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Fußball - Kreisliga A

Miserables Zeugnis

18.01.2010 | 14:47 Uhr
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Miserables Zeugnis

Gladbeck. Stellt ein Trainer seiner Mannschaft ein schlechtes Zeugnis aus, liest sich das so: „Es fehlt an allen Ecken und Enden. Disziplin und Kondition sind momentan völlig unzureichend.” Laut Wacker-Trainer Ludwig Harelik ist der Klassenerhalt in der Fußball-Kreisliga A akut gefährdet.

Schuld an der schlechten körperlichen Verfassung dürfte vor allem fehlendes Training sein. Harelik: „Meine Spieler trainieren seit Monaten nur sporadisch. Da kann ich in vier Wochen Trainertätigkeit natürlich keine Wunder vollbringen.” Fassungslos macht ihn dagegen die allgemeine Disziplinlosigkeit: „Es kann nicht sein, dass viele Spieler ständig unpünktlich sind und sich noch nicht einmal abmelden, wenn sie verhindert sind.”

Die Butendorfer liegen auf dem 14. Platz, aber der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt nur drei Punkte. Theoretisch können die Wackeraner sich also problemlos retten. Praktisch sieht es zur Zeit ganz anders aus: In Hareliks vier Partien als Übungsleiter des Abstiegskandidaten errangen die Butendorfer zwei Unentschieden und mussten das Feld zweimal als Verlierer verlassen. Zu wenig, um sich aus der Abstiegsgefahr zu befreien. Allerdings erzielten sie mit dem 0:0 gegen den Fünftplatzierten SC Hassel II einen Achtungserfolg. Zuvor mussten sie mehrere bittere Niederlagen einstecken. Besonders das 1:6 gegen SG Preußen und das 0:3 gegen den TSV Feldhausen haben stark geschmerzt.

Viel Konditionsarbeit

Seit 12. Januar befindet sich Harelik mit seinen Akteuren wieder im Training. „Ich werde viel an der Kondition arbeiten, damit wir auch mal 90 Minuten konstant spielen können, ohne am Ende einzubrechen”, erklärt Harelik. Bis zum nächsten Saisonspiel gegen Buer-Bülse stehen mehrere Testpartien an. Wacker absolvierte ein Hallenturnier sowie die Vorrunde der Hallenstadtmeisterschaft, bei der die Butendorfer allerdings bereits die Segel streichen mussten. Die Titelkämpfe unter dem Hallendach liefen jedoch, wie Harelik sagt, nur nebenher: „Es war eine nette Abwechslung, mehr nicht.”

Der Kader schrumpft

Momentan versucht Harelik mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Alexander Jagielski, mehrere Neuzugänge zu verpflichten, um den Abstieg abzuwenden. Harelik: „Personell pfeifen wir allmählich wirklich auf dem letzten Loch. Ich habe einen Kader von 13 Leuten und muss regelmäßig auf Altherrenspieler zurückgreifen. So kann es einfach nicht weitergehen.” Mehrere Leistungsträger werden die Mannschaft verlassen oder haben dies schon getan: Dennis und Marcel Rühr sind zum Ligakonkurrenten SG Preußen gewechselt, Routinier Sascha Reimann möchte ebenfalls den Verein verlassen. Auch hier findet Harelik klare Worte: „Fußball ist ein Charaktersport. Es zählen Tugenden wie Disziplin und Respekt. Wer die nicht besitzt, kann ruhig gehen.”

Problematisch ist bei den Butendorfern zudem die finanzielle Situation. Für spielstarke Akteure fehlt schlichtweg das Geld. „Gute Spieler verlangen für ihre Unterstützung heutzutage immer eine Gegenleistung. Die können wir ihnen jedoch nicht bieten”, sagt Harelik. Ligataugliche Leistungen auf dem Platz bislang auch nicht.

Jan Hangebrauck

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