Bißlich will „ein Zeichen setzen“
05.03.2012 | 19:03 Uhr 2012-03-05T19:03:00+0100
Hünxe. Der Tag danach: Für Nikolay Glouhtchev bleibt der Rauswurf beim Fußball-Bezirksligisten TuS Drevenack absolut unverständlich. „Nach nur einer Niederlage im ersten Rückrundenspiel kann ich das nicht nachvollziehen“, sagt der Ex-Trainer.
Im Anschluss an die 0:4-Niederlage bei SV Hönnepel-Niedermörmter II war der Coach von Fußball-Abteilungsleiter Ludger Bißlich von seiner vorzeitigen Demission – zum Saisonende wäre dann nach sechs Jahren sowieso Schluss gewesen – unterrichtet worden. Als Interimstrainer übernimmt Ludger Bißlich die abstiegsgefährdete Elf nun selbst, ehe Ex-Profi Frank Saborowski spätestens zum Heimspiel gegen den SV Hamminkeln am 1. April auf der TuS-Bank sitzen wird.
Er habe nach der Schlappe „ein Zeichen setzen wollen“, begründet Ludger Bißlich den überraschenden Schritt. Maßgebend dafür sei gewesen, dass sich „die Mannschaft hängen gelassen hat. Da war kein Aufbäumen zu sehen“, erklärt der 50-Jährige. Dem widerspricht Nikolay Glouhtchev. „Wir hatten viele Ausfälle zu verkraften, aber die Truppe hat sich nicht hängen gelassen“, so der Ex-Coach. Er selbst habe „immer alles gegeben. Ich habe mir nichts vorzuwerfen.“
Ludger Bißlich sagt von sich selbst, dass er kein Freund einer vorzeitigen Trennung von einem Trainer sei. „Ich hatte mir das alles auch anders vorgestellt.“ Mit dem Klassenerhalt in der Tasche sollte es im Sommer den Übergang von Nikolay Glouhtchev zu Frank Saborowski geben. Doch die ersten 90 Pflichtspiel-Minuten im neuen Jahr ließen dieses Vorhaben platzen.
Dabei habe er mit „Adleraugen die sicherlich nicht einfache Truppe“ in den letzten Wochen beobachtet. Zuletzt führte er vor drei Wochen ein ausführliches Gespräch mit dem Team. Nach dem Sonntagsspiel hatte „ich allerdings das Gefühl, dass es in die falsche Richtung läuft und Niko mit der Mannschaft den Klassenerhalt nicht hinbekommt“.
Von dem Wechsel auf der verantwortlichen Position verspricht sich der Fußball-Abteilungsleiter „mehr Disziplin in der Truppe, die nun in erster Linie gefordert ist“. Außerdem hofft Bißlich, dass ein neuer Übungsleiter zusätzliche „Motivation freisetzt“.
Dieser Aufgabe soll spätestens ab dem 28. März der Ex-Profi Frank Saborowski (118 Erst- und Zweitliga-Spiele) nachkommen. Heute Abend wird der 53-Jährige, der zuletzt den Westfalenligisten Westfalia Rhynern (2008/09) betreute, mit der Drevenacker Mannschaft sprechen. Ein zweiwöchiger beruflicher Aufenthalt in Spanien ab dem 14. März verhindert den sofortigen Einstieg Saborowskis. „Ich werde wenigstens bis dahin ein paar Einheiten mitmachen und auch involviert sein. Ansonsten wäre das ja verschenkte Zeit“, erläutert Saborowski.
Den Auftritt seines neuen Teams am Sonntag beim 0:4 hat Saborowski nicht verfolgt. Stattdessen hatte er beim Spiel SV Bislich gegen Kellen (1:1) die Konkurrenz unter die Lupe genommen. „Ich habe die TuS in der Vorbereitung drei Mal gesehen, eigentlich dürfte sie nicht da unten stehen“, meint der ehemalige Profi, der die Zeit bis zum Sommer auch „ganz anders geplant hatte. Jetzt muss dann Plan B greifen.“ Und der heißt Klassenerhalt mit Frank Saborowski statt mit Nikolay Glouhtchev.
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