Janis Blaswich ist auf dem Weg zum Gladbacher Profi
15.07.2011 | 18:02 Uhr 2011-07-15T18:02:00+0200
Am Niederrhein. Nachwuchstorwart Janis Blaswich hat seine Fußballkarriere einst beim VfR Meerhog begonnen. Nun steht der 20-Jährige davor, seinen ersten Profivertrag zu unterschreiben.
Vom Sommer noch keine Spur, an diesem Freitagvormittag Mitte Juli. Stattdessen begrüßen dichte Wolken und Nieselregen am Borussia-Park die langsam eintrudelnden Fußball-Profis.
Trainer Lucien Favre bittet die Bundesliga-Spieler von Borussia Mönchengladbach zur ersten von heute zwei Trainingseinheiten. Einer, dessen Wurzeln in Mehrhoog liegen, ist mit dabei: Janis Blaswich gehört in dieser Saison fest zum Kader der Profis, ist hinter Marc-André ter Stegen und Christofer Heimeroth der dritte Torhüter der „Fohlen“.
Mit dieser Einstufung kann der 20-Jährige gut leben. „Ich sehe mich auch als Nummer 3“, erklärt Janis Blaswich. Für ihn ist die Aufnahme in den Profi-Kader ein erster Schritt, „ein Teil meiner Ziele, der nun in Erfüllung gegangen ist“. Alles weitere werde sich ergeben. „Darauf habe ich mein ganzes Fußballer-Leben hingearbeitet. Nun will ich im Training konstante Leistungen bringen, ein bisschen Druck machen. Alles weitere entscheiden die Trainer“, fügt Blaswich hinzu.
Die Trainer – in seinem Fall ist dies meist Uwe Kamps. Der langjährige Gladbacher Keeper, der 390 Einsätze in der deutschen Eliteliga absolvierte, hat die Keeper unter seine Fittiche. „Mit ihm zusammen arbeite ich mehr als mit Lucien Favre, der sich für die jungen Spieler aber auch sehr viel Zeit nimmt“, erzählt der Youngster mit Gardemaß für einen Schlussmann. Seine 193 Zentimeter und 86 Kilogramm flößen schon Respekt bei den gegnerischen Stürmern ein.
Sollten ter Stegen und Heimeroth gesund bleiben, wird dies erst einmal in der Regionalliga-Mannschaft der Borussia sein. „Das war in den letzten Jahren immer so“, erklärt Janis Blaswich. Seinen Amateurvertrag hat er um ein Jahr verlängert, einen Profi-Kontrakt gibt es noch nicht. „Das wird wohl in den nächsten Tagen geschehen“, so Blaswich. Doch wirklich beschäftigt er sich damit nicht, Berater Thomas Kroth (u.a. Profi in Frankfurt, Hamborn, Dortmund) ist dafür zuständig.
Einsätze auch im Angriff
Begonnen hat das Fußballer-Leben für Janis Blaswich im beschaulichen Mehrhoog. Bei den Bambini stand er erstmals auf dem Platz. „Früher habe ich beim VfR auch im Feld gespielt, zwischendurch sogar als Stürmer“, erzählt er. Irgendwann habe er mal Lust verspürt, den Platz zwischen den Pfosten auszuprobieren. Spaß und Erfolg stellten sich hier schnell ein.
In der Vorbereitung auf die neue Saison stand Janis Blaswich bisher zwei Mal zwischen den Pfosten der Mönchengladbacher Bundesliga-Mannschaft. Während des Trainingslagers in Bad Wörishofen wurde der 20-Jährige in den Testspielen gegen den Zweitligisten Greuther Fürth (1:2) und beim 3:1-Erfolg über den Drittligisten 1. FC Heidenheim jeweils zur Halbzeit für Christofer Heimeroth eingewechselt. Dabei musste der junge Schlussmann nur einmal hinter sich greifen. Gegen den Elfmeter des Fürthers Bernd Nehrig war die Nummer 3 der Borussen letztlich machtlos.
Im Jahr 2006 wechselte er dann erstmals den Verein, schloss sich Borussia Mönchengladbach an. „Damit habe ich alles richtig gemacht“, findet der 20-Jährige. Schnell sicherte er sich den Stammplatz in der U 17, kletterte hoch bis in die Regionalliga. So „nebenbei“ legte Blaswich am Weseler Berufskolleg noch sein Fachabitur ab (2009).
Doch der Sprössling des Ex-Torhüters des Weselers SV, Ludger Blaswich, legt seinen Fokus derzeit natürlich auf die sportliche Laufbahn. Langfristig sollen Einsätze in der Beletage des deutschen Profi-Fußballs folgen. „Aber das geht nur, wenn ich mich von Training zu Training verbessere“, erklärt Janis Blaswich.
Die nächste Einheit steht an, auch am heutigen Samstag wird trainiert. Dann entscheidet sich, ob Janis Blaswich zum Kader gehört, wenn heute um 19.30 Uhr in Oberhausen der Härtetest gegen den Europa-League-Sieger FC Porto steigt. Am Freitagnachmittag strahlt auch die Sonne über dem Borussia-Park wieder. In diesen Tagen schon fast sinnbildlich für den ehemaligen Merhooger Janis Blaswich.
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