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Mit der Stage-Managerin hinter den Kulissen bei Bochum Total

05.07.2012 | 19:19 Uhr
Ricarda Lückenbach ist Stage-Managerin an der WAZ-Bühne beim Musik-Festival Bochum Total. Foto: Ingo Otto

Bochum.   Ricarda Lückenbach ist seit fünf Jahren Stage-Managerin bei Bochum Total. Sie hat die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf der Konzerte und sorgt für Pommes, Mayo und Feuerlöscher.

„Okay, wir haben keinen Strom, keine Wellenbrecher vor der Bühne, keine Feuerlöscher!“ – „Wann geht es denn los?! – „In vier Minuten.“ – Ricarda Lückenbach ist die Ruhe selbst. Die 30-Jährige ist seit fünf Jahren Stage-Managerin der Bühne am Konrad-Adenauer-Platz. Sie hat die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf der Konzerte an den vier tollen Tagen im Sommer.

Nachdem sie einige Jahre Bochum Total vom Bierwagen herab gesehen hatte, rief vor fünf Jahren Marcus Gloria an und fragte, ob sie nicht Stage-Managerin der WAZ-Bühne werden wolle. „Kann ich das denn?“ – „Wenn nicht Du, wer dann?“, war sich der Cooltour-Chef sicher.

Dass sie es kann, ist tatsächlich schnell zu sehen. Ihr Helferteam kriegt die Anweisungen im Minutentakt: „Kleb’ mal die Kabel-Stolperfalle mit Gaffa-Tape ab“ oder „Besorg doch eben die Feuerlöscher!“ Zu ihrem Team an der Bühne gehören zwei Sanitäter, zwei Security-Mitarbeiter, zwei Herren von der Feuerwehr, eine rechte Hand für die Bühne und einige Techniker.

Besprechungen im Vorfeld

Die Künstler oder deren Manager rufen sie meist schon im Vorfeld an, fragen nach den Bühnenbedingungen, nach dem Catering, kündigen Besonderheiten an. Irgendwann tauchen sie dann auf, stapeln ihre Instrumente und warten auf Aufbau und Auftritt.

Video
Der Singer-Songwriter Max Prosa im Blitzinterview auf dem Bochum-Total Stadtfest(ival) über Lampenfiber, seine Heimat Berlin und warum er keine Currywurst mag.

Das kleine provisorische Doppelzelt wirkt auf den ersten Blick nicht sehr Rock’n’Roll. Keine Flasche Jack Daniels, kein verwüstetes Büfett, Fehlanzeige auch, was verpeilte Musiker oder gar Groupies angeht. Dafür: viel Mineralwasser, Pommes mit Mayo und Dixiklos. Immerhin: Zigaretten. Und Lautstärke. Ricarda Lückenbach hat einen der lautesten Arbeitsplätze der Stadt. Und doch findet sie „ihre“ Bühne „ruhig und gemütlich“. Das liegt am Konzept, das hier unten am KAP vergleichsweise ruhigen Vertreter der Musikerzunft eine Bühne gibt.

Ihre eigenen musikalischen Vorlieben lagen einst beim harten Trash-Metal, inzwischen ist sie aber dem Indie-Pop aufgeschlossener. Noch immer nicht ganz das, was auf ihrer Bühne zu hören ist. Dennoch hat sie große Sympathie für ihre Musiker. „Viele von denen leiden stark an Lampenfieber“, erzählt Lückenbach. „Die wollen eher ihre Ruhe vor dem Auftritt“. Besonders könne sie da die Pop-Gruppe Paula und auch Mambo Kurt nennen.

KIZ beim ersten Arbeitstag

In Erinnerung ist ihr vor allem ihr allererster Arbeitstag geblieben. Da trat die Berliner HipHop-Formation KIZ auf. Die waren definitiv falsch an diesem Ort, denn der Zuschauerandrang übertraf bei weitem die Veranstaltererwartungen. Und auch Versuche, die euphorisierten Musiker um Mithilfe bei der Deeskalation zu bitten, waren nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Und so hatte die Anfängerin gleich eine kritische Situation zu meistern. Doch das gelang mit vereinten Kräften, Platz wurde geschaffen, die Situation blieb unter Kontrolle.

Was sind die „natürlichen Feinde“ einer Stage-Managerin? Lückenbach, die nach Bo-Total eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau in Dortmund zu beginnen beabsichtigt, zählt auf: Akkreditierte, die sich nur zu Versorgungszwecken im Backstage-Bereich aufhalten, Musiker, die zu spät kommen, Fotografen, die die Musiker hinter der Bühne ablichten möchten. Und natürlich das Wetter, besonders in d er Spezialform des Unwetters . Einem solchen, genauer: der Warnung davor, hatte Lückenbach auch ihren einzigen Bühnenauftritt zu verdanken. Trotz ausgeprägten Lampenfiebers hatte sie eine Warnung durchzusagen. Mit solch einem Auftritt ist selbst Ricarda Lückenbach aus der Ruhe zu bringen.

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Tom Thelen

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2012-07-05 19:19
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