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Bäume werden vorerst verschont

23.06.2008 | 18:36 Uhr
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Bezirksvertreter beschlossen die Überprüfung der Abholzung an der Dreerhöhe

Ost. Vorerst ein wenig aufatmen können die Anwohner der Dreerhöhe: Bevor die 30 bedrohten Bäume (wir berichteten) in der Straße auf der Wilhelmshöhe gefällt werden dürfen, muss die Stadtverwaltung weitere Untersuchungen anstellen. Das beschlossen einstimmig die Mitglieder der Bezirksvertretung Bochum-Ost bei ihrer jüngsten Sitzung.

"Aber es muss etwas geschehen", unterstrich Christoph Matten vom Tiefbauamt, der die Politiker über die Situation vor Ort informierte. Untersuchungen im Kanalbereich hätten ergeben, dass das Wurzelwerk Schäden herbeigeführt habe. "Die Gehwege sind nicht mehr durchgängig begehbar, weil die Wurzeln durch den Belag gewachsen sind", erklärte Matten. Man habe versucht, die Löcher mit Schutt und Splitt zu flicken - ohne Erfolg. "Der Vorschlag, 30 Bäume zu fällen, klingt brutal", gab der Verwaltungs-Vertreter zu. Deshalb solle nun intensiv mit Anwohnern und Politikern diskutiert werden, um Alternativen zu finden. Matten: "Ein Teil der Bäume könnte erhalten bleiben, aber ganz ohne Fällung geht es nicht."

"Die Siedlung ist durch den Baumbestand sehr stark geprägt", bemerkte Katharina Schubert-Loy, Sprecherin der Grünen und warf die Frage auf, was mit den Bäumen passiere, wenn die Kanalbauarbeiten durchgeführt würden und welche Kosten durch die Straßensanierung auf Bürger und Hausbesitzer zukämen.

Warum nur zwölf Bäume neu gepflanzt werden sollen, wenn 30 gefällt würden, wollte Hans-Joachim Gruschwitz von der SPD wissen. Matten: "16 neue Bäume wären möglich, für mehr ist wegen des Parkraums kein Platz."

Auf wenig Gegenliebe stoßen die Pläne der Stadtverwaltung bei dem Grünflächenverein "pro grün". Die Platanen seien unersetzlich, da sie staubbelastete Luft filtern und Lärm dämpfen würden. Alte Zechenhäuser und Straßenbäume sollten prinzipiell zusammen unter Denkmalschutz gestellt werden, forderte deshalb "pro grün"-Vertreter Hermann Schweihs.

"Wenn alte Bäume gefällt werden sollen,weil die Wurzeln Straßendecke und Gehweg teilweise anheben und Bordsteine verschoben haben, dann beweist das, dass die Bauverwaltung ihren Aufgaben nicht gewachsen ist", erklärte Schweihs in einer Pressemitteilung.

Angehobene Straßendecken und Gehwege sowie verschobene Bordsteine sollten durch die Erhöhung des Bodenprofils ausgeglichen werden. Was verengte Durchgänge angeht, auch da hat pro grün eine Idee: Die Hausbesitzer könnten gefragt werden, ob sie dazu einen Teil ihres Grundstücks zur Verfügung stellen würden.

Schweihs ist überzeugt: "Die moderne Technik bietet alle Möglichkeiten, die Bäume zu retten."

Von Larissa Mohar

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