Silber für Schwarzkopf nach Gefühlschaos - DSV geht baden
05.08.2012 | 08:25 Uhr 2012-08-05T08:25:00+0200
London. Nachdem Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf zunächst die sicher geglaubte Medaille nach einer Disqualifikation verloren hatte, gaben die Veranstalter zu, sie mit der neben ihr laufenden Kristina Sawistskaya verwechselt zu haben. Die anderen deutschen Olympia-Athleten standen mit leeren Händen da.
Es wurde dann doch noch ein versöhnlicher Abschluss eines enttäuschenden Tages für die deutschen Olympia-Teilnehmer. Und ein emotionaler dazu. Nachdem Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf am späten Samstagabend zunächst die schon sicher geglaubte Medaille nach einer Disqualifikation verloren hatte, gaben die Veranstalter zu, sie mit der neben ihr laufenden Kristina Sawistskaya schlicht verwechselt zu haben. Statt Schwarzkopf hatte die Russin unerlaubt die Bahnmarkierung betreten. Unter dem Strich stand nach reichlich Verwirrung schließlich die Silbermedaille - die einzige Medaille am Ende eines Tages mit den bislang meisten Entscheidungen (25).
Die anderen deutschen Athleten standen hingegen mit leeren Händen da. Schwarzkopfs Siebenkampf-Kollegin Jennifer Oeser aus Leverkusen gab in der letzten Disziplin nach 300 Metern auf. Vizeweltmeisterin Nadine Müller aus Halle an der Saale verpasste im Diskuswerfen als enttäuschende Fünfte eine Medaille. Gold gewann Europameisterin Sandra Perkovic vor der Weltjahresbesten Darja Pischtschalnikowa aus Russland.
Ex-Europameisterin Verena Sailer hatte das 100-Meter-Finale gleich ganz verpasst, war in 11,25 Sekunden aber immerhin zweitbeste Europäerin. Die Mannheimerin belegte damit in ihrem Halbfinallauf den sechsten Platz. Der Berliner Andre Höhne, Olympia-Achter von 2004, beim Gehen über 20 Kilometer nur 21.
Kein Happy End für die Schwimmer
Weil die Kampfrichter ihren Fehler korrigierten, erhielt Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf doch noch die Silbermedaille, die sie verdient hatte. Nicht verdient hatte Silber dagegen die schwedische Triathletin Lisa Norden. Ihr gebührte die Goldmedaille. Ein Kommentar.
Für die Schwimmer gab es kein Happy End mehr, nachdem Britta Steffen im letzten Versuch die erhoffte Olympia-Medaille verpasst hatte. Die Doppel-Olympiasiegerin von Peking schwamm zum Abschluss der Wettkämpfe im Londoner Aquatics Centre über 50 Meter Freistil auf Platz vier. Sieben Hundertstel fehlten ihr zu Bronze. Die deutsche Lagenstaffel um Helge Meeuw, Christian vom Lehn, Steffen und Markus Deibler belegte beim abschließenden Triumph des Rekord-Olympiasiegers Michael Phelps Platz sechs. Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) ist damit erstmals seit 80 Jahren ohne eine einzige Medaille.
Hoffnung auf eine Medaille haben noch Sabine Lisicki und Christopher Kas. Die wird allerdings nur eine bronzene sein, nachdem das Mixed-Doppel im Halbfinale des olympischen Tennis-Turniers denkbar knapp gescheitert ist. Das deutsche Duo unterlag den britischen Lokalmatadoren Laura Robson/Andy Murray in einer dramatischen Partie mit 1:6, 7:6 (9:7) und 7:10. Lisicki und Kas können am Sonntag im Spiel um Platz drei aber noch Bronze gewinnen. (dapd)
17:22
Jetzt liegen wir schwimmtechnisch irgendwo auf dem Niveau von Italien und Polen. Also zweite bis dritte Liga.
Es musste sich ja zeigen, das wir immer weniger Kinder haben, die noch schlechter schwimmen können als eine Generation vorher. Manchmal war es früher doch besser.
Wenn überall Schwimmbäder aus selbstgemachter Finanznot geschlossen werden, Schwimmbäder in Pommesbuden mit Whirlpool (sogenannte Spassbäder) umgebaut werden, ist das die logische Folge.
Dass die Jugend nicht mehr hart trainieren will, ist eben Zeitgeist. Gesucht werden nur noch angebliche Topmodels.
Also freuen wir uns mit den Amerikanern und Australiern. Und dem DSV empfehlen wir entweder die Selbstauflösung, die Fusion mit den Niederländern oder den Verzicht auf die Olympiateilnahme 2016.
12:34
Dem Himmel sei Dank.
Keine(r) ist ertrunken.