Am Ende ist der Akku leer
03.02.2010 | 22:12 Uhr 2010-02-03T22:12:00+0100Volleyball. Moerser SC verliert das Bundesliga-Derby in Bottrop nach gutem Start mit 1:3 Sätzen.
Gabor Nacsa hatte es geahnt. Nach dem Sieg gegen die Netzhoppers hatte er betont, dass dieser Erfolg nur bei einem weiteren Sieg in Bottrop Wert habe. Doch der gelang den Volleyballern vom Moerser SC nicht. Mit 1:3 (25:16, 21:25, 19:25, 19:25) mussten sie sich gestern Abend im NRW-Duell den RWE Volleys Bottrop geschlagen geben.
Die erste kuriose Szene im Derby ließ nicht lange auf sich warten. Bottrops Diagonalangreifer Jean-Merlin Nziemi schlug den Ball gegen den Moerser Block und von dort flog das Spielgerät gen Hallendecke – und blieb auf den Streben der Beleuchtungsanlage liegen. Offenbar trauerten die Bottroper der Kugel nach, denn die Adler rissen das Spiel an sich. Tobias Neumann verteilte die Bälle gut und Szabolcs Nemeth sorgte mit einer starken Aufschlagserie wieder einmal für einen Zwischenspurt. Zudem feuerten die Bottroper gleich mehrfach den Ball ins Netz oder ins Aus. So ging der erste Satz deutlich an den MSC.
Spannung im zweiten Satz
Dann kam Bottrop aber besser ins Spiel. Zu Beginn des zweiten Satzes führten sie bereits mit 6:3, dann machte Moers die Partie wieder spannend. Allerdings nur bis zum 14:14, denn die Gastgeber zogen davon und holten sich den Satz. „Bottrop hat nicht mehr so viele Eigenfehler gemacht”, erklärte Henning Wegter den Satzverlust. „Da müssen wir jetzt besser dagegenhalten.”
Doch das gelang kaum, auch weil der von einem Magen-Darm-Virus geschwächte Gabor Nacsa in der Annahme Probleme hatte. Sein Einsatz war lange fraglich, nachdem er den Vormittag noch am Tropf verbracht hatte. Zwar konnten Szabolcs Nemeth und Libero Carlos Viana ihn in der Annahme einigermaßen unterstützen, doch zum Ende des dritten Satzes drehte Bottrop mit sieben Punkten in Folge noch einmal auf.
Auch im vierten Satz kam Moers nicht mehr richtig in Schwung. Weder Auszeiten noch die Rückkehr von Victor Bird halfen den Adlern. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Fehler unterliefen dem MSC. „Der Akku war am Ende einfach leer”, gab Marvin Prolingheuer zu. „Das hat man wohl auch deutlich gesehen.”
ENTTÄUSCHUNG IN DER KABINE DER ADLER
Nach dem Spiel herrschte in der Moerser Kabine große Enttäuschung. „Wir sind natürlich alle geknickt”, sagte MSC-Kapitän Tobias Neumann. „Die Niederlage ist ärgerlich, besonders nach dem guten Anfang und auch deshalb, weil wir gegen einen direkten Konkurrenten verloren haben. Bottrop hat sich nach dem ersten Satz gut auf uns eingestellt und hat immer mehr Druck gemacht. Wir sind mit zu wenig Aggressivität in den zweiten Satz gegangen. In der Annahme waren wir dann nicht mehr so sicher und da haben die Bottroper ihre Chance genutzt. Besonders Nziemi haben wir nicht in den Griff bekommen. Am Ende wollten wir zu viel und dann hat nichts mehr geklappt.”
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