"Zeller? Kein Problem, ich mach' das schon"
10.10.2007 | 20:15 Uhr 2007-10-10T20:15:45+0200HOCKEY. Am Samstag empfängt Raffelberg das Star-Team von Rot-Weiß Köln. Die deutschen Nationalspieler machen Prabodh Tirkey keine Angst.
Auch wenn Prabodh Tirkey erst seit wenigen Tagen 23 Jahre alt ist, darf man ihn trotzdem als alten Hasen bezeichnen. Auf jeden Fall, was seinen Sport angeht.
In weit über 100 Länderspielen stand Tirkey schon für sein Heimatland Indien auf dem Kunstrasen. Zum Beispiel bei der Hockey-Weltmeisterschaft im September 2006. Einer seiner Gegenspieler war Christopher Zeller. "Wir haben in Mönchengladbach gegeneinander gespielt", erinnert sich Tirkey an die 2:3-Niederlage gegen den späteren Weltmeister Deutschland. "Wir sind uns aber nicht wirklich auf dem Platz begegnet, ich spiele mehr im Mittelfeld, er im Sturm." Am Samstag (15 Uhr, Kalkweg), wenn der Club Raffelberg in der 2. Bundesliga Rot-Weiß Köln empfängt, wird es wohl zum direkten Aufeinandertreffen zwischen Tirkey und Zeller kommen, wenn der Inder im Team der Duisburger Kölns Starstürmer ausschalten soll. "Zeller?", fragt Tirkey mit einem Lächeln, "kein Problem, ich mach' das schon."
Christopher Zeller ist einer von sechs deutschen Nationalspielern, die zu Saisonbeginn in die Domstadt gewechselt sind und Rot-Weiß auf schnellstem Wege in die Erstklassigkeit schießen sollen. "Es ist ein Highlight, gegen den halben A-Kader zu spielen", gibt Coach Mark Spieker zu. Auf der anderen Seite bereitet ihm die Partie aber auch Kopfschmerzen, denn zu welchen Leistungen Köln in der Lage ist, zeigte sich am vergangenen Wochenende als Hannover 78 nach einem 14:1-Kantersieg auf die Heimreise geschickt wurde. "Wir spielen mit zwei Torhütern und nehmen dafür einen Feldspieler raus", flachst Spieker, "nein, mal ehrlich: Wir können nicht so mitspielen, wie es Hannover wollte, sonst sagen die Kölner Alaaf und lachen sich kaputt."
Angesichts der äußerst unterschiedlichen Potenziale ist der Vergleich mit Rot-Weiß für den CR ein Spiel außer der Wertung. Gleichwohl wollen die Grün-Schwarzen alles geben, um sich nicht "aus der Hose schießen zu lassen". Kapitän Sebastian Barth sieht den 70 Minuten gelassen entgegen: "Wir haben nichts zu verlieren - außer vielleicht die erste Mannschaft zu sein, die kein Tor gegen Rot-Weiß schießt."
Barth würde sich wie alle anderen Raffelberger auch diebisch über einen Treffer freuen, Patrick Haberland würde nur zu gerne die Luftgitarre, mit der er am Sonntag seinen Treffer gegen Marienburg (3:1) bejubelte, wieder auspacken. "Das hatte schon was vom DSC-Spiel", erinnert sich der Mittelfeldspieler nur zu gerne an das Regionalliga-Endspiel gegen Düsseldorf zurück, als rund 600 CR-Fans den Sprung in die 2. Liga feierten. Auch am Samstag erwarten die Grün-Schwarzen wieder großen Andrang am Kalkweg.
Auch wenn es diesmal nicht um einen Aufstieg geht, sondern nur um eine erträgliche Leistung. (A. B.)
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