Anzeige gegen Tennis-Profi Nalbandian wegen Körperverletzung
18.06.2012 | 13:05 Uhr 2012-06-18T13:05:28+0200
London. Tennisprofi David Nalbandian hat im Finale des ATP-Turniers im Londoner Queen's Club für einen Skandal gesorgt. Der Argentinier trat im zweiten Satz nach einem verpatzten Schlag gegen eine Werbebande am Stuhl eines Linienrichters, die diesen am Bein traf. Nalbandian wurde daraufhin disqualifiziert und nun wegen Körperverletzung angezeigt.
Tennisprofi David Nalbandian muss nach seinem buchstäblichen Fehltritt im Finale des ATP-Turniers im Londoner Queen's Club strafrechtliche Konsequenzen befürchten. Gegen den 30-jährigen Argentinier ist bei den britischen Behörden eine Anzeige wegen Körperverletzung eingegangen. Das teilte Scotland Yard am Montag mit.
Nalbandian hatte am Sonntag nach einem verpatzten Schlag im zweiten Satz gegen eine Werbebande am Stuhl eines Linienrichters getreten , die diesen am Bein traf. Nalbandian wurde daraufhin disqualifiziert. Trotz des 0:1-Satzrückstandes gewann Marin Cilic (Kroatien/Nr. 6) das traditionsreiche Rasen-Turnier.
Linienrichter mit blutender Wunde am Schienbein
Der Linienrichter erlitt eine blutende Schnittwunde am Schienbein. Nachdem er sich zunächst auf dem Stuhl vor Schmerzen gekrümmt hatte, humpelte der Unparteiische mit hochgezogenem Hosenbein in die Katakomben und wurde medizinisch behandelt. 'Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe, und entschuldige mich dafür', sagte Nalbandian: 'Es tut mir für den Mann leid, ich wollte ihn nicht verletzen.'
Nachdem der an Position zehn gesetzte Argentinier beim Stand von 3:4 im zweiten Satz völlig die Nerven verloren hatte, wurde das Duell umgehend unterbrochen. Einige Minuten später disqualifizierte Oberschiedsrichter Tom Barnes Nalbandian wegen 'unsportlichen Verhaltens'. Daraufhin äußerte das Publikum im ausverkauften Queen's Club lautstark seinen Unmut über das vorzeitige Ende des hart umkämpften Finalduells.
Nalbandian zeigt sich uneinsichtig
Nalbandian gab anschließend dem Tennis-Weltverband ATP eine Mitschuld an seinem Aussetzer: 'Jeder macht Fehler, richtig? Die ATP hat auch Fehler gemacht, aber nichts passiert. Teilweise fühlen wir Spieler uns sehr unter Druck gesetzt von der ATP.' Auch Turniersieger Cilic war nach dem Abbruch enttäuscht: 'Auf diese Art und Weise wollte ich definitiv nicht gewinnen.' (sid)
13:13
Was ist das denn für eine Argumentation? "Die ATP macht Fehler und deswegen darf ich meinen Frust auslassen, indem ich einen Schiedsrichter verletze..."
Natürlich darf man mal sauer sein und die Fassung verlieren - aber bevor man irgendwo gegen tritt, sollte man sich wieder unter Kontrolle kriegen - die Strafen (Anzeige, Niederlage) sind in meinen Augen völlig gerechtfertigt!