Das aktuelle Wetter Bochum 4°C
Gericht

Fristlose Kündigung wegen „Jesus hat Sie lieb“-Gruß ist rechtens

20.04.2011 | 13:21 Uhr
Funktionen
Fristlose Kündigung wegen „Jesus hat Sie lieb“-Gruß ist rechtens

Bochum/Hamm. Das Landesarbeitsgericht in Hamm hat entschieden, dass die fristlose Kündigung eines 29-jährigen Call-Center-Mitarbeiters aus Bochum, der Anrufer mit „Jesus hat Sie lieb“ verabschiedete, rechtmäßig ist.

Der 29-jährige Bochumer, der nach eigenen Angaben tiefgläubig ist, arbeitete seit 2004 als Telefonagent in einem Call-Center der Düsseldorfer Fernseh-Verkaufs-Firma QVC. Seit Januar 2010 beendete der junge Mann die Kundengespräche mit der Formel „Jesus hat Sie lieb, vielen Dank für Ihren Einkauf bei QVC und einen schönen Tag“. Sein Arbeitgeber kündigte ihm daraufhin. Der 29-Jährige klagte dagegen vor dem Arbeitsgericht in Bochum - und bekam zunächst Recht, , da die Glaubensfreiheit über der unternehmerischen Freiheit stehe.

Jetzt entschied das Landesarbeitsgericht in zweiter Instanz gegen den Bochumer und zugunsten der Verkaufsfirma. Der Grund für das Urteil: Der 29-Jährige konnte das Gericht nicht überzeugen, dass er ohne seinen Jesus-Gruß in Gewissenskonflikt gerät. Nur dann wäre eine Kündigung unrechtmäßig gewesen.

Abfindung abgelehnt

Der Bochumer hatte sich zuvor auf seine religöse Überzeugung berufen und erklärt, er fühle sich verplichtet, auch am Firmentelefon seinen Glauben weiterzugeben. Dabei bezog er sich auf eine Stelle im Markus-Evangelium, durch die er aufgefordert werde, das Wort Gottes zu verkünden. (Markus-Evangelium 16,15: Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.)

Sein Anwalt bekräftigte zudem, der Jesus-Gruß sei „eine dezente Vorgehensweise, an der sich niemand stören muss“. Es gebe auch keine Kundenbeschwerden.

QVC argumentierte dagegen, dass sich die Kunden durch den Jesus-Gruß vielleicht gestört fühlen und dann vom Kauf zurücktreten könnten. Wenn das jeder Mitarbeiter machen würde, hätte man am Verkaufstelefon ja „20 verschiedene Glaubenssprüche“. Die Firma bot dem Bochumer im Verlauf des Prozesses auch eine Abfindung an, der 29-Jährige lehnte jedoch ab.

So ging der Kläger am Ende leer aus. Denn der junge Mann konnte dem Gericht letztlich nicht glaubhaft machen, dass er ohne Jesus-Gruß in große innere Not geraten würde. Als Beispiel wurde angeführt, dass er kürzlich beim Gericht wegen Fahrtkosten angerufen hatte, da aber keinen Jesus-Gruß zum Abschied sagte.

Das Urteil ist endgültig, eine Revision ließ das Gericht nicht zu.

Bernd Kiesewetter und Frank Beilenhoff

Kommentare
20.04.2011
19:17
Fristlose Kündigung wegen „Jesus hat Sie lieb“-Gruß ist rechtens
von elephant | #28

Eine richtige Entscheidung. Er kann doch nicht anderen Menschen seine Glaubensvorstellungen auftwingen und dann noch während der Arbeitszeit .

20.04.2011
19:15
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #27

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.04.2011
19:13
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #26

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.04.2011
19:11
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #25

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.04.2011
18:22
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #24

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.04.2011
17:59
Fristlose Kündigung wegen „Jesus hat Sie lieb“-Gruß ist rechtens
von onkeltom04 | #23

Deutschland, gebt doch bekannt welche Grüße
verboten sind! Ich kannte nur einen. Und der hat heute Geburtstag.
Wann wird Weihnachten verboten?
Geben sie es mir bitte zeitnah bekannt!

20.04.2011
17:36
Fristlose Kündigung wegen „Jesus hat Sie lieb“-Gruß ist rechtens
von fauleoma | #22

Interessant ist, dass sich kein Kunde bisher beschwert hat. Warum dann so ein Aufstand?

20.04.2011
16:51
Fristlose Kündigung wegen „Jesus hat Sie lieb“-Gruß ist rechtens
von brunoxw | #21

Hätte er doch mal die Knete genommen!! Wollte wohl noch mehr, der Schlingel!!!

20.04.2011
16:40
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #20

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.04.2011
16:09
Fristlose Kündigung wegen „Jesus hat Sie lieb“-Gruß ist rechtens
von Smartdriver | #19

Wenn zu mir jemand Allahu akbar sagt, dann beschwere ich mich bei seinem Arbeitgeber und werde das weiter verfolgen, bis auch er rausfliegt.
Soviel ist sicher!

Aus dem Ressort
"Kap Kaminski" wurde zu Bochums Ohr im All
Bochum historisch
Die von Heinz Kaminski gegründete Sternwarte in Sundern war einst deutschlandweit ein Begriff. Heute ist hier das Institut für Umwelt- und...
AGR verhandelt mit Recyclinghof-Interessent
Entsorgung
Die AGR räumt zum Jahresende ihren Recyclinghof in Bochum-Riemke. Womöglich erwirbt einer anderer Entsorger das Areal.
Polizei geht nach mysteriösem Vorfall von Unfallflucht aus
Ermittlungen
Nachdem eine 56-Jährige schwer verletzt mitten auf der Straße in Bochum gefunden worden ist, geht die Polizei inzwischen von einer Unfallflucht aus.
Hilfspakete für Kinder und Bedürftige
Spendenaktion
Unter der Woche hat der VfL Bochum dafür gesorgt, dass 120 Wunschzettel von Kindern in Erfüllung gehen. Am Sonntag wird beim Heimspiel gegen Aue von...
Abschleppwagen rückt in Bochum über 700 mal pro Jahr aus
Falschparker
Über 700 mal pro Jahr alarmiert die Stadt einen Abschleppwagen, weil Falschparker den Verkehr behindern. Für Autofahrer ist das in Bochum günstig.
Fotos und Videos
AstroStrars auf Platz 2
Bildgalerie
Basketball 2. Bundesliga
Propst-Hellmich-Promenade
Bildgalerie
Straßen in Bochum
Bochum aus der Luft
Bildgalerie
Weihnachtsmarkt