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Bürgen, betreuen, suchen, vermitteln

28.07.2010 | 18:46 Uhr
Bürgen, betreuen, suchen, vermitteln
Im Barbaraheim in Lehmkuhle hat die Suppenküche Kolüsch einen neuen Standort für die Wintermonate gefunden. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool

Bottrop. 501 Männer und Frauen suchten im vergangenen Jahr bei der Evangelischen Sozialberatung (ESB) Hilfe, weil ihnen Wohnungslosigkeit drohte oder andere Probleme über den Kopf wuchsen.

Dabei fällt ESB-Leiter Wolfgang Kutta der weiterhin starke Zuwachs an jungen Männern und Frauen auf: 106 der Ratsuchenden waren jünger als 26 Jahre. Knapp die Hälfte der Besucher lebt noch in der eigenen Wohnung, muss aber aufgrund von Mietrückständen oder Schulden damit rechnen, die Wohnung verlieren. Mehr als ein Drittel ist wohnungslos und lebt bei Angehörigen oder Freunden. Die restlichen Hilfesuchenden leben auf der Straße oder kommen unmittelbar aus Haftanstalten, Notunterkünften, Frauenhäusern oder leben in einfachen Pensionen.

Wie aus dem Jahresbericht 2009 hervorgeht, gewinnt die Beratungsarbeit der ESB zunehmend vorbeugenden Charakter. „Ziel unserer Arbeit bleibt es, Menschen erst gar nicht wohnungslos werden zu lassen, sondern existierenden Wohnraum zu sichern“, erklärt Kutta. Die ESB bürgt für ihre Mieter und betreut sie, sie sucht Wohnungen und tritt als Vermittler auf. Dabei helfen die guten Kontakte zur Bottroper Wohnungswirtschaft. Seit 1985 vermietet die ESB selbst Wohnungen, aktuell fünf an der Zahl. Die Bewohner zahlen Miete und können ihre Lebenssituation stabilisieren.

Großer Bedarf besteht bei den ESB-Klienten an Unterstützung beim Umgang mit Geld. 106 Männer und Frauen haben ihre Geldverwaltung in die Hände der ESB-Mitarbeiter gelegt, die ihr Konto verwalten und auf pünktliche Bezahlung von Miete und weitere Verpflichtungen achten. „Außerdem helfen wir bei der Schuldenregulierung und der Korrespondenz mit Gläubigern“, erläutert Kutta. Die Nachfrage nach der freiwilligen Geldverwaltung übersteigt die Möglichkeiten der ESB; daher müssten viele Anfragen abgelehnt werden.

Stark zugenommen hat nach Kuttas Schilderung der Anteil älterer ESB-Klienten, die auf pflegerische und haushaltsunterstützende Hilfen angewiesen sind. Seit 2009 führen zwei Mitarbeiterinnen bei körperlich stark Eingeschränkten Reinigungsarbeiten durch oder erledigen Einkäufe. Termine bei Ärzten und Behörden werden über die Beratungsstelle organisiert.

Seit dem Umzug der Suppenlüche Kolüsch 2007 aus dem Eigen hat sich dieses Projekt der Ev. Sozialberatung im Stadtteil Lehmkuhle eingerichtet. Die Zusammenarbeit mit dem Förderverein Barbaraheim, der das Pfarrheim betreut, habe sich gut eingespielt.

Redaktion



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