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Zahl der Anrufer bei QVC in Bochum geht zurück

14.12.2012 | 18:41 Uhr
Zahl der Anrufer bei QVC in Bochum geht zurück
Immer weniger Menschen rufen bei dem Teleshopping-Kanal QVC an. Viele Bestellungen laufen mittlerweile über das Internet.

Bochum.   Zehn Jahre ging’s stetig bergauf. Jetzt sieht sich QVC erstmals zum Personalabbau gezwungen. 90 befristete Verträge, die im Januar auslaufen, werden nicht verlängert. Damit streicht der TV-Verkaufssender in seinem Kundenzentrum in Querenburg jede zehnte Stelle.

Zwar meldete der amerikanische Teleshopping-Kanal (QVC steht für Quality, Value, Convenience: Qualität, Wert, Bequemlichkeit) 2011 in Deutschland mit 770 Millionen Euro den höchsten Nettoumsatz seiner Geschichte. Über 70.000 Bestellungen gehen täglich in den Kundenzentren in Bochum und Kassel ein. „Das Kundenverhalten hat sich aber geändert. Immer mehr Bestellungen erfolgen per Internet. Die Zahl der Anrufe ist rückläufig“, erklärt QVC-Sprecherin Irmgard Jarosch. Hinzu komme: Die Kunden seien sich ihrer Sache zunehmend sicher und kennen die Ware. „Der Bedarf an Beratungsgesprächen sinkt.“

Keine weiteren Einsparungen

Der Trend werde sich 2013 fortsetzen. Das Unternehmen müsse darauf reagieren und die Zahl seiner Call-Center-Agenten anpassen. Wessen Vertrag Anfang 2013 ausläuft, muss das Unternehmen verlassen. In Bochum verbleiben dann noch rund 800 Mitarbeiter.

70 Prozent der Belegschaft sind weiblich. Vom Stellenabbau betroffen sind laut QVC überwiegend Studenten und geringfügig Beschäftigte mit wöchentlich zehn Arbeitsstunden. „Gleichwohl verdienen viele Kollegen damit seit zwei Jahren ihren Lebensunterhalt“, betont Betriebsratsvorsitzender Jochen Siebert. Alle hätten sie damit gerechnet, dass sie nach Auslaufen der Frist weiterbeschäftigt werden. So war es fast immer.

Keine Personaleinsparungen geplant

Auf Anfrage der WAZ kritisiert Siebert den Arbeitsplatzabbau als „kurzsichtige Entscheidung“ und „Blick in die Glaskugel“. Zwar bestätigt er die Angaben des Unternehmens: Die Zahl der Anrufer sei 2011 um eine Million gesunken. „Das Kundenverhalten kann sich aber jederzeit wieder ändern, ohne dass dann ausreichend Personal zur Verfügung steht“, bemängelt Siebert. Als Konsequenz aus der aktuellen Entwicklung will der Betriebsrat vorerst keinen befristeten Einstellungen mehr zustimmen. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.“

In einem Punkt zeigen sich die QVC-Leitung und der Betriebsrat gegenüber der WAZ einig: Weitergehende Einsparungen beim Personal seien derzeit weder geplant (Jarosch) noch bekannt (Siebert).

Mit 650 Mitarbeitern hatte der amerikanische Teleshopping-Kanal den gläsernen 9700-qm-Neubau in Querenburg 2002 in Betrieb genommen.

Die „Call-Center-Agents“ nehmen pro Stunde 25 Bestellungen entgegen. Die Produkte von Bettwäsche bis zum Laptop werden nonstop im TV-Studio in Düsseldorf präsentiert.

Jürgen Stahl


Kommentare
16.12.2012
13:45
Zahl der Anrufer bei QVC in Bochum geht zurück
von Paul51 | #14

Ich schließe mich einigen meiner Vorredner an, dass QVC unbedeutend ist. Wenn man dort länger arbeitet und mitbekommt, mit welchen Methoden dort gearbeitet wird, kommt man noch mehr zum Schluß, dass QVC auf dem Markt überflüssig ist.

16.12.2012
13:05
Zahl der Anrufer bei QVC in Bochum geht zurück
von Karlot | #13

Offensichtlich sind vielen die Zusammenhänge tatsächlich nicht klar

Wie sowieso die meisten imer noch nicht das Geld verstehen.

Das scheint auch auf AuroraBorealis zuzutreffen.

Ich schätze ihn als eher links ein.
Aus Erfahrung habe ich immer schon Probleme mit meinen linken Bundesgenossen, die von Ökonomie keine Ahnung haben.



16.12.2012
13:02
Zahl der Anrufer bei QVC in Bochum geht zurück
von Karlot | #12

@AuroraBorealis
Wenn Sparen es ist, weniger einzusetzen, wie Sie sagen, dann bedeutet es auch nichts anderes als "kürzen".
In diesem Falle kürzen Sie den Einsatz an Düngemittel.

Sparen bedeutet also offensichtlich im Prinzip immer Verzicht auf Ausgabe zur Erreichung eines bestimmten Ziels.

Dass es den Trick der Reichen nicht mehr gäbe, zeigt ja die Realität:
unsere Staaten haben Schulden.
Die Schuldtitel galten bislang als sichere Anlage.
So liegen die Ersparnisse vieler Reicher in solchen Anlagen.
Ansonsten gäbe es keine Staatsschulden.




-


16.12.2012
11:06
@ von Karlot | #9
von AuroraBorealis | #11

Sparen ist, wenn man mit weniger Einsatz den das gleiche Ziel erreicht.
Ich spare am Einsatz von Düngemittel, um im Gegenzug durch bessere Bewirtschaftung die gleich hohe Ernte einzufahren.
"Spare" ich am Einsatz von Düngemittel und verbessere im Gegenzug nicht die Bewirtschaftung, dann fahre ich keine gleich hohe Ernte ein. Somit wurde nicht gespart, sondern gekürzt!

Den von Ihnen aufgezeichneten "Trick der Reichen", den gibt es doch schon seit Ewigkeiten nicht mehr.
Reiche bzw. Superreichen platzieren ihr Vermögen heutzutage völlig anders.
Das weiss auch der Staat, den Sie bei einer Geldanlage ja immer noch als Renditeobjekt betrachten.
So wird ab 2013 der Staat auch die Ausgabe von Bundesschatzbriefen und Finanzierungsschätzen einstellen.

16.12.2012
09:51
Zahl der Anrufer bei QVC in Bochum geht zurück
von KalleWirsch59 | #10

Wer braucht QVC? Die gleichen Waren werden im Handel für die Hälfte angeboten.

15.12.2012
22:38
Zahl der Anrufer bei QVC in Bochum geht zurück
von Karlot | #9

@AuroraBorealis
(Fortsetzung)

Der Staat spart also im Sinne der Bedeutung des Kürzens.
Grund dafür ist die angeblich schädliche Kreditaufnahme, die der Staat zurückfahren möchte.
Das kann er eben nur, indem er seine Ausgaben kürzt.

Geld gewinnt der Staat dadurch allerdings logischerweise nicht.
Nur sein Defizit sinkt.

Den Reichen tut er damit allerdings auch keinen Gefallen, da der Staat als bisher sicheres Anlageobjekt nämlich ausfällt.

Der Trick der Reichen bisher war es ja: zahle so wenig Steuern wie möglich, damit du soviel Geld wie möglich übrig hast, damit du es dem Staat leihen kannst, d.h.gewinnbringend anlegen kannst.



Offensichtlich ist selbst dieser einfache Sachverhalt den meisten Menschen völlig unbekannt.

15.12.2012
22:34
Zahl der Anrufer bei QVC in Bochum geht zurück
von Karlot | #8

@AuroraBorealis

Zu :"Der Staat spart nicht! Der Staat kürzt nur. Er kürzt vor allen Dingen im sozialen Bereich und anderen, den Bürger direkt betreffenden Dingen, wie z. B. Hallenbäder, Schulen, Grünanlagen etc. Das durch diese Kürzungen gewonnene Geld wird dann den Banken und den Superreichen ohne Erbringung einer Gegenleistung in den Allerwertesten geschoben."


Dasss Sparen mehrere, mindestens zwei Bedeutungen hat, fällt den meisten gar nicht auf.

Wer Geld übrig hat, kann dieses Geld horten (im Sparstrumpf ohne es anzulegen) oder
sparen, d.h. jemandem anderen gewinnbringend gegen Zins zur Verfügung stellen.

Wer wenig Geld hat, von Arbeitslosigkeit bedroht ist oder dies befürchtet, spart an seinen Ausgaben (spart Strom, Benzin, gibt weniger aus).
Er "kürzt" seine Ausgaben.

In diesem Sinne spart der Staat. Grund ist die Kreditaufnahme, die der Staat zurückfahren möchte. Das kann er natürlich nur, indem er seine Ausgaben kürzt.
Geld gewinnt der Staat dadurch allerdings logischer

15.12.2012
15:28
Zahl der Anrufer bei QVC in Bochum geht zurück
von RennYuppieRenn | #7

Ich lass mich doch nicht knechten um Kram von QVC zu kaufen. Da schreib ich lieber auf derWesten Kommentare. Die sind ungefähr so relevant wie QVC, aber kosten nichts.

15.12.2012
13:16
Zahl der Anrufer bei QVC in Bochum geht zurück
von Adornoknows | #6

Verblüffenderweise wirbt QVC auf seiner Website so:
„QVC Deutschland bietet seinen Kunden über alle seine Kommunikationskanäle hinweg ein einzigartige Erlebnis. Man fühlt, dass die Mitarbeiter ihre Arbeit lieben und der Arbeitgeber seine Angestellten! Doch auch mit 99% Kundenzufriedenheit ist QVC noch nicht zufrieden, das Unternehmen strebt nach den 100%.“ (So die "unabhängige" Jury, im Zuge der Verleihung eines öffentlichwirksamen "Callcenterawards")

Ich bezweifle stark, dass man weder seinen Arbeitgeber, noch seine Mitarbeiter wird lieben können.

Nichtsdestsotrotz sieht man mal wieder, dass hier ein typischer Fall des "Windowdressing" vorliegt. Während man sich nach außen für seinen guten Service und horrende Umsätze abfeiern lässt, legt man intern die Daumenschrauben an.

Immer besser, immer schneller, bis man sich selber wegrationalisiert hat. Als Dank kriegt man den Tritt in den Hintern und die Gewinne erhalten die Aktionäre.

Ganz großes Kino!

15.12.2012
12:50
@ Karlot | #4
von AuroraBorealis | #5

So oder so ähnlich wie Sie es beschrieben haben ist es in der Tat!

Die Unternehmen sparen an Personal und an den Personalkosten.
In den Einkaufsetagen lassen sich i. d. R. nur noch fachlich Doofe finden, wenn man Personal überhaupt entdecken kann. Überall nur noch unerfahrenes 400-€-Personal. Von Tuten und Blasen keine Ahnung; von den zum Verkauf zur Verfügung gestellten Waren erst recht keine Ahnung!

Der Staat spart nicht! Der Staat kürzt nur. Er kürzt vor allen Dingen im sozialen Bereich und anderen, den Bürger direkt betreffenden Dingen, wie z. B. Hallenbäder, Schulen, Grünanlagen etc. Das durch diese Kürzungen gewonnene Geld wird dann den Banken und den Superreichen ohne Erbringung einer Gegenleistung in den Allerwertesten geschoben.

Die, die noch Arbeit haben, die sparen auch nicht. Sie können gar nicht sparen. Ihnen fehlt wegen der niedrigen Löhne und Gehälter einfach der entsprechende Geldanteil zum Sparen.
Das wenige Geld ziehen z. B. Energiekonzerne usw. von den Konten.

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