Das aktuelle Wetter NRW 23°C
Eishockey

Einstimmiger Beschluss - Moskitos Essen sollen weiterleben

27.06.2012 | 18:18 Uhr
Einstimmiger Beschluss - Moskitos Essen sollen weiterleben
Torsten Schumacher (links) und Michael Rumrich.

Essen.  „Wir haben uns schon mit einigen Sportinsolvenzen befasst, noch nie war es so knapp wie bei den Moskitos“, sagte Insolvenzverwalter Dr. Christoph Niering auf der Jahreshauptversammlung. 465.000 Euro sollen in der kommenden Saison ausgegeben werden. 70.000 Euro fehlen noch.

Die Moskitos sollen weiterleben. Das war der alles entscheidende Beschluss, den die stimmberechtigten Mitglieder des ESC auf der Jahreshauptversammlung einstimmig trafen. 401 Mitglieder hat der Verein insgesamt, 287 sind derzeit aus verschiedenen Gründen (u.a. Beitragsrückstände) nur stimmberechtigt. 95 von ihnen waren zur außerordentlichen Jahreshauptversammlung ins Essener Cinemaxx gekommen, um über die Zukunft des Eishockey-Klubs zu entscheiden – und sie zu gestalten. Denn: Nach dem Beschluss über die Fortführung des ESC stand die Vorstandswahl an – per Blockwahl: Ohne Gegenstimme bei zwölf Enthaltungen – also 83 Ja-Stimmen – wurden Torsten Schumacher als 1. Vorsitzender, Dr. Markus Beermann als 2. Vorsitzender und Miriam Dorschinski als Schatzmeisterin in ihre Ämter gehoben. Mit 90 Ja-Stimmen (bei fünf Enthaltungen) wurden Michael Rumrich (Sport), Thomas Wilken (Organisation) und Dirk Unverferth (Öffentlichkeitsarbeit) als Beisitzer gewählt.

Machtkämpfe und Gruppenbildung bei Moskitos

Insolvenzverwalter Dr. Christoph Niering und Rechtsanwalt André Dobiey hatten zuvor zurückgeblickt auf eine sportlich durchwachsene Saison, in die man aber ohnehin ohne Erwartungen gegangen sei. „Als wir mit dem Fall Moskitos betraut wurden, herrschte absolutes Chaos“, so Dobiey. Es sei ein Erfolg gewesen, diese Saison überhaupt bestritten haben zu können. Und Niering ergänzte: „Wir haben uns schon mit einigen Sportinsolvenzen befasst, noch nie war es so knapp wie bei den Moskitos.“

Natürlich war da das finanzielle Desaster, über dessen Ausmaß nichts mehr zu hören war. Aber auch Machtkämpfe und Gruppenbildung. „Wir hatten damals zwei Konzepte. Eines, das zum Entscheidungszeitpunkt nur eine Bürgschaft als Basis vorsah. Und eines, mit dem konkret dargestellt wurde, wie der Spielbetrieb finanziert werden sollte, inklusive erster Sponsorenzusagen“, so Niering rückblickend. Es war nicht das Konzept von Präsident Joachim Herden. Es war das Konzept des Jugendvorstandes um Torsten Schumacher, mit dem tatsächlich Oberliga-Eishockey bewerkstelligt werden konnte. Schumacher stand bis zur Mitgliederversammlung, zu der das Amtsgericht Essen hatte einladen müssen, kommissarisch an der Spitze. Nun ist er 1. Vorsitzender.

Das Credo: „Wir geben nur das aus, was wir eingenommen haben.“ Und das glaubten ihm die Mitglieder, auch weil das Vorstandsteam mit Zahlen überzeugen konnte. Rechtsanwalt André Dobiey erklärte zudem: „Entscheidend ist, dass es erstens immer um den Gesamtetat geht und zweitens immer Bruttobeträge gemeint sind.“ Soll heißen: Die genannten Zahlen beinhalten alle Sozialabgaben und Steuern. 375.000 Euro wurden in der vergangenen Spielzeit eingenommen, 385.000 ausgegeben. Christoph Niering bezeichnete das Defizit als „rote Null“ und ergänzte: „Das war solide, denn auch ein Insolvenzverwalter kann nicht damit rechnen, dass am ersten Spieltag in die Halle eingebrochen und Ausrüstung zerstört wird.“

465.000 Euro sollen in der kommenden Saison ausgegeben werden: 145.000 Euro für die Spieler, 200.000 für den Spielbetrieb (Hallenmiete, Auswärtsfahrten etc.), 120.000 Euro beträgt der Etat für die Jugend. 470.000 Euro sollen eingenommen werden durch Sponsoren (210.000 Euro), Zuschauereinnahmen (75.000 Euro, erwarteter Schnitt: 400 Zuschauer), Beiträge (75.000 Euro) und sonstige Einnahmen wie Saisonhefte und dergleichen (40.000 Euro).

Zusagen von Sponsoren

„Damit fehlen uns noch 70.000 Euro“, so Markus Beermann, Wirtschaftprüfer und neuer 2. Vorsitzender der Moskitos. „Aber wir sind überzeugt, diese Lücke bis zum Saisonbeginn geschlossen zu haben.“ Zumal Sponsoren bereits Zusagen gegeben hätten – für den Fall der Wahl des Vorstands soll das Geld auch fließen.

Es geht also weiter bei den Moskitos. Eine insgesamt harmonische Veranstaltung ging nach gut 90 Minuten zu Ende. Etwas Aufregung gab es – mal wieder – um die Person von Thomas Schiemann. Der Gründer und langjährige Präsident polarisiert noch immer. Als 1. Vorsitzender wurde Schiemann vorgeschlagen – eine Idee, die nicht bei allen Mitgliedern gut ankam. Christoph Niering hatte eine klare Meinung dazu: Er bedankte sich für das Engagement und den finanziellen Einsatz Schiemanns, „der kein Amt angestrebt hat“. Schiemann selbst gab den Dank weiter an alle, die in schwierigen Zeiten mitgemacht hätten. Und er schlug versöhnliche Töne an: „Alle, die den Moskitos helfen, die mitmachen wollen, sind herzlich eingeladen. Wenn alle an einem Strang ziehen, hat der ESC wieder eine echte Chance.“

Christian Kohmann ist zurück
Christian Kohmann ist zurück bei den Moskitos. Der 37-jährige Stürmer wechselt zusammen mit Sören Hauptig aus Ratingen zurück an den Westbahnhof. Bereits zu DEL-Zeiten spielte Kohmann für den ESC, dann war er wesentliche Stütze im Regionalliga-Team, das vor zwei Jahren die Meisterschaft holte. „Er ist ein ganz erfahrener Spieler, der unsere junge Mannschaft stabilisieren und führen kann“, freute sich Manager Michael Rumrich. Insgesamt – inklusive auch der Förderlizenzspieler aus Iserlohn und Köln, soll der Kader 23 Spieler umfassen. Rumrich: „Ich hoffe, dass wir alle Spieler bekommen, die wir haben wollen. Es sieht ganz gut aus.“ Auch der Vorbereitungsplan des ESC steht: Am 17. August geht es in Dinslaken das erste Mal aufs Eis, am 27. August am Westbahnhof. Das erste Vorbereitungsspiel findet am 1. September in Essen gegen Duisburg statt (19.30 Uhr).

Die weiteren Termine: 7. September, Moskitos – Herforder EV (20 Uhr), 9. September, Turnier Herne (Herne, Dortmund, Essen, Krefeld), 14. September Moskitos – Eindhoven (20 Uhr), 21. September Moskitos – Herner EV (20 Uhr), 22. September Eindhoven – Moskitos (20.30 Uhr).

In die neue Oberliga-Saison starten die Essener am 28. September mit einem Auswärtsspiel in Krefeld, am 30. September geht es im ersten Heimspiel gegen die Kassel Huskies (18.30 Uhr).

Achim Faust


Kommentare
29.06.2012
07:05
Einstimmiger Beschluss - Moskitos Essen sollen weiterleben
von Paraskevedekatriaphobie | #1

Die Anzahl der Kommentare ( bislang NULL ) über diese Meldung sagt doch schon alles aus! Es interessiert NIEMANDEN mehr !

Aus dem Ressort
Prickelnde Kulisse bei RWE-Generalprobe gegen BVB
RWE - BVB
Mit 1:5 (1:5) hat Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen am Sonntag im Testspiel gegen Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund verloren. Die 17.000 Zuschauer sorgten mit einer tollen Atmosphäre im Stadion Essen dennoch für eine prickelnde Generalprobe.
FC Kray mit Niederlage und Sieg in Testspielen
Fußball
Mit einem 1:2 in Wülfrath und einem 4:1 bei SW Wattenscheid 08 beendete Fußball-Regionalligist FC Kray die Vorbereitung. Nun gilt die volle Konzentration dem SV Rödinghausen, bei dem die Krayer am kommenden Samstag in die Saison starten werden.
Peter Torebkos Siegeszug hält bei TVN Men’s Open an
Tennis
Peter Torebko hat einen Lauf: Mit dem 20. Sieg und dem vierten Turniersieg in Folge sicherte sich der in den Diensten des Bundesligisten Rochusclub Düsseldorf stehende Weseler den Titel bei den TVN Mens Open.
7:0 – Lockerer Testspielsieg für die SGS Essen
Frauenfußball
Frauenfußball-Bundesligist SGS Essen hat das zweite Testspiel der Vorbereitung gewonnen: Gegen Regionalligist Borussia Mönchengladbach waren die Schönebeckerinnen allerdings kaum ernsthaft gefordert und kamen zu einem entsprechend deutlichen 7:0-Erfolg.
Zwei Testspiele für den FC Kray
Fußball-Regionalliga
Für Fußball-Regionalligist FC Kray stehen die beiden letzten Testspiele an, an diesem Samstag beim 1. FC Wülfrath (14 Uhr), am Sonntag bei Wattenscheid 08 (15.30 Uhr). Diese Tests zum Anlass zu nehmen, Rückschlüsse für die Startelf beim Meisterschaftsauftakt in Rödinghausen zu ziehen, erscheint aber...
Umfrage
Rot-Weiss Essen, der städtische Stadionbesitzer GVE und der Essener Konzern diskutieren eine Umbenennung des Stadion Essen an der Hafenstraße, der Spielstätte des Traditionsvereins RWE. Welchen Stadionnamen würden Sie favorisieren?

Rot-Weiss Essen, der städtische Stadionbesitzer GVE und der Essener Konzern diskutieren eine Umbenennung des Stadion Essen an der Hafenstraße, der Spielstätte des Traditionsvereins RWE. Welchen Stadionnamen würden Sie favorisieren?

So haben unsere Leser abgestimmt

Helmut-Rahn-Stadion
52%
Georg-Melches-Stadion
24%
RWE-Stadion
8%
Stadion Essen
10%
Den Firmennamen eines anderen Sponsoren im Stadionnamen
7%
937 abgegebene Stimmen
 
Fotos und Videos
Generalprobe gegen BVB
Bildgalerie
Fußball
Rot-Weiss spielt 3:3
Bildgalerie
Fußball