Ina Reinders beendet ihre Karriere
05.08.2010 | 15:59 Uhr 2010-08-05T15:59:00+0200
„Eigentlich habe ich seit meiner Geburt Probleme mit Asthma. Deshalb habe ich ja erst mit dem Sport begonnen.“ Was einst die Antriebsfeder einer nahezu beispiellosen Triathlon-Karriere war, sorgt nun für deren Ende.
Die gebürtige Xantenerin Ina Reinders, Ausnahme-Athletin in dieser Extrem-Ausdauersportart, hört nach 19 Jahren auf.
Aber nur „mit dem Leistungssport und den Wettkämpfen“. Dem Team Abu Dhabi, gegründet von ihrem Freund Faris Al-Sultan, Triathlon-Weltmeister von 2005, wird sie als Betreuerin treu bleiben. Auch wenn es dann manchmal bei Wettkämpfen ganz schön bei ihr kribbeln wird. Doch ein Comeback schließt Ina Reinders kategorisch aus. Das gilt – leider – auch für den Nibelungen-Triathlon in ihrer Heimatstadt.
Geplant war, dass der Ironman 70.3 UK der halbwegs versöhnliche Abschluss für Ina Reinders werden sollte. Doch wieder machte ihr die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. So war tatsächlich der Start beim 24. Triathlon in Buschhütten im vergangenen Mai ihr letzter Wettkampf. Und den beendete sie mit dem zweiten Platz. Genau wie im Vorjahr. In Buschhütten ist Ina Reinders mit fünf Siegen Rekordgewinnerin.
Doch die Asthmaprobleme haben ihre Leistungen in allen Jahren beeinträchtigt, wurden schlimmer, waren mit ein Grund dafür, dass sie auf die Mittel- und Langdistanz gewechselt hatte. Nun wäre es unvernünftig, in der Hoffnung darauf, zwei Wettkämpfe im Jahr absolvieren zu können, soviel Aufwand zu betreiben, heißt es in einer Mitteilung. Doch die Ironmandistanz war nicht wirklich ihr Ding, obwohl sie dort einen Platz auf dem Podium erreichte, sich für Hawaii qualifizierte.
Vergangenes Jahr beim
Nibelungen-Triathlon
Trotz aller Erfolge blieb Ina Reinders aber der Leichtathletik-Star zum Anfassen. Im vergangenen Jahr ging sie auch beim Nibelungen-Triathlon noch an den Start. Sie wollte aber niemals Teil des Sportförderkaders oder der Nationalmannschaft sein.
Damit aber keine Missverständnisse aufkommen: Bis zum Schluss betrieb Ina Reinders ihren Sport ernsthaft unter professionellen Bedingungen. Aber: „Ich wollte nie mein ganzes Leben nur mit Sport verbringen.“
So schloss sie parallel zum Sport ihr Lehramtsstudium ab, unterrichtet heute als Gymnasiallehrerin in Bayern Geografie und Wirtschaft. Warum kein Sport? „Diese Fächerkombination gibt’s hier in Bayern nicht“, schmunzelt sie, und ergänzt, dass sie allerdings an ihrer Schule eine Wahl-Arbeitsgemeinschaft für Leichtathletik und Schwimmen anbietet. Für die Schüler freiwillig.
In der Nachwuchsförderung sieht sie außerdem eine weitere Aufgabe für sich. „Als Trainerin für Jugendliche – nicht für Geld.“ Und sie will andere Sportarten ausprobieren. „Ich mache im Winter ja schon Ski-Langlauf. Das geht hier super.“
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