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Optimum-Wirtschaftsgespräch

Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel

01.06.2012 | 20:13 Uhr
Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel
Dr. Ursula von der Leyen (MdB / Bundesministerin für Arbeit und Soziales) beim 7. Optimum Wirtschaftsgespräch im Schloss Wocklum in Balve am 1. Juni 2012. Thema: Deutschland im Demografischen Wandel: Wer macht die Arbeit morgen?

Balve.   Eine alternde Gesellschaft, fehlende Fachkräfte - für Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ist das der Schwachpunkt der deutschen Wirtschaft. Sie referierte beim beim 7. Optimum-Wirtschaftsgespräch am Rande des internationalen Reitturniers in Balve.

Der Demografische Wandel und die schrumpfende Erwerbsbevölkerung sind nach Worten von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen die „Achillesferse“ für die derzeit robuste deutsche Wirtschaft. „Wir sind in Europa im Augenblick in einer Pole-Position. Aber wir dürfen uns niemals auf den Lorbeeren ausruhen“, mahnte die Ministerin beim 7. Optimum-Wirtschaftsgespräch am Rande des internationalen Reitturniers in Balve.

Im Zwiegespräch mit dem Altenaer Unternehmer Thomas Selter stellte sie sich der Kernfrage „Deutschland im demografischen Wandel: Wer macht die Arbeit von morgen?“. Keine einfache Frage, angesichts der Tatsache, dass Deutschland in 15 Jahren absehbar sechs Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter verloren gehen. Und von der Leyen hatte auch keine einfache Antwort parat - sondern lieferte gleich vier. Vier Ansatzpunkte für den Kampf gegen den drohenden Fachkräftemangel in der alternden Gesellschaft.

Schulabgänger besser ins Berufsleben integrieren

Erstens gelte es, Schulabgänger noch besser als bisher ins Berufsleben zu integrieren: „Kein einziger junger Mensch darf ohne Ausbildung ins Leben gehen“, sagte von der Leyen. Als vorbildlich stellte sie dabei heraus, dass viele Mittelständler schon gezielt in Schulen gingen, um Kontakte zu knüpfen und Praktika anzubieten.

Zum zweiten müssten ältere Menschen mit ihrer Lebenserfahrung viel stärker in den Arbeitsprozess eingebunden werden. „Es gibt keinen Zeitpunkt im Leben, an dem man aufhören muss zu arbeiten“, betonte von der Leyen, die hier durchaus auch die Unternehmen gefragt sieht. Ältere müssten weitergebildet und Arbeitsbedingungen überprüft werden.

Entweder Kind oder Karriere

Eine Ursache für demografische Probleme sieht die Ministerin darin, dass es in Deutschland noch immer viel zu schwierig sei, Kinder und Karriere zu vereinbaren. „Wir haben viel zu lange die Entweder-Oder-Frage gestellt: entweder Kinder oder Karriere.“ Bei den Rahmenbedingungen für junge Mütter und Väter sieht von der Leyen im Vergleich zu anderen Ländern „einen Riesennachholbedarf“ und den dritten Ansatzpunkt. Ganztagsschulen, Kindergärten und Krippenplätze auszubauen sei die Hausaufgabe der Politik. Unternehmern riet sie, flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten und Betriebs-Kitas einzurichten. Damit wachse auch die Bindung junger Fachkräfte ans Unternehmen.

Viertens sprach sich von der Leyen für die verstärkte Zuwanderung von Fachkräften aus. „Wir müssen am globalen Arbeitsmarkt um die besten Köpfe der Welt werben.“ Bisher seien Zuwanderer in Deutschland anders als in anderen Ländern überwiegend gering qualifiziert, da gelte es nun „vollständig umzuschwenken“.

Bleibt noch die Frage, was das alles mit dem Reitturnier in Balve zu tun hat. Auch darauf gibt es eine Antwort: Ursula von der Leyen ist selbst passionierte Reiterin, engagiert sich für das therapeutische Reiten und will sich die Wettkämpfe am Wochenende anschauen.

Sven Nölting



Kommentare
04.06.2012
08:34
Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel
von ichsehdasgerne | #16

Wo war denn die Politik, als das Krankenhaus geschlossen wurde.
War da die Bühne zu klein.
Und der letzte Absatz bringt es auf den Punkt.
Auf Kosten des Steuerzahlers anreisen, nach Möglichkeit noch untergebracht werden,
ein wenig dummes Zeug labern, um sich dann ganz privat dass Turnier anzusehen. Bravo!!

03.06.2012
13:51
Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel
von indi1234 | #15

......auch wenn ich kein Akademiker bin, trifft es mich als Handwerksmeister/Techniker,
mit einer über 30-jährigen Berufserfahrung ebenso hart.
Nachdem ich nun meinen Betrieb nach 24 Jahren schließen musste, hatte ich mich selbstverständlich auf entsprechende Stellenangebote beworben, musste mir aber immer wieder sagen lassen, dass ich überqualifiziert sei.
Was immer das heißen mag.
Zudem musste ich mir Vergütungsvorschläge anhören, die ein Geselle im 1. Gesellenjahr zu erwarten hätte.
Ich frage mich, weshalb ich all die Jahre auf der Schulbank zubrachte, wenn ich nun in Deutschland eine Vergütung zu erwarten habe, die einer Putzfrau würdig ist.

Die Behauptung, seitens der Politik, dass wir in Deutschland und in der EU einen Fachkräftemagel haben, ist schlicht und einfach gelogen, ebenso wie es gelogen war,
dass sich mit der Einführung des Euro nichts ändern würde.

03.06.2012
12:31
Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel
von bayou | #14

Kein guter Job trotz guter Qualifikation
…….Sechs Jahre Studium liegen hinter ihm, Praktika bei großen Konzernen, Auslandssemester in Großbritannien. "Ich würde schon sagen, dass ich gut qualifiziert bin", sagt Fell. Denn eigentlich hat er alles, was sich die Industrie von einem Absolventen wünscht.
Einen guten Job findet er trotzdem nicht. "Hätte ich gewusst, was mich nach meinem Studium erwartet, hätte ich mich sicher für eine andere Ausbildung entschieden", sagt Fell……..
………"Die Unternehmen schreiben Stellen aus, die es so noch gar nicht gibt. Damit wollen sie den Markt sondieren und sehen, wer sich potenziell bewerben würde", sagt Fell…….
http://www.welt.de/regionales/hamburg/article106261539/Fachkraeftemangel-Das-Problem-ist-die-Bezahlung.html

02.06.2012
21:10
Ergänzung: Fachkräfte sind in den letzen Jahren ausgewandert
von nachdenken | #13

Was hat die Politik dagegen getan, dass Hunderttausende in den letzten Jahren auswanderten? Alles Fachkräfte.
In Essen gab es ja sogar eine Veranstaltung, bei der Kanada Arbeitskräfte suchte, die war sehr gut besucht. Alles Handwerker, die dahin gegangen sind... weil in Deutschland die Arbeitnehmer nicht mehr gewürdigt werden und keine anständige Bezahlung erhalten.

02.06.2012
21:04
Zur Zeit werden doch immer noch 50-Jährige aus den Betreiben gemobbt, weil sie den Quartalsgewinn schmälern...
von nachdenken | #12

Ich kenne nur Leute, die plötzlich - weil sie so um die 50 Jahre alt sind - massiv Probleme auf ihrer Arbeitsstelle bekommen. Mobbing vom Feinsten, von oben gelenkt, dafür haben die Personaler extra Kurse besucht.
Also dummes Gelaber von der Dame.
Kann mich meinen Vorkommentatoren nur anschließen.
Übrigens ihr "Bildungspäckchen" für Hartz IV-Familien kostet mehr an Bürokratie, als ausgezahlt wird. Wie wäre es, wenigstens den Nachwuchs zu fördern, und zwar jetzt sofort mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen.
Tja, Banken werden in wenigen Minuten mit Billionen Euro gerettet, 10 Euro für Bildung für ALGII-Kinder werden monatelang diskutiert und nix passiert....

1 Antwort
Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel
von mbbocholt | #12-1

Für 5 € !!! wurde monatelang diskutiert!!
Bildungspaket??
Das ist die Lachnummer des JUahrhunderts!!
Tochter kommt mit einem Zettel aus der Schule....Klassenfahrt.Toll,es steht alles drauf,Termin,wohin,Kosten, sogar der schulstempel ist drauf.
Das reicht aber nicht...nein...wäre ja zu einfach...da gibt es ein gesondertes Antragsformular...muss von der Schule ausgefüllt werden,sonst keine Kostenübernahme.
"Haben Sie die Kosten schon bezahlt?"
-"Nein haben wir noch nicht.Überweisen Sie direkt auf das Konto der Schule"-
"Dann brauchen wir aber von Ihnen den Nachweis darüber,das Sie die Kosten noch nicht bezahlt haben"

Was soll man dann machen??
Das Kind die Teilnahme der Klassenfahrt verweigern?
Mit einer Dachlatte zum Jobcenter fahren?

Dieses Land wird nur noch von Idioten regiert und die Dümmsten sitzen in den Jobcentern.

Man,man,man,hätte ich doch früher oft die Schule geschwänzt und wäre doof geblieben....dann wäre ich jetzt vielleicht im Jobcenter mit geregeltem Einkommen beschäf!

02.06.2012
20:39
Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel
von Coko | #11

liebe waz,
werden diese und andere meinungen direkt nach berlin geschickt und gegen gezeichnet ;-)?
ich denke die politik legt wert auf die meinung des bürgers, wäre also mal einen versuch wert, oder?!

02.06.2012
19:48
Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel
von silera | #10

Den Fachkräftemangel gibt es im Arbeitsministerium, an der Spitze.

02.06.2012
19:12
Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel
von mbbocholt | #9

Diesen angeblichen Fachkräftemangel gibt es überhaupt nicht.
Es gibt höchstens einen Billiglohnmangel!!
Ich habe mittlerweile 4 Berufe gelernt,kann sehr gute Arbeitszeugnise vorweisen und finde mit meinen 45 Jahren keine Arbeit,weil ich angeblich zu alt bin.
Als Helfer bei einer Sklavenbude könnte ich sofort anfangen und müsste dann noch um fast 400 € aufstocken,um meine Familie zu ernähren.Und das paradoxe, ich soll noch meinen Privat-PKW einsetzen,täglich über 60 KM fahren für 20 Cent pro KM.Unterm Strich würde ich dann,den Verschleiß am PKW mitgerechnet,noch Geld mitbringen,um arbeiten zu dürfen.Zusätzlich hat man dann trotzdem noch Ärger mit dem Amt,denn spätestens beim Lohnsteuerjahresausgleich wird genau dieses Geld als Einkommen angerechnet.Somit bleibe ich dann abermals auf meine fahrtkosten sitzen....
Ganz ehrlich??
Ich bleibe mittlerweile lieber in Hartz IV,weniger bürokratieirrsinn,weniger Kosten und habe mehr Geld zum leben,als wenn ich arbeiten würde!!

2 Antworten
Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel
von mbbocholt | #9-1

Übrigens:
Die 20 Cent pro Kilometer Fahrtkosten durch die Sklavenbude werden durch das Jobcenter übrigens auch als Einkommen angerechnet.
Begründung:
In den ersten 100 € Freibetrag sind die Fahrtkosten enthalten!!

geht mir ähnlich
von HansiwurstI | #9-2

ich habe zwei Ausbildungen, und bin 47 - Pech.
Studieren darf ich nicht - kein H4 mehr. Dabei habe ich an mehreren Hochschulen die Aufnahmeprüfungen für Designstudiengänge bestanden. Das heißt: STAATLICH anerkannte Personen, nämlich PROFESSOREN, bescheinigen mir eine außergewöhnliche Eignung für das Fach. Immerhin werden i.d.R. rund 90% der Bewerber weggesiebt.

Ich bilde mir darauf nichts ein, nur verstehe ich den Widerpruch nicht. Da wird immer von Bildung und lebenslangem Lernen gefaselt und davon, daß die Arbeitswilligen zu unqualifiziert oder gar angeblich nicht ausbildungsfähig seien und dann werden anerkannt fähige Personen einfach rausgekickt. An den entsprechenden Hochschulen konnte also für mich jeweils einer nachrücken, der auf der Liste ganz weit hinten stand, weil er einfach zu schlecht ist, der aber genug Geld für ein Studium mitbringt.

Was soll man also von diesem Bildungsgefasel noch glauben?

02.06.2012
18:22
Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel
von indi1234 | #8

.....Fachkräftemangel besteht dahingehend, als das die älteren Fachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung für Arbeitgeber, schlicht und einfach zu teuer sind und aufgrund dessen aus den Betrieben, zu Gunsten höherer Gewinne, gedrängt werden.

Wenn diese, erfahrenen Arbeitskräfte scheinbar nicht mehr gewollt sind, stellt sich logischerweise die Frage, wer die jüngeren und billigeren Nachfolger in den Betrieben ausbilden soll?

Von Fachkräftemangel kann überhaupt keine Rede sein.
Wenn von Fachkräftemangel gesprochen wird, dann nur im Zusammenhang mit billigen Fachkräften.

Die deutsche Wirtschaft und die Betriebe wollen scheinbar überhaupt keine qualifizierten, sprich teuren Fachkräfte mehr, sondern lediglich billige Hilfskräfte.

Dies wird umso deutlicher, wenn man sich mal die Stellenanzeigen ansieht.
Hier heißt es mitunter, "Suche Meister oder Geselle oder Helfer"
Diese Formulierung sagt imgrunde schon alles.

02.06.2012
16:52
Ursula von der Leyen sucht in Balve Rezepte gegen Fachkräfte-Mangel
von Pucky2 | #7

Das Lösungsrezept ist ganz einfach: Sorgt dafür, dass die Menschen genug verdienen für ihre Arbeit, sorgt für anständige Kinderbetreuung und anständige Bildungseinrichtungen und dann kommen auch wieder Kinder in diesem Land auf die Welt, die, wenn sie erwachsen sind, Fachkräfte werden können.

Einfach sich Menschen aus dem Ausland zu holen, ist keine Lösung... einerseits haben diese gut ausgebildeten gar kein großes Interesse, ausgerechnet nach Deutschland zu kommen. Andererseits holen wir uns auch die Probleme des Kulturkreises dieser Menschen hier ins Land.

Beiden Seiten ist nicht dabei geholfen. Wir Deutsche müssen unsere demographischen Probleme selber lösen - denn Multi-Kulti ist gestorben... Und die Fachkräfte aus dem Ausland sollten besser ihre Heimatländer mit aufbauen, damit dort evtl. Elend gemindert und bekämpft werden kann.

Die Idee mit dem Fachkräfteanwerben ist nur eine andere abartige Art des Kolonialismus, früher Bodenschätze, heute Wissensschätze!

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