mittag über das Ruhrgebiet zog, hat auch in Dortmund Spuren hinterlassen. Unter anderem ist an der TU eine Zwischendecke eingebrochen — das Gebäude wurde evakuiert.

Das heftige Unwetter mit Starkregen, das zwischen etwa 12 und 13 Uhr über Dortmund zog, hat in der Stadt Spuren hinterlassen. Unter anderem ist im Gebäudeteil ef50 an der TU eine Zwischendecke eingesackt. In Strömen hat der Regen die darunterliegenden Räume überflutet. Ursache war offenbar ein geplatztes Regenrohr: Das Wasser lief in die Decke, die Bauteile hielten dem hohen Druck nicht stand. Das Gebäude wurde evakuiert und von der Feuerwehr großräumig abgesperrt. Die Helfer pumpten den Keller leer und errichteten eine Sandsack-Barriere, um die Stromversorgung zu schützen.

Alle Veranstaltungen im betroffenen Gebäude sind abgesagt, Seminare und Vorlesungen ebenso wie die "Nacht der Beratung" für studierwillige Schüler. Wann das Gebäude wieder betreten werden kann, ist laut Feuerwehr fraglich. Statiker nehmen das Gebäude genau unter die Lupe.

Problematisch könnte es für die Studenten am Musikinstitut werden: Im betroffenen Kellerteil befinden sich sowohl einige Lagerräume mit Instrumenten als auch Übezellen. Ob E-Pianos, Klaviere und Co. in Mitleidenschaft gezogen wurden, steht bislang aber noch nicht fest, da die Mitarbeiter das Gebäude noch nicht betreten dürfen.

Decke an der TU eingestürzt

Lehramts-Student Tobias Weichert, 23, konnte den Wassereinbruch vor Ort beobachten. „Im ef50-Gebäude der TU Dortmund kommen aufgrund des Regens die Decken runter!“, schrieb er über seinen Twitter-Account @wavetimeinc und veröffentlichte ein Foto. Es zeigt, wie im Treppenhaus zwischen den Teilen B und C des Baus an der Emil-Figge-Straße 50 das Wasser von der Decke läuft und auf dem Boden steht. Kurz darauf sei die Decke hier heruntergekommen, berichtete Weichert im Gespräch mit der WAZ Mediengruppe. „Mittlerweile ist hier alles abgesperrt.“ Verletzt wurde offenbar niemand. Auch Anne Schwendt hat auf ihrem Twitter-Account @chezzagirl Bilder von der eingestürzten Decke gepostet.

Probleme bei der Evakuierung hatte allerdings ein Rollstuhlfahrer: Da durch die Überflutung die Aufzüge nicht benutzbar waren, mussten einige Studenten ihren Kommilitonen im Rolli die Treppe heruntertragen. Der Strom im Gebäude wurde komplett abgestellt.

Die Feuerwehr war in Dauerbereitschaft. Einsätze während des Unwetters: 38. Laut ersten Angaben der Feuerwehr sind mehrere Keller und Tiefgaragen vollgelaufen – schwerpunktmäßig in Dortmund-Dorstfeld. Die Retter rückten zu 10 Pumpeinsätzen aus. Zudem lösten Blitze 15 Brandmeldeanlagen aus. Ein Blitz schlug laut Feuerwehr in ein Einfamilienhaus am Alten Mühlenweg ein und richtete Schäden an. Das Haus ist derzeit nicht bewohnbar, weil der Kamin einsturzgefährdet ist. Zweimal mussten die Kameraden umgestürzte Bäume aus dem Weg räumen. Zwischenzeitig wurde auch „Stadtalarm“ ausgerufen – also auch die Freiwilligen Feuerwehren in den Stadtteilen in Alarmbereitschaft versetzt.

Einen Schockmoment gab es an der Wittener Straße: Dort war eine Tiefgarage vollgelaufen — der Feuerwehr musste davon ausgehen, dass eine Person im Wasser eingeschlossen war. Aber der Vorfall löste sich zum Glück in Wohlgefallen auf: Der Gesuchte meldete sich putzmunter bei den Einsatzkräften.  Einen Großeinsatz gab es dennoch.

Auch auf den Straßen sorgte der Regen für Probleme. Die Wassermassen konnten nicht abfließen, da die Gullys teilweise verstopft waren. Einige Buslinien rollten mit Verspätung über die Straßen. Auch hier gab es nach 14.30 Uhr langsam Entwarnung. Kurzzeitig gab es auch Probleme am Dortmunder Flughafen: Zwei Piloten entschieden sich, erst einmal Ehrenrunde über dem Flughafen zu drehen, bis sich die Gewitterwolken verzogen hatten. Die Maschinen aus Bukarest und Kiew waren mit 300 Menschen besetzt. Ab 14.30 Uhr entspannte sich die Lage.

Video
Wassereinbruch in der Dortmunder Universität

In einer Stunde fielen in Dortmund rund 45 Liter Wasser pro Quadratmeter, wie Rebekka Krampitz vom Wetterdienst Meteomedia mitteilte. Das sei wirklich viel: In einem normalen Monat fallen in Dortmund ihren Angaben nach 84 Liter pro Quadratmeter. Der heftige Regenschauer ist laut Krampitz auf ein besonderes Wetterphänomen zurückzuführen: Weil es in großer Höhe heute sehr wenig Wind gebe, könne es immer wieder zu relativ ortsfesten Gewittern kommen. Wohin diese Gewitter im Laufe des Tages noch ziehen, könne nicht vorhergesagt werden. Bis zum Abend müsse man sich in ganz NRW auf Gewitter und teilweise heftige Regenfälle einstellen.

Gerrit Dorn und Katrin Figge



Kommentare
08.07.2012
11:12
@#12 u. #13
von vaikl2 | #14

Große Flachdächer, wie hier das der alten PH, müssen anders entwässert werden als geneigte Dächer. Da wird der Abfluss nach Berechnung der stärksten Durchbiegung gesetzt, das hat also nix mit "Mode" zu tun.

Deshalb und weil das Regenwasser dann den kürzesten Weg nach unten nehmen muss, liegen Regenrohre in solchen Gebäuden meistens innen. Ein vorgeschriebener Notüberlauf für Regenmengen oberhalb der durchschnittlichen DIN-Bemessungs-Werte kann auch nur dann funktionieren, wenn die inneren Fallrohre den Druck halten können, was hier an einer Stelle im Treppen-/Aufzugstrakt wohl nicht der Fall war.

Problem ist nach wie vor, dass diese statistischen Bemessungswerte den realen Wassermassen bei Unwettern der letzten Jahre um zig Jahre hinterher hinken.

08.07.2012
10:22
Decke an der TU Dortmund nach Starkregen eingestürzt
von feder24 | #13

zu #12:
Außen liegende Regenrinnen- und Ablaufrohre sind nicht mehr in. Sind zwar irgendwie "selbstsicher", aber so was lernt kein Architekt!
Was soll es auch.
Hier fallen wieder Handwerkerrechnungen an, für die auch kein Gda ist, da nicht eingeplant

08.07.2012
02:07
Decke an der TU Dortmund nach Starkregen eingestürzt
von Vorstecher | #12

Wie peinlich, TU und die klugen Köpfe , wer kommt eigentlich auf die Idee , die Gully,s nicht zu reinigen, oder wird daran noch getüftelt , wie sich die Abläufe selbst reinigen.
Die guten alten Wasserspeiyer sollten doch ab einnem gewissen Level als Überlauf dienen.
Die sind natürich nicht vorhanden , da sie zu primitiv und technisch nicht in den Ramen passen.

06.07.2012
12:00
Decke an der TU Dortmund nach Starkregen eingestürzt
von drengler | #11

Sprach Bundespräsident Gauck noch am Vortag an der TU-Dortmund von "entschleunigter Wissenschaft", so konnte man am Folgetag schon die Auswirkungen von "lahmarschiger" und "fehlerhafter" Bausanierung an der TU erleben! Aber - so geht eben "Demokratie"!

05.07.2012
22:12
Decke an der TU Dortmund nach Starkregen eingestürzt
von Bottroperin | #10

Wassereinbruch in Laufwerk C. Sorry, alphabetische Inkontinenz eines Ex-Kömmelletohnen.

05.07.2012
16:12
#studiosus narf
von runningvalentino | #9

Heul doch :-)

05.07.2012
15:49
@narf | #1
von vaikl2 | #8

Is klar, marode - wo doch das alte PH-Gebäude 2007/2008 umfassend inkl. Aufzügen und Treppenhäusern saniert wurde.

Eher ist wohl zu vermuten, dass damals Irgendwer beim Regenrohr-Verlegen gepfuscht hat.

05.07.2012
15:06
Decke an der TU Dortmund nach Starkregen eingestürzt
von buschul | #7

Ich fürchte, dass wird nicht der einzige Schaden gewesen sein, den das Unwetter im Ruhrgebiet angerichtet hat.

05.07.2012
14:54
Decke an der TU Dortmund nach Starkregen eingestürzt
von Pit01 | #6

Hoffentlich war das kein Studiosus der TU, der die Zwischendeckenkonstruktion berechnet hat :)

05.07.2012
14:30
Decke an der TU Dortmund nach Starkregen eingestürzt
von Klubchef | #5

Vor 3 Jahren hatten wir hier schonmal so einen Regen, nur dauerte der 4h statt einer Stunde :)

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