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Keine Taktik, sondern Vollgas

13.06.2012 | 15:56 Uhr
Keine Taktik, sondern Vollgas
Felix Feldhaus aus Datteln (2. v. l.) rudert nach seinem Wechsel für den RV Rauxel

Castrop-Rauxel. 350 Meter, eine Minute Maximalbelastung – der Körper am Anschlag seiner Leistungsfähigkeit. Die Faszination Ruder-Bundesliga lockt seit Jahren immer mehr Menschen an die Regatta-Strecken, wenn die besten Achter-Teams aus ganz Deutschland auf der Sprint-Distanz um jede Hundertstel kämpfen. Am Wochenende geht die wilde Fahrt wieder los.

In Rüdersdorf bei Berlin auf dem Kalksee startet die neue Saison am Samstag um 10 Uhr mit den Zeitläufen. Dann gehen, neben dem „Emscherhammer“ aus Hamm und Wanne-Eickel/Herten, auch zwei Boote des RV Rauxel wieder aufs Wasser. Berthold Oberkönig hat den Männer- und den Frauen-Achter für die Saison fit gemacht und ist mit seinen Athleten zufrieden. „Wir haben hart und konzentriert gearbeitet. Ich bin zuversichtlich, dass wir einiges erreichen können“, sagt Oberkönig.

Durch die Kooperation des RV Rauxel mit dem Celler RV bieten sich Oberkönig ganz neue Möglichkeiten vor allem den Herren-Achter noch schlagkräftiger zu besetzen und ihn in der Konkurrenz der 16 Boote in der ersten Liga an die Top-Teams heranzuführen. Mit im Boot sitzt nach seinem Wechsel vom RC Hansa nach Castrop-Rauxel auch der Dattelner Felix Feldhaus. Außerdem werden erst im Laufe der Saison, die insgesamt fünf Renntage umfasst, weitere U23-Athleten zum Kader stoßen und ihn noch stärker machen.

Am Freitagmorgen macht sich der Trainer auf den Weg nach Rüdersdorf, denn er ist nicht nur dafür zuständig, dass die Bootsbesatzungen top in Form sind, sondern auch dafür, dass die Sportgeräte zur Kalksee-Arena gelangen.

Die Athleten reisen im Laufe des Tages nach. „Ich denke, dass bis Freitagnachmittag alle vor Ort sind und wir uns gemeinsam auf den Saisonstart vorbereiten können“, so der Ausblick von Berthold Oberkönig. Neun Herren und zwölf Frauen wollen für die Ruderer von der Wartburginsel die Kohlen aus dem Kalksee holen (Kader siehe Infokasten).

Über Monate haben sich die Athleten akribisch vorbereitet, mehrere Einheiten in der Woche hart gearbeitet. „Die Trainingseindrücke sind sehr positiv. Aber wir haben absolut keinen Vergleich zu anderen Teams. Alle fangen bei Null an“, sagt Berthold Oberkönig. Deshalb ist die Regatta in Rüdersdorf eine wichtige Standortbestimmung für alle Mannschaften. Und um alle Kraftreserven genau auf diesen Punkt zu fokussieren, wurde in der letzten Woche vor dem Saisonauftakt auch nur noch dosiert trainiert.

Die nötige Spannung, da ist sich Oberkönig sicher, bauen seine Athleten schon auf der Fahrt nach Rüdersdorf auf. „Es ist auch wichtig, nicht zu viel Harmonie zu spüren. Es muss auch ein Schuss Aggressivität dabei sein. Aber je näher man der Wettkampfsituation kommt, desto größer wird die Anspannung. Da muss ich als Trainer dann auch gar nicht mehr so viel sagen.“ Und auf dem Wasser gibt es dann ohnehin nur noch eine Devise: Alles geben was geht. „Taktieren kannst du auf der Distanz nicht. In den Zeitrennen musst du schon alles raushauen.“

Denn die ersten drei Rennen sind schon entscheidend. „Wenn wir in den Zeitrennen nicht schnell genug sind um Krefeld oder dem Wannsee-Achter aus dem Weg zu gehen, wird es ganz schwer“, erläutert der RVR-Coach.

Felix zur Nieden



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