Bundesliga-Aufstieg im Visier
25.11.2010 | 06:30 Uhr 2010-11-25T06:30:00+0100Kevelaer. Das wird der Höhepunkt der Saison für die Luftgewehr-Schützen der Schieß-Sport-Gemeinschaft (SSG) Kevelaer: Am Sonntag (28. November) läuft in der Zweifachsporthalle am Sportzentrum Hüls der einzige Heimkampf.
Das wird der Höhepunkt der Saison für die Luftgewehr-Schützen der Schieß-Sport-Gemeinschaft (SSG) Kevelaer: Am Sonntag (28. November) läuft in der Zweifachsporthalle am Sportzentrum Hüls der einzige Heimkampf. Den Bundesliga-Aufstieg ins Visier nehmen dann auch die beiden Studentinnen Josefine Dohmen (22) aus Lüllingen und Birgit Lohmann (23) aus Winnekendonk. Zusammen mit dem israelischen Weltklasse-Schützen Sergy Rikhter sowie Nils Schumann aus Erkelenz, Amelie Kleinmanns aus Kempen sowie Alexander Thomas aus Essen nehmen die Sportschützinnen zum vierten Mal den Sprung in die höchste deutsche Klasse in Angriff.
Dreimal war die SSG zuletzt in der Relegationsrunde gescheitert. Die ersten beiden von sieben Teams schaffen es in die Bundesliga – Kevelaer wurde in dieser Qualifikation einmal Fünfter und zweimal Dritter. „Zuletzt fehlten uns acht von viertausend Ringen“, ärgert sich Rudi Joosten, der in Personalunion Trainer und Vorsitzender ist, noch heute. Diesmal ist er optimistisch den Sprung zu schaffen: „Wir haben eine bärenstarke Mannschaft“, sagt er. Doch er weiß auch, dass Erfolg nicht programmierbar ist: „Die anderen können auch schießen!“
Joosten: „Macht einfach euer Ding!“
Beim Sportschießen spielt neben der Technik die mentale Stärke eine entscheidende Rolle. „Wichtig ist, dass die Schützen lernen, sich auf jeden Schuss aufs Neue voll zu konzentrieren“, erklärt der Trainer, der aber großes Vertrauen in seine Sportler hat. „Macht einfach euer Ding!“, gibt es seinem Team mit auf den Weg. Josefine Dohmen ist schon im fünften Jahr in der zweiten Bundesliga, die eigentlich Regionalliga heißt, mit am Start. Sie beschreibt die entscheidenden Sekunden vor jeder Schussabgabe so: „Kurz vor dem Schuss atme ich ganz ruhig aus - und in die Schusspause fällt dann der Schuss“. Alle Schützen der SSG Kevelaer haben einen „zügigen Rhythmus“ ergänzt Joosten.
Für die 40 Schüsse haben die Sportler 50 Minuten Zeit. Elektronisch wird der Treffer dann registriert und sofort angezeigt. Die Kevelaerer Schützen sind so gut, dass sie fast immer die Zehn treffen. „Eine Neun ist nicht das, was man will“, sagt SSG-Sprecher Georg Joosten, und ergänzt, „jedes Mal das Maximum zu schaffen, ist aber auch unmöglich.“ Im Schnitt hat Josefine Dohmen in dieser Saison 391,75 Ringe von 400 möglichen erreicht. Bei Birgit Lohmann stehen 385 zu Buche. Topschütze Sergy Rikhter ist mit 394,75 registriert, er schaffte im zweiten Wettkampf tolle 398 Ringe. Also gehen die Gastgeber am Sonntag als Favoriten ins Rennen. Kevelaer hat bisher vier von vier Wettkämpfen gewonnen und liegt gleichauf mit Mengshausen an der Tabellenspitze. Um 10 Uhr tritt die SSG zunächst gegen den Tabellenvierten Ohligser SG an, um 15.45 Uhr kommt es dann zum Duell mit St. Hubertus Paderborn-Elsen 2. Je nach Abschneiden der Konkurrenz aus Homberg/Ohm könnte sich die SSG bereits vorzeitig die Teilnahme an der Relegationsrunde im Januar in Hannover sichern.
Etwas besonders wird der Heimkampf für den Weltcup-Sieger des Jahres 2009, Sergy Rikhter: Diesmal werden die Augen der erwarteten 150 Zuschauer sicherlich noch mehr als sonst auf den 21-Jährigen gerichtet sein. Mit solch einem Druck kann der Israeli aber sicher umgehen. Das hat er zuletzt eindrucksvoll im hessischen Homberg/Ohm bewiesen, als er sich nach einem Remis von 394 Ringen im Stechen gegen den deutschen Nationalmannschafts-Schützen und Julian Justus durchsetzte. Die komplette Schießablage werden die Helfer der SSG vom Schießstand in die benachbarte Sporthalle verlagern. Die Wettkämpfe werden auf elektronischen Schießanlagen durchgeführt, die sogar Zehntel-Ringe anzeigen, was 0,25 Millimeter entsprecht und beim Stechen nach dem dritten Schuss eine Rolle spielt. Über Monitore können die Zuschauer alles bei freiem Eintritt haargenau mitverfolgen.
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