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Fußball - NRW-Liga

Geschichtsträchtig

01.06.2012 | 17:30 Uhr
Geschichtsträchtig
Sonntag fällt die Entscheidung. Der VfB Hüls (r. Christian Erwig) kämpft um den Einzug in die Relegation.

Marl.   Im definitiv letzten NRW-Liga-Spiel für den VfB Hüls geht es für die Kicker vom Badeweiher bei DSC Arminia Bielefeld II um alles – nämlich die Relegation zur Regionalliga.

Nach nur vier Jahren ist die NRW-Liga schon wieder Fußball-Geschichte. Doch gerade im Abgesang dieser fünften Liga will der VfB Hüls Vereinsgeschichte schreiben, will am Ende der Spielzeit das Ticket für die Relegation zur Regionalliga in der Tasche haben. Dafür braucht es aber, um ganz sicher zu gehen, einen Sieg im letzten NRW-Liga-Spiel gegen DSC Arminia Bielefeld II und da weiß auch VfB-Trainer Martin Schmidt: „Es gibt leichtere Aufgaben.“

Eine Anspielung auf die anderen brisanten Duelle am letzten Spieltag der Saison soll das nicht sein. Nüchtern betrachtet hat aber ETB SW Essen mit dem VfB Speldorf auf dem Papier die leichteste Aufgabe vor der Brust, denn für die Mülheimer geht es um nichts mehr. Die anderen beiden Teams, die noch mit im heißen Rennen um die begehrten Plätze sind, sind der KFC Uerdingen 05 und der SV Bergisch Gladbach 09, und beide spielen sie gegen U23-Teams von Proficlubs. „Gegen solche Mannschaften ist es immer schwer zu spielen, denn es sitzen bei jeden Spiel Späher auf der Tribüne und die Jungs wollen sich immer beweisen und für höhere Aufgaben empfehlen“, sagt Martin Schmidt.

Dass die Situation für seine Mannschaft eine ganz besondere ist, und der Druck enorm, weist auch Martin Schmidt nicht von der Hand. Seine Mannschaft aber werde damit zurechtkommen. „Die Jungs haben in den letzten Jahren immer wieder Drucksituationen und Endspiele erlebt. Meist ging es dann aber um den Klassenerhalt. Jetzt ist der Druck aber viel positiver, denn wir können etwas ganz Großes erreichen.“

Und eben diese Stimmung nimmt der Übungsleiter auch im ganzen Verein wahr. Zwei proppevolle Fanbusse werden die VfB-Kicker auf ihre Reise nach Ostwestfalen begleiten. Lange hat es so was am Badeweiher nicht gegeben.

Eine Gefahr, dass sein Team überdrehen könnte, sieht Martin Schmidt aber trotz all der Euphorie nicht. „Wir wollen die Jungs gar nicht bremsen. Sie sollen genau so Gas geben, wie schon gegen Duisburg.“ Problemlos sei die letzte Trainingswoche vor dem Finale gewesen. „Jeder weiß, dass er auf seiner Position alles abrufen muss und dass wir es nur als Kollektiv schaffen können.“ Ein Kollektiv, bei dem es aber auf einige Bausteine ganz besonders ankommen wird. „Wir haben einen guten Mix im Team. Kadir Mutluer, Jakup Köse und Tobias Rantzow sind erfahren genug, um den Spielern um sie herum Stabilität zu geben. Es geht aber darum, dass wir, wie schon in den vergangenen Spielen, unser eigenes Ding machen.“ Trotzdem sind Schmidt & Co. aber natürlich über die Zwischenstände auf den anderen Plätzen informiert.

„Wir sind dann zwar immer auf dem aktuellen Stand, aber wir wollen es in der eigenen Hand haben. Denn am Ende wird es eine Mannschaft unverdientermaßen nicht in die Relegation schaffen“, sagt Martin Schmidt in seiner gewohnt ruhigen Art. Ob ihn das alles selbst denn völlig kalt lasse, wenn um ihn herum alles euphorisiert auf den kommenden Sonntag blickt? „Zunächst einmal schlafe ich generell vor Spielen immer sehr, sehr gut. Ich habe in den letzten Jahren ja auch schon einige Aufstiegs-Spiele miterlebt und kenne die Situation. Als Trainer ist es meine Aufgabe, die nötige Ruhe zu bewahren.“ Warum es seine Mannschaft schaffen werde, in die Relegation einzuziehen? „Weil die Jungs seit 33 Spieltagen beweisen, dass sie diese Relegation spielen können und sie sich ganz sicher diese Chance mehr als verdient haben.“

Felix zur Nieden


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