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RUB-Wissenschaftler zeigen Material mit Gedächtnis im Ideenpark Essen 2012

09.08.2012 | 09:00 Uhr
RUB-Wissenschaftler zeigen Material mit Gedächtnis im Ideenpark Essen 2012
In der RUB wurde ein Teil von der Marssonde hergestellt.Foto: Hans Blossey

Bochum.  Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum sind mit drei Ständen in der Messe Essen im Ideenpark (11. - 23. August) vertreten. Dort stellen sie zum Beispiel einen ungewöhnlichen Nickel-Titan-Werkstoff vor, der unter anderem von der NASA, aber auch in Brillen oder Zahnspangen verwendet wird.

Ob der spezielle Werkstoff aus Nickel-Titan auch bei der aktuellen NASA-Sonde „Curiosity “ eingesetzt wird, wisse Dr. Manuel Piacenza, Wissenschaftler der Ruhr-Uni , nicht genau. „Da recherchiere ich noch. Bei früheren Marsmissionen wie etwa der ‚Pathfinder’ wurde er verwendet“, erzählt Piacenza, der in der Forschungseinrichtung Interdisciplinary Centre for Advanced Materials Simulation (ICAMS) in der Werkstoffentwicklung tätig ist. Was den Stoff so besonders macht: er hat ein Gedächtnis und erinnert sich an seine Gestalt. „Wird es zerknüllt, findet es wieder in seine ursprüngliche Form zurück.“

Einsatz im Weltall – und in Brillengestellen

Piacenza ist mit dem Nickel-Titan-Werkstoff auf der Technik-Ausstellung IdeenPark vertreten, die vom 11. bis zum 23. August in der Messe Essen stattfindet. Der Ingenieur wird mit seinen Kollegen in der Halle H3 auf der „Schatzinsel“ eine Formgedächtniswerkstatt aufbauen, in der sich Kinder und Jugendliche von sechs bis 16 Jahren ihre eigenen Objekte basteln können. „Sie können aus einem Nickel-Titan-Draht unterschiedliche Gebilde formen. Das können beispielsweise Federn oder Buchstaben sein“, erläutert Piacenza. „Anschließend wird es in einem Ofen gebacken. Dann behält es immer seine Gestalt. Man müsste den Draht einschmelzen, um ihm seine Form zu nehmen.“

Auch im Alltag ein Wundermittel

So wird das Nickel-Titan-Gemisch auch in der Industrie verarbeitet. Er kommt nicht nur in der Raumfahrt, sondern im Alltag auch als Titan-Flex-Brillengestelle oder in Zahnspangen zum Einsatz. Auf drei großen Touchscreens erläutert das ICAMS in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Eisenforschung zudem, was bei der Produktion geschieht.

Die Ruhr-Uni wird nicht nur mit ihrer Formgedächtniswerkstatt beim IdeenPark gastieren. Im Quartier „DigiTal“ in Halle 2 präsentieren die RUB-Wissenschaftler des Lehrstuhls für Maschinenelemente und Konstruktionslehre den mobilen Erkundungsroboter „Moebhiu²s“. Er hilft Rettungskräften bei der Suche nach verschütteten Menschen, die bei einem Häusereinsturz begraben wurden. Der Bewegungsmechanismus ist dem einer Schlange nachempfunden, so dass der Roboter wendiger ist als ältere Modelle. Zusätzlich ist er mit Stereo-, Thermo- und WLAN-Kameras sowie verschiedenen Sensoren ausgestattet.

Ein Kosmos im Wassertropfen

Im „Stadtlabor“ in Halle 3 können die Besucher mit Hilfe des Lasers die Welt der Mikro- und Nanotechnologie erkunden. Ein Lasermikroskop bringt in einem einzelnen Wassertropfen einen ganzen Kosmos zum Vorschein. Er vergrößert Amöben, Rädertierchen und weitere Arten von einfachen Lebewesen, die mit bloßem Auge unsichtbar geblieben wären.

Die Weißlicht-Interferometrie zeigt, dass vermeintlich glatte Oberflächen eher Kraterlandschaften als Ebenen gleichen.
Die Ruhr-Universität sorgt also mit ihren Ideen dafür, dass der IdeenPark blüht.

Daniel Hadrys


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