Entscheidendes Kellerduell
26.02.2010 | 22:45 Uhr 2010-02-26T22:45:00+0100
Moers. Wenn Bundesligist Moerser SC heute die Titanen aus Wuppertal empfängt, geht es um alles oder nichts. Für den Verlierer sieht es schlecht aus mit dem Klassenerhalt.
1992 war es das Spitzenspiel in den Play Offs der Volleyball-Bundesliga: Die Moerser Adler gewannen 3:2 in Wuppertal und 3:1 in Moers. Der MSC war Deutscher Meister.
Samstag, 19.30 Uhr, kommt es in der Halle des Gymnasiums Adolfinum erneut zu diesem Duell. Am drittletzten Spieltag der Normalrunde ist es jedoch die Partie der Kellerkinder. Mit den Play Offs haben das Tabellenschlusslicht Wuppertal und der punktgleiche Vorletzte Moerser SC nun wirklich nichts mehr zu tun.
Aber beide Mannschaften müssen unbedingt gewinnen – wollen sie noch irgendwie den Abstieg vermeiden.
Im Hinspiel ging Moers mit 0:3 „über die Wupper”
Diesmal haben die Titanen einen kleinen Vorteil: Sie wissen, wie es sich anfühlt, gegen die Moerser Adler zu gewinnen. Mit 0:3 Sätzen – 20, 14 und 16 Punkten – ging der MSC Anfang Dezember im Hinspiel „über die Wupper”. Chang Cheng Liu zeigt sich davon unbeeindruckt. Doch der Adler-Coach warnt auch vor der Partie: „Es kommt ein sehr schweres Spiel auf uns zu. Die Aufgabe ist lösbar – aber ich glaube, dass nur wenige nachvollziehen können, wie schwer es in der derzeitigen Situation für uns ist.”
So bleibt dem MSC-Trainer nichts anderes als eine nüchterne Betrachtung: „Die Wahrheit ist, dass Wuppertal und Moers in etwa gleich stark sind – allerdings mit unterschiedlichen Schwächen und Stärken. Diese werde ich nicht in der Öffentlichkeit ausbreiten, aber man kann sich darauf verlassen, dass wir versuchen werden, unsere Stärken gegen die Schwächen der Wuppertaler zu stellen. Dazu brauchen wir einen klaren Verstand und eine gute Tagesform. Dann können wir es schaffen.”
Optimistisch stimmen Liu auch die Ergebnisse der vergangenen Spiele: „Wir haben uns in der Rückrunde ganz ohne Zweifel gesteigert. Sicher ist noch nicht alles rund. Unsere Schwächen müssen wir mit kämpferischem Einsatz kompensieren.”
Über die Startformationen will er nichts sagen. „Es hat sich in der Liga herumgesprochen, dass wir Probleme auf der Diagonalen haben. Victor Bird ist weiter verletzt, Marvin Prolingheuer muss spielen. In der Mitte und Außen greifen wir auf die bekannten Spieler zurück. Im Zuspiel – da bin ich froh – haben wir mit Robin Gietzelt und Tobias Neumann ein verlässliches Duo.”
Nun könnte der Verdacht aufkommen, dass der Trainer sein Team stark reden möchte. Doch dagegen steht die Leistung in der vergangenen Partie gegen Rottenburg, die zwar wieder verloren wurde, aber nur mit 2:3. Obendrein hatte der Moerser SC einige fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen gegen sich. Dagegen könnten die Fans in der eigenen Halle helfen. Denn genau das ist es, was man den Heimvorteil nennt.
0mitdiskutieren