Auch im Regen hielt das Publikum den Reitsportlern gestern die Treue
04.06.2012 | 09:18 Uhr 2012-06-04T09:18:00+0200
Balve. Mit den Siegen der neuen Dressur-Queen Helen Langehanenberg und Springreiter Marc Bettinger ging gestern Nachmittag das spannende Turnier Balve Optimum vor großer Kulisse und viel Regen zu Ende.
„Dieses Turnier war ein großer Erfolg. Mit dieser Veranstaltung ist uns wiederum ein riesiger Schritt nach vorn gelungen“, bilanzierte eine sichtlich zufriedene Rosalie von Landsberg-Velen und fügte hinzu: „ Wir haben an allen Tagen hervorragenden Sport gesehen. Aber das allein ist es nicht. Das Ambiente ist durch unsere strukturellen Maßnahmen im Vorfeld von Balve Optimum noch besser geworden. Dies haben uns die Reiterinnen, Reiter und auch die Zuschauer wissen lassen. Das Feedback ist großartig“, berichtete die neue Turnier-Chefin, die sich über die fantastische Stimmung während der Dressur- und Springprüfungen freute.
Weil dafür die zahlreichen Zuschauer verantwortlich sind, richtete die Turnier-Chefin ihr erstes Lob an die Reitsportfreunde, die am Samstag mit knapp 10 000 Besuchern für einen Zuschauerrekord gesorgt hatten. „Wir alle vom Orga-Team sind erfreut, dass uns das Publikum trotz der widrigen Wetterverhältnisse auch am Sonntag die Stange gehalten hat.“
Ebenso begeistert wie der Veranstalter ist auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, die sich zwei Tage lang mit ihrer Familie in Wocklum aufgehalten hat. „Das Turnier in Balve hat einen ganz besonderen Ruf. Dies liegt nicht zuletzt am Haus Landsberg-Velen. Denn der Graf hat es verstanden, aus Balve Optimum eine internationale Veranstaltung zu machen, die erste Sahne ist, und zwar mit Hilfe der Vereinsmitglieder. Sie alle leisten professionelle Arbeit“, lobte Ursula von der Leyen, die gern nach Balve gekommen ist, weil sie selbst Reiterin ist.
In Wocklum war zu sehen, dass ihr Herz vorrangig für die Dressur schlägt. Obwohl Matthias Rath und Totilas sich am Samstag im Grand Prix Special Helen Langehanenberg und Damon Hill geschlagen geben mussten, schwärmte sie vom Wunderhengst und dessen Reiter. „Totilas ist ein Ausnahmepferd mit eigenem Charakter. Deshalb bewundere ich den Gleichmut von Matthias Rath“, sagt die Ministerin, die auch deshalb nach Wocklum gekommen ist, weil sie „gute Reiter und brillante Ritte“ im Dressurviereck als auch im Reitstadion sehen wollte.
Aber es war nicht alles Gold, was glänzt auf dem Turnier Balve Optimum. Leider wurde am Samstag auf dem Abreiteplatz eine Reiterin von ihrem Pferd in den Magen getreten. Turnier-Arzt Hermann-Josef Müller nahm im DRK-Rettungswagen die Erstversorgung vor, und sorgte dann dafür, dass die junge Amazone in die Paracelsus-Klinik in Hemer kam. „Es ist wahrscheinlich nicht so schlimm, aber ich muss sicher sein, dass sie sich keine inneren Verletzungen zugezogen hat“, sagt der Mediziner.
Ein besonderes Erlebnis hatte „Belo“ Streiter. Der Mann, der die Reiterinnen und Reiter per Mikrofon in den Parcours bittet, staunte nicht schlecht, als er auf dem Parkplatz in Wocklum sein Auto starten wollte. „Es sagte keinen Mucks mehr. Erst als ich aus dem Reservekanister Kraftstoff nachgefüllt habe, sprang mein Golf an“, erzählt „Belo“ Streiter, der sein Auto am Vortag voll getankt hatte.
„Unbekannte Täter haben den Tankverschluss aufgebrochen und den gesamten Kraftstoff abgesaugt“, ärgert sich Streiter, der seit nunmehr 27 Jahren der Chef-Vermittler zwischen Abreiteplatz und Parcours ist, und das mit sehr viel Spaß. Auch wenn er nicht mehr im Beirat des Reitervereins Balve ist, will er seine ehrenamtliche Arbeit engagiert fortsetzen. „Wenn das vom Reiterverein Balve gewollt ist“, sagt er.
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