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Suchtreport 2012

Bier, Tabletten, Glücksspiel - 40.000 Dortmunder sind süchtig

16.01.2013 | 18:03 Uhr
Fast 9000 Menschen in Dortmund sind süchtig nach Alkohol. Foto: imago stock&people

Dortmund.   In Dortmund hängen fast 9000 Menschen an der Flasche. 13.000 trinken zudem mehr als einen über den Durst. 10.000 Dortmunder schießen sich mit Medikamenten aus der Realität, 3400 frönen dem Glücksspiel, mehr als 4000 sind Online-abhängig. Der Suchtbericht 2012 klärt auf.

In Dortmund hängen an die 9000 Menschen an der Flasche; 13.000 trinken zudem mehr als einen über den Durst. 10.000 Dortmunder schießen sich mit Medikamenten aus der Realität, 3400 frönen dem Glücksspiel, gut 4000 sind Online-abhängig. Die Summe der Süchtigen in der Stadt summiert sich auf eine ernstzunehmende Zahl von geschätzt 40.000. Und auch das ist vermutlich die Spitze des Eisbergs.

Suchtbericht zeigt Hilfesystem auf

Diese Circa-Zahlen aus bundesweiten Studien hat das Gesundheitsamt dem aktuellen Suchtbericht 2012 vorgeschaltet. Der wiederum liefert nicht nur eindrucksvolle lokale Werte zur Suchtproblematik, sondern bildet die Entwicklung im Hilfesystem mit Daten von 2006 bis 2010 ab. „Daten für Taten“ – dem Bericht sollen weiter optimierte Maßnahmen folgen, so Birgit Zoerner, Dezernentin für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Allein 2010 hatte die Stadt Dortmund ihre Einrichtungen mit 3,1 Millionen Euro unterstützt.

Pro Jahr wurden im Schnitt 2851 Menschen beraten; 1330 davon mit einer Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit und 1521 drogenabhängige Menschen. Die Zahl der Menschen mit einer Glücksspielsucht, die den Weg in eine Beratungsstelle gefunden hatten, hat sich mehr als verdoppelt. Gibt es mehr Süchtige oder zieht das Hilfeangebot vermehrt Betroffene in die Beratung? Eine Frage, die letztlich nur offen bleiben kann. Allerdings sieht sich das Gesundheitsamt gut aufgestellt.

Trinkraum Dortmund eröffnet

So ist die Anzahl der Menschen in Substitutionsbehandlungen innerhalb von zehn Jahren (bis 2010) von 67 auf 1500 gestiegen; bei den niederschwelligen Hilfen ist die Zahl der Kontakte beachtlich: 400 Drogenkonsumenten täglich in den beiden Kontaktcafés, 400 Klienten in der Drogentherapeutischen Ambulanz pro Jahr; im Drogenkonsumraum stieg die Zahl der Konsumenten von 559 (2006) auf 712 (2010). Mit suchtpräventiven Angeboten werden jährlich zwischen 2000 und 5000 Menschen erreicht. Auch das Eigen-Engagement der Betroffenen steigt: Die Zahl der Selbsthilfegruppen ist von 65 auf 82 gestiegen.

Amphetamine, Hasch, Alkohol

Sorge macht der sorglose Umgang junger Menschen mit Drogen. „Sie bagatellisieren den Konsum von Hasch und Amphetaminen“ – eine gefährliche Mischung, die das gesundheitliche und gesellschaftliche Aus bedeuten kann. Dass sich immer öfter auch ganz junge Menschen mit Alkohol „abschießen“, notiert der Suchtbericht als besorgniserregend. Die Zahl der Jugendlichen mit Alkoholvergiftung, die stationär behandelt werden mussten, stieg von 227 (2006) auf 270 (2010). Bei den 10- bis 15-Jährigen sind es überdurchschnittlich viele Mädchen, die sich bis ins Koma saufen; bei den 15- bis 19-Jährigen übernehmen das junge Männer.

Anja Schröder

Kommentare
17.01.2013
15:03
Bier, Tabletten, Glücksspiel - 40.000 Dortmunder sind süchtig
von Juelicher | #8

"10.000 Dortmunder schießen sich mit Medikamenten aus der Realität"
Wie kann man einen solch unsachlichen Unfug formulieren?
Viele...
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2013-01-16 18:03
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