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400-Tore-Rückraum als Trumpf

21.09.2011 | 19:13 Uhr

Wesel. Noch vor wenigen Monaten war Christian Pannen äußerst optimistisch. „Ende der letzten Saison habe ich für dieses Mal richtig gute Aufstiegschancen für uns gesehen – das muss man mittlerweile relativieren“, so der Spielertrainer der HSG Wesel. In der vergangenen Spielzeit hatte er mit Co-Trainer Michael Kessel den Umbruch beim Handball-Landesligisten eingeleitet. Sonntag (17 Uhr) startet die HSG mit einem Derby gegen den TV Issum in der Halle Nord in die neue Saison.

Die Rot-Weißen mussten vor der abgelaufenen Spielzeit den Verlust einiger Leistungsträger hinnehmen und bauten zur Kompensation auf junge Akteure. Pannen, der einst für Bayer Uerdingen in der Regionalliga spielte, schaute sich ebenso wie Kessel das Geschehen zumeist von draußen an, suchte Schwachstellen und Verbesserungsansätze.

Das Team zeigte eine Hinrunde mit Höhen und Tiefen, fügte dem später souveränen Aufsteiger VfB Homberg fast den ersten Punktverlust zu, zeigte aber auch ernüchternde Vorstellungen. Mitte der Spielzeit hatte sich die HSG stabilisiert, startete mit sechs Siegen in Serie in die Rückrunde. Als dann auch noch die Rückkehr von Björn Fehlemann vom Oberligisten TV Jahn Hiesfeld in trockenen Tüchern war, reiften Pannens erwähnte Titelhoffnungen für diese Saison.

„Aber es wird ein Hauen und Stechen da oben geben“, prophezeit der 31-Jährige. „Da sind mindestens acht Mannschaften bei, die unter die ersten Fünf gehören. Aldenrade hat mächtig aufgerüstet, Biefang sich auch gut verstärkt.“ Zudem müsse man den SC Bottrop sowie den starken Aufsteiger OSC Rheinhausen II im Auge behalten. Und auch der VfL Rheinhausen, der in der Gruppe eins den Titel nur um zwei Zähler verpasst hatte, dürfte wohl einen neuen Anlauf Richtung Verbandsliga nehmen.

Die größte Stärke der HSG ist der Rückraum, wo neben 228-Tore-Mann Fabian Gorris jetzt auch noch der wurfgewaltige Björn Fehlemann wieder für lange Gesichter beim Gegner sorgen soll. „Eigentlich ist das ein 400-Tore-Rückraum. Aber auf ihnen lastet natürlich auch viel Druck. Zudem mussten wir unser System umstellen“, so Pannen. „Am Ende wird die Konstanz der ganzen Mannschaft über die gesamte Saison entscheiden. Wir müssen mehr stellen als eine gute erste Sechs“, sagt Pannen, der genug von außen beobachtet hat und nun wieder regelmäßig selbst mitwirkt. Auch Michael Kessel wird, falls nötig, bereit stehen, um die Deckung zu stabilisieren.

Aus der eigenen A-Jugend kommen Sven Brincks und Richard Kalus, der sich mit Routinier Andreas Geilenkirchen die Einsätze im Tor teilt. Beiden Youngstern bescheinigt Pannen Potenzial und Ehrgeiz. Nicht zufrieden ist der Spielertrainer dagegen mit der Vorbereitung, weil studiums- oder beruflich bedingt quasi nie der komplette Kader beisammen war.

Wie der Schwerpunkt der Vorbereitung, die variablere Defensivarbeit, umgesetzt wird, zeigt sich am Sonntag, wenn der TV Issum seine Visitenkarte in der Halle Nord abgibt. „Wir haben bei denen im Pokal eine offensivere Deckung beobachtet, das war aber auch gegen einen Kreisligisten“, verrät Pannen. „Wir haben gegen Issum zuletzt immer ganz gut ausgesehen und sollten die Partie gewinnen, wenn wir ganz oben mitspielen wollen.“

Der HSG-Kader:
Tor:
Andreas Geilenkirchen, Richard Kalus.
Linksaußen: Sven Brincks, Lars Lettgen.
Linker Rückraum: Fabian Gorris, Stefan Haase.
Rückraum Mitte: Florian Jacobi, Spielertrainer Christian Pannen, spielender Co-Trainer Michael Kessel.
Rechter Rückraum: Björn Fehlemann, Christoph Heffels.
Rechtsaußen: Daniel Borgmann.
Kreisläufer: Fyn Walla, Philipp Glaser.

Andreas Nohlen

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