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Lanz-Talk - Felix Magath findet Bundesliga-Gehälter zu hoch

25.01.2013 | 07:29 Uhr
Fußball-Trainer Felix Magath stellte sich den Fragen von Moderator Markus Lanz.Foto: ZDF

Essen.  Es ist still geworden um den ehemaligen Wolfsburg- und Schalke-Trainer Felix Magath. Doch sein Ruf als "Quälix" und mögliche Parallelen zum RTL-Dschungelcamp brachten ihn zu ZDF-Talker Markus Lanz. Dort sprach er über Fußballergehälter, seinen Vater und gestand, wer seine Facebook-Einträge schreibt.

Der Januar ist eigentlich die Bühne von Felix Magath. Die Bundesliga startet in die Rückrunde und das Transferfenster in den Kulissen steht sperrangelweit auf. Magath fehlt als Protagonist in diesem Akt. Der Trainer, der zuletzt beim VfL Wolfsburg die Hauptrolle abgeben musste, ist momentan nicht Teil der Fußballwelt - auf jeden Fall nicht als handelnde Person. Magath ist auf anderen Bühnen vertreten. Bei Facebook beispielsweise, wo sich der 59-Jährige regelmäßig unregelmäßig zum Geschehen in seinem Fachbereich äußert - oder äußern lässt. Aber dazu später mehr. 

Seinen fast 213.000 Fans, Tendenz steigend, kündigte Magath einen Auftritt im ZDF an: "Ich freue mich auf den Termin, genauso wie auf die Sendung, da ich Markus Lanz, dessen Gesprächsführung und dieses TV Format schätze." Das TV-Format war nicht die große Samstagabend-Show "Wetten, dass..?" - dafür hätte der Fußballtrainer den FC Schalke wohl zur Schale führen müssen - nein, der Fußballlehrer saß in der Lanz-Talkrunde, die am späten Donnerstagabend ausgestrahlt wurde.

Als "ein gewisser Felix Magath", kündigte der Moderator den dreifachen Meistertrainer an und grinste breit. Lanz freute sich offensichtlich schon zu Beginn der Gesprächsrunde über die Fragen zu den Parallelen von Dschungelcamp und Magaths Ruf als "Quälix".

Ausgerechnet Magath kritisiert Gehaltsgefüge in der Bundesliga

Tatsächlich eröffnete Lanz die Show mit dem RTL-Promi-Busch zum Auflockern und dem politischen Dschungel der FDP.  Autor Michael Jürgens, Heide Simonis, die ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, "heute show"-Reporter Lutz van der Horst und der ehemalige Dschungel-Kandidat Carsten Spengemann übernahmen das Warm-up, während sich Magath, elegant im dunkelgrauen Anzug mit einer königsblau anmutenden Krawatte, vornehm zurückhielt und nur dann sprach, wenn er gefragt wurde.

Fragen wie: "Sollte die FDP nicht vielleicht alles aus einer starken Hand machen, Herr Magath? Das kennen Sie doch gut?" oder "Ist Politik nichts für Sie, weil die Leute da auch widersprechen?" Plumpe Andeutungen, die den zuletzt erfolglosen Erfolgstrainer nicht aus der Fassung bringen konnten. Hätte Magath jetzt einen Tee gehabt, er würde ihn langsam rechtsrum umrühren.

Die 15 bestbezahlten Trainer der Welt

Zum Pflichtpolitikblock äußerte sich der ehemalige Fußballfachmann nur zurückhaltend. Er habe viel von Bundeskanzler Gerhard Schröder gehalten, der dann aber "fallen gelassen wurde", als der Erfolg ausblieb. Man gehe mit den Menschen, die erfolgreich sind, besonders kritisch um in dieser Gesellschaft. Rums. Gesellschafts-Kritik von Felix Magath.

Und Applaus vom Publikum. Magath wirkte. Mit seiner trockenen Art hatte er den ersten Lacher der Sendung auf seiner Seite und weiteren Applaus erntete der "Brillenträger des Jahres 2004", als es um die Gehaltsdiskussion in der Branche, "in der ich in den letzten Jahren tätig war" ging.

Dort werde viel "zu viel verdient", gestand Magath. Ausgerechnet Magath, der enorme Altlasten beim FC Schalke 04 hinterlassen hat und bei der Fußballabteilung des VW-Konzerns in Wolfsburg Geld mit offenen Armen unter sehr durchschnittliche Spieler verteilte und diese zu Millionären machte. "Natürlich verdient unsere Berufsgruppe zu viel", sagte Magath, aber die Zeit, in der das anders war, könne man nicht mehr zurückdrehen.

Magath rauchte früher bis zu 60 Zigaretten am Tag

Aber der Moderator kann die Zeit zurückdrehen. Es wurde persönlich. Lanz beugte sich zu seiner Linken rüber und nahm den Coach in die lanz'sche Mangel. Ob Magath beim Thema "Quälix" dünnheutig werde, fragte der Talkmaster. Und der Profi antwortete: "Der Spieler Magath wäre froh über einen Trainer Magath gewesen. Er wäre dankbar gewesen", versicherte der Fußballlehrer. Und Magath menschelte.

Magaths Karriere

Ein Einspielfilmchen zeigte den jungen Magath im Jahr 1969 mit blanker Brust und Sixpack, Ball, Bier und Glimmstängel.  Der Disziplin-König Magath ein Raucher? 60 Zigaretten habe der damalige Fußball-Profi Magath an trainingsfreien Tagen geraucht, nur 40 an Tagen mit einer Einheit. Immer wieder kam Lanz auf das Thema Rauchen zurück, wohl fasziniert davon, wie konträr das klang.  Am 22.2.82 habe er aufgehört, erzählt Magath und ein Jahr später "in Athen gegen Juventus Turin wohl das wichtigste Tor der Vereinsgeschichte des HSV geschossen" (Lanz).

Der Fußballblock ist damit aber noch nicht zu Ende. Lanz lässt den Trainer reden. Über Dortmund und den modernen Fußball, über Guardiola und den FC Bayern ("Die Lobhudelein machen ihm die Arbeit nicht leichter. Er wird auf ein Niveau gestellt, dass er gar nicht erreichen kann") und seine eigene Trainerkarriere. Geschichten und Anekdoten, die der Bochumer Fußball-Autor Ben Redelings in einem Buch veröffentlichen könnte, waren nicht dabei.

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