Malocherschicht am Niederrhein
03.08.2010 | 17:39 Uhr 2010-08-03T17:39:00+0200Kalkar. Georg Mewes könnte sein Auto am Mittwoch in der Garage lassen und per Bus zum Arbeitsplatz fahren. Aus seiner Heimatstadt bricht nämlich eine Reisegruppe auf zum Sportplatz des SV Hönnepel/Niedermörmter.
Georg Mewes könnte sein Auto heute in der Garage lassen und per Bus zum Arbeitsplatz fahren. Aus seiner Heimatstadt bricht nämlich eine Reisegruppe auf zum Sportplatz des SV Hönnepel/Niedermörmter. Mit Rot-Weiß Oberhausen gibt ab 19 Uhr ein Zweitliga-Team seine Visitenkarte an der Rheinstraße ab.
„Das ist gerade für die jungen Spieler ein tolles Erlebnis. Deswegen werde ich den kompletten Kader einsetzen“, erklärt Mewes, der nur auf Andre Trienenjost (verletzt) und längerfristig auf Christoph van de Sand (Zivildienst in England) verzichten muss. Wie vor dem Duell gegen Fortuna Düsseldorf im Mai hat der SV-Coach eine Faustregel parat: „Eine Liga macht zwei Treffer Unterschied. Das wären in diesem Fall acht Gegentore, die wir aber unterbieten wollen.“ Beim 0:4 gegen Düsseldorf erreichte sein Team dieses Ziel.
Mit 15 Spielern in die Disco
In der Vorbereitung hat Mewes ein weiteres Ziel erreicht: Er schweißte die neu formierte Truppe zu einer Einheit zusammen. Mit 18 Akteuren ging es am vergangenen Freitag zum Mannschaftsessen. Und wer ausschlafen konnte, zog weiter in eine Düsseldorfer Disco. „Da waren noch fünfzehn Leute dabei. Manche haben auf dem Rückweg direkt Brötchen geholt“, sagt Mewes mit einem Schmunzeln.
Nun bitten Profifußballer zum Tanz: Rot-Weiß Oberhausens Team, das sich nach außen hin als Malocher-Truppe präsentiert, tritt seine Schicht am Niederrhein fast in kompletter Kaderstärke an. Heinrich Schmidtgal, Tim Kruse und Mike Tullberg fallen mit Verletzungen aus, Torwart Stephan Loboué plagt eine Magen-Darm-Infektion. Ansonsten bietet Trainer Hans-Günter Bruns alles auf, was Rang und Namen hat. „Ich werde auch mal ein anderes System testen“ verrät der 55-Jährige. Beim Niederrheinligisten will er mit einer Dreierkette in der Abwehr agieren.
Für zwei SV-Spieler gibt es auch ein Wiedersehen mit alten Weggefährten: Sebastian Radtke absolvierte für Oberhausen einst einige Zweitliga-Minuten, und Thomas Tennagels stand in der Saison 2007/2008 mit Leuten wie Mike Terranova und Markus Kaya im Regionalliga-Kader.
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