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NRW bewegt seine Kinder

Die Talente von morgen?

26.06.2012 | 16:43 Uhr
Die Talente von morgen?
NRW bewegt seine Kinder: 650 Kinder waren an zwei Tagen in der Sporthalle an der Mühlbachstraße. Foto: Thomas Schmidtke

Erle. Draußen war noch nicht viel zu sehen. Doch je näher man sich der Sporthalle der Gerhart-Hauptmann-Realschule näherte, so hörte man Kinderstimmen durch die offenen Türen. In der Halle dann aber waren es nicht einige Kinder, es waren viele, die sich auf den Turnmatten herumtummelten. Doch was anfangs aussah wie ein heilloses Durcheinander, war das Pilotprojekt „Ringen-Rangen-Raufen“ des Programms „NRW bewegt seine Kinder“.

Die Kinder Gelsenkirchener Grundschulen wurden durch ein spezielles Wettkampfsystem an die Sportart Judo herangeführt. Die Anmeldungen übertrafen aber die Erwartungen derart, dass die sechs teilnehmenden Schulen aus dem Stadtnorden mit insgesamt rund 650 Grundschulkindern der zweiten und dritten Schuljahre auf zwei Tage aufgeteilt werden mussten.

Ein solcher Ansturm benötigt aber auch eine gute Organisation. Dafür waren an den beiden Tagen Nicole Hafner vom Nordrhein-Westfälischen Judo-Verband (NWJV), Tanja Eigenrauch von Gelsensport und der Ausschuss für den Schulsport Gelsenkirchen verantwortlich. Neben den betreuenden Lehrern der Gemeinschaftsgrundschulen Astrid-Lindgren-Schule, Leythe-Schule, Mährfeldschule, Urbanusstraße und Velsenstraße sowie der Katholischen Grundschule Im Emscherbruch waren zudem fast mehr als 15 Trainer der drei Judo-Vereine JC Banzai, PSV Gelsenkirchen und Sportfreunde Erle pro Tag im Einsatz, um das wilde Treiben auf den Matten in geregelte Bahnen zu lenken.

Denn die Kinder haben erst einmal nur Spielen im Kopf. Doch nach einem rund 15-minütigem Aufwärmen und dem Durchlaufen von fünf Workshops in zwei Stunden waren die Kinder bereit, sich im Wettkampf auf acht Matten zu messen. „In den Workshops wurden den Kindern einfache Judotechniken vermittelt. Dann wurden alle gewogen und in Gewichtsklassen eingeteilt“, sagt Tanja Eigenrauch. „Die Klassenverbände werden somit aufgelöst, Jungen und Mädchen werden gemischt.“

Nach einer kurzen Pause ging es dann in knapp zwei Stunden auf der Matte zur Sache. „Jedes Kind hat drei Kämpfe. Es gelten ganz einfache Regeln“, sagt Nicole Hafner. „Und nach den Kämpfen ehren wir jedes Kind. Kein Kind geht ohne Medaille nach Hause.“ Alle bekommen zudem auch einen Schnupperpass, mit dem sie fünfmal an einem kostenlosen Training bei einem der drei Judo-Vereine teilnehmen können.

Bei der Eröffnung und der Siegerehrung hatten Jürgen Deimel, Vorsitzender von Gelsensport, Günter Kruszewski, Vorstandsmitglied von Gelsensport, Stadtrat Manfred Beck und Schulamtsdirektor Bernhard Südholz einiges zu tun. Günter Kruszewski hatte aber seine Freude mit den vielen Kindern. Und er hatte einen schönen Spruch eines Kindes auf Lager. Als er einem kleinen Jungen im Bayern-Trikot eine Silbermedaille umhing, sagte dieser: „Schon wieder Zweiter.“

Gelsenkirchen dritte Station

Auch Nicole Hafner vom NWJV macht die Arbeit viel Spaß. „Das Tollste sind die Kinder“, sagt sie. „Und wenn dann noch wie in Heinsberg gerufen wird ,Nicht nach Hause’, dann ist das doch eine Bestätigung für unsere Arbeit.“ Gelsenkirchen ist nach Düsseldorf und Heinsberg die dritte von insgesamt 14 Stationen dieses Pilotprojektes. Nächstes Jahr sollen es noch mehr Städte werden, in Gelsenkirchen dann in einem anderen Bezirk. „Ringen und Raufen ist ein Baustein im Schullehrplan. Das ist die Grundlage für den Sport“, sagt Nicole Hafner. „Die Talentsichtung im Judo beginnt sogar schon mit sechs Jahren im Kindergarten, mit acht Jahren darf man die ersten Wettkämpfe machen, aber nur mit dem Gelbgurt.“ Vielleicht waren ja in Erle die Talente von morgen dabei.

Stefan Andres



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