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16-Jährige findet eigenen Nacktfilm auf Facebook und Youtube

29.12.2012 | 08:45 Uhr
16-Jährige findet eigenen Nacktfilm auf Facebook und Youtube
Eine 16-Jährige hat ihren eigenen Nacktfilm im Internet entdeckt.Foto: ddp

Dortmund.   Böse Überraschung für eine 16-Jährige: Auf den Internet-Plattformen Facebook und Youtube entdeckte sie plötzlich ein Video mit Nacktaufnahmen von sich – dabei hatte sie den Streifen nur ihrem Freund persönlich zugeschickt. Vor dem Amtsgericht forderte sie nun 2000 Euro Schmerzensgeld.

Eine böse Überraschung erlebte eine 16-Jährige, die ihrem Freund (19) eine besondere Freude bereiten wollte: Sie schickte ihm einen Nackt-Film von sich – und sah den Streifen kurz darauf auf den Internet-Plattformen Facebook und Youtube. Nachbarn, Lehrer – das Video war für alle frei zugänglich.

Fluch und Segen der modernen Kommunikationsmittel. Welcher Schaden durch Gedankenlosigkeit eintreten kann, dadurch, dass man aus einer Laune heraus irgendeinem Impuls nachgibt, darüber konnte auch Amtsrichter Dr. Ulf Börstinghaus nur den Kopf schütteln. Er hatte jetzt über den Fall zu richten: Wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechtes verlangte das Mädchen 2000 Euro Schmerzensgeld.

„Absolut klar, dass die Aufnahmen nur für ihn gedacht waren“

Uneinigkeit herrschte darüber, auf wessen Veranlassung der Streifen gedreht wurde. Während die 16-Jährige behauptete, ihr mittlerweile Ex-Freund habe sie dazu gedrängt, will er selbst ganz überrascht gewesen sein, als er seinen Rechner hochfuhr und das Video entdeckte.

Wie dem auch sei: „Es war absolut klar, dass die Aufnahmen nur für ihn bestimmt waren“, erklärte Amtsrichter Dr. Ulf Börstinghaus. Da hilft es auch nichts, wenn der junge Mann behauptet, er habe den Film nicht etwa an Facebook und Youtube , sondern nur an einen Kumpel weitergeleitet. Und auch, dass jener Kumpel untergetaucht ist, entlastet ihn nicht: Er hätte die Aufnahmen einfach nicht weiterleiten dürfen.

PC wurde bereits einkassiert

Eine Strafe hat der 19-Jährige bereits kassiert: Die Erziehungsberechtigten des Mädchens hatten einst Strafanzeige gestellt, im Rahmen der Ermittlungen wurde ihm der PC abgeknöpft, er hat ihn auch nicht wiederbekommen. Dazu kamen 100 Euro Geldbuße, die im Strafverfahren fällig waren.

Noch tiefer greift er jetzt im Zivilprozess in die Tasche: Das Mädchen bekommt 500 Euro Schmerzensgeld, außerdem muss sich der Mann entschuldigen. Auch gab er eine „strafbewehrte Unterlassungserklärung“ ab: Falls so etwas noch einmal passiert, sind 1000 Euro Strafe fällig. Mit diesem zwischen den Parteien geschlossenen Vergleich ist nun der Rechtsstreit vom Tisch, das Video ist sowieso längst nicht mehr zu sehen. Fazit: Das Internet ist mit Vorsicht zu benutzen - sonst zahlen alle drauf.

Kathrin Melliwa

Kommentare
29.12.2012
17:34
Riffralf | #19
von schRuessler | #20

Und wenn der Freund ihren Liebesbrief am schwarzen Brett aufhängt, muss man der jungen Frau den Füller wegnehmen, oder was?

Es wird hier immer...
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2012-12-29 08:45
Facebook, YouTube, Internet, Gericht, Video
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