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Und wieder ein Nackenschlag

22.07.2009 | 16:09 Uhr
Und wieder ein Nackenschlag

Tim-Ole Fischer und Paul Schüler fahren nicht zur WM nach Rom. Julian Real wurde als einziger Duisburger in den Kader berufen.

Tim-Ole Fischer hat einen dicken Hals – sprichwörtlich, wohl gemeint. Die Wasserball-Weltmeisterschaft (17. Juli bis 2. August) findet ohne den Torhüter des ASC Duisburg statt. „Der Hals ist immernoch ziemlich angeschwollen”, hatte Fischer mit der Entscheidung von Bundestrainer Hagen Stamm nicht gerechnet, seinen Humor aber auch noch nicht verloren. Für ihn fährt nun der Berliner Roger Kong, übrigens einer von insgesamt elf Spielern von Meister Wasserfreunde Spandau 04 im 13er-Kader, in die ewige Stadt.

„Der Bundestrainer hat mir gegenüber seine Entscheidung so begründet, dass er einen zweiten Torhüter braucht, der, wenn sich Alexander Tschigir ausfällt, sofort reingehen kann. Das hätte ich anscheinend nicht gekonnt”, nimmt es Fischer mit Ironie. Auch ASCD-Vorsitzender Axel Garnatz ist stinksauer über die WM-Nominierungen, denn neben Fischer bleibt auch Paul Schüler daheim, dessen Laktatwerte dem Bundestrainer nicht zusagten. Zuvor waren schon Till Rohe und der Neu-Duisburger Tobias Gietz aussortiert worden.

„Das macht einfach keinen Spaß mehr”

„Mit solchen Entscheidungen wird immer wieder alles in Frage gestellt, was wir hier machen. Wir sind immerhin einer von vier Leistungsstützpunkten in Deutschland. Das ist irrsinnig. Es wird für unseren Trainer Arno Troost schwer werden, die Spieler wieder zu motivieren. Das macht mich krank”, empört sich Garnatz über die abermalige Nichtberücksichtigung seiner Spieler.

Immerhin haben diese Nackenschläge kurz vor großen Turnieren schon Tradition in Duisburg. So bekamen in der Vergangenheit auch Timo Purschke, der mittlerweile seine Wasserball-Karriere beendet hat, und Florian Müller die Übermacht von Bundestrainer und Spandau-Präsident Stamm zu spüren. „Das ärgert mich. In meiner ersten Wut über diese Entscheidung habe ich schon überlegt, die NRW-Ligisten zusammen zu rufen und gemeinsam in der holländischen Liga anzutreten. Aber das ist natürlich unrealistisch”, hat sich Garnatz mittlerweile schon wieder ein wenig beruhigt. Dennoch wollen Fischer und Co. diese Benachteiligungen nicht auf sich sitzen lassen. „Das macht einfach keinen Spaß mehr. Jetzt muss man mal gucken wie es weitergeht und, ob man das ganze noch einmal mitmachen möchte”, so Fischer. Der Erzieher hatte für die Trainings-Maßnahmen seinen gesamten Urlaub geopfert.

Bei aller Wut und Unverständnis über diese Vorgänge, freuen sich die ASCD-Verantwortlichen aber über die Nominierung von Julian Real. „So unerträglich die ganze Situation auch ist, wir freuen uns unheimlich, dass Julian dabei ist und wünschen ihm alles Gute”, so Garnatz.

Sandra Otten

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25.07.2009
15:20
Und wieder ein Nackenschlag
von Arnulf Diegel | #35

Wollt Ihr beiden nicht mal zusammen ins Kino gehen?
Interessant wie man solange Nationalmannschaft spielt und dann aufhört bevor man tatsächlich spielen muss :-) Nunja, was juckts einen üebrhaupt noch alles.........

23.07.2009
10:34
Und wieder ein Nackenschlag
von Rainer Hoppe | #34

Hallo Michael,
leider konnte ich das Spiel im Livestream nicht verfolgen. Schön, dass das Team nach längerer Zeit international wieder mal ein Akzent setzen konnte. Des Weiteren hoffe ich, dass es ggf. mit einer Medaille klappt.
Wie es zwar schön heißt; „The winner takes it all“ passt allerdings nicht auf die gemachten Statements. Die Anforderungen und Wahrnehmung sind unabhängig vom Erfolg, sondern strukturell zu lösen. Ich erinnere nur an den 2. Platz der Fußballer in 2002 und den dann erfolgten radikalen Schnitt…….aktuell haben die Jugend-/Juniorenmannschaften alle Titel inne.

Viel Erfolg im morgigen Spiel gegen Kanada und den weiteren Turnierverlauf
Rainer

PS
Ich verabschiede mich aus dem Forum, da ich a) Urlaub habe und b) die Argumente alle ausgetauscht sind.

22.07.2009
21:35
Und wieder ein Nackenschlag
von MIZE Michael Zellmer | #33

Hallo Rainer,

vielen Dank für deine offenen Worte und die Wünsche für das heutige Match (es hat ja tatsächlich was gebracht ;o), die Jungs waren sensationell!).
Ich bin gerne bereit mit dir/euch auch außerhalb dieses Forums einmal über die Lage und Möglichkeiten des Deutschen Wasserballs zu diskutieren. Möglicherweise bietet sich im Rahmen des 100jährigen Jubiläums vom ASCD am 08.08. die Möglichkeit, dies in einem entspannten Rahmen ansatzweise tun zu können. Ich werde auf jeden Fall dort sein (Teile des Nationalteams treten dort nachmittags gegen den ASCD an).

Also, auf einen positiven Dialog!
Drücke uns bitte auf jeden Fall weiter die Daumen, noch ist nichts gewonnen ...

MIZE

22.07.2009
13:39
Und wieder ein Nackenschlag
von Rainer Hoppe | #32

Lieber Michael,

ich empfinde es wohltuend, dass Du Dich öffentlich im Forum zu Wort meldest, wobei ich eine offizielle Kommunikation an dieser Stelle vermeiden würde.

Nach meinem Verständnis behandelt Deine Antwort lediglich die Symptome und nicht die Ursachen. Hier geht es nicht primär um Schicksale Einzelner!

Die hier gemachten Äußerungen spiegeln die primäre und einhellige Meinung bzw. Wahrnehmung aller mit dem leistungsorientierten Wasserball Verbundenen wider, zumal die noch schweigende Mehrheit sich noch nicht geäußert hat. Es fehlt in dem Handeln der Hauptamtlichen erkennbar die Objektivität und Transparenz. U.a. sind Maßnahmen zur Stärkung und Erhöhung der Konkurrenz in der DWL, die Kooperation der Hauptamtlichen mit den Vereinen und Stützpunkten, Verteilung und Offenlegung der Förder-/Sponsorengelder, Nominierungskriterien und -prozedere für die Kader, Einstellungskriterien und -prozedere für Mitarbeiter des DSV (wie bspw. auch bei Dir) und Vereinbarkeit von Vereinstätigkeit mit dem Hauptamt im DSV nicht geregelt.

Sorry, aber es ergibt sich der Eindruck, das schwierige konstruktiv kritische Geister als störend empfunden werden. Wie ist sonst die Nichtberücksichtigung bzw. das Desinteresse von bspw. Spielern wie Florian Müller (einziger international konkurrenzfähiger Linkshänder), Tim Wolthan (beide Spieler des Jahres und Torschützenkönige) oder Sven Roeßing (im Center ohne Konkurrenz in Deutschland).

Ich habe das Gefühl, dass ihr das Stimmungsbild in der Wasserballszene nicht richtig einschätzt und Demotivation für Spieler, Vereine und Sponsoren im „nicht spandauer“ Wasserball verursacht.

Viel Erfolge heute & viele Grüße ans Team
Rainer

PS
Wir bleiben am Ball!

21.07.2009
21:43
Und wieder ein Nackenschlag
von MIZE Michael Zellmer | #31

Buona Sera di Roma,
als Team-Manager des Deutschen Wasserball-Nationalteams möchte ich euch allen direkt von der WM - trotz meiner evtl. Befangenheit - die Möglichkeit bieten, eure genannten Argumente mit mir konstruktiv zu diskutieren. Da ich seit etwas mehr als einem halben Jahr die Geschicke und Entscheidungen im Nationalteam von der Funktionärsseite erlebe und mittrage, hoffe ich, dass es mir möglich ist, Behauptungen und Verschwörungstheorien, die in der bisherigen Diskussion aufgeführt wurden, vielleicht ein wenig zu relativieren.

Ich würde euch bei Interesse also bitten, direkt die Fragen an mich zu stellen, und soweit es meine Zeit hier erlaubt, dann auch zügig zurückposten.

Allgemein finde ich es aber einfach schrecklich, dass gerade in diesem Forum hinter jeder Entscheidung und jedem geschriebenen Wort eine Verschwörung gegen alles außerhalb Berlins vermutet wird.

In dem Fall z.B. der Presseberichterstattung, habt ihr vollkommen richtig erkannt, dass die Artikel von mir (also vom Nationalteam) lanciert werden. Hintergrund dieser Berichterstattung soll aber die objektive Information Wasserball-Deutschlands über die Spiele des Teams, so lange noch keine Journalisten aktiv vor Ort berichten, und nicht die Rechtfertigung irgendeiner Politik sein (by the way, bin ich in die sportlichen Entscheidungen von Hagen Stamm gar nicht direkt einbezogen). An dem Besipiel Tim-Ole tut ihr mir darum auch unrecht (und ich hoffe Tim-Ole sieht das ähnlich), wenn ihr schreibt, dass er bewusst negativ erwähnt wurde, denn im Rahmen der Weltligaspiele erinnere ich mich, ihm herausragende Leistungen attestiert zu haben (und nun sagt bitte nicht, dass im März bereits die Entscheidung für Rom eingefädelt wurde).

Ich würde mich also über euer Feedback freuen und möchte euch im folgenden nur kurz einmal die Argumente vorwegnehmen, warum ich befangen/ferngesteuert sein könnte oder eben auch nicht, damit ihr darüber nicht eine zusätzliche Diskussion zu führen braucht:

- von 1997 - 2008 Ersatztorwart des Nationalteams, dabei acht Jahre unter Hagen Stamm
- bester Freund und Trauzeuge von Marc Politze (Schwiegersohn von HS)
- Freundin wohnt in Berlin
- von Hagen Stamm als Team-Manager ausgewählt und eingesetzt
- Dienstleister des Bundestrainers in allen sportlichen Belangen
+ Torwart von W98/Waspo Hannover
+ Qualifikation für Manager-Posten durch abgeschlossenes Wiwi-Studium, 4 Jahre Berufserfahrung im Projektmanagement und Marketing, 12 Jahre Verbandserfahrung über Nationalteam

Ich möchte euch also die Entscheidung überlassen, ob ihr mir eine gewisse Unabhängigkeit und eine eigene Meinung zutraut. Ich kann nur sagen, dass mir die Zukunft des Deutschen Wasserballs und nicht die eines einzelnen Vereines am Herzen liegt!

In der Hoffnung auf eine offene, konstruktive und möglichst auch ehrliche Diskussion,

MIZE

19.07.2009
22:26
Und wieder ein Nackenschlag
von weltfremder | #30

...die ich rief die Geister, werd´ ich nun nicht los...
(Zauberlehrling JWvG)

Viel mehr gibt es dazu wohl nicht zu sagen!

Was in Berlin in 30 Jahren an Leistungen und Verdiensten erzielt wurde, steht nicht zur Dabatte. Wie auch? Wer es schafft, über eine solch lange Zeit derart dominat auftreten, hat den Respekt aller verdient.

Es kann aber nicht sein, dass diese Dominaz bei immer weiter rückläufiger Sponsorenlandschaft, durch eine einseitige Bevorteilung in der Fördergelderzuteilung aufrecht erhalten wird.

Auch der Bundestrainer hat für seine Arbeit und seine Erfolge den absoluten Respekt aller verdient. Er hat die Mannschaft am Boden liegend übernommen und zu einem 5. Platz in Athen geführt. Am Beckenrand und in der Organsiation hat er dabei ganze Arbeit geleistet.

Aber er hat immer die Neutralität seines Amtes zu wahren und für die gerechte Förderung aller einzutreten. Die jüngsten Entscheidungen stellen diese gebotene Objektivität leider in Frage.

Anders als die Vorredner denke ich übrigens nicht, dass die Ergebnisse der WM abgewartet werden müssen, um die Rechtmäßigkeit dieser Entscheidungen zu hinterfragen. Es handelt sich um die Nebendarsteller. Die Hauptdarsteller, darunter u. a. auch acht Berliner, stehen nícht zur Diskussion. Die Nebendarsteller stellen weder den Erfolg der Mission sicher, noch in Frage. Daher ist die Diskussion bereits jetzt absolut zulässig und nicht durch ein positives Resutltat aus Rom zu beenden.

Es wird Zeit, dass der Bundestrainer, wie jeder andere, in seiner Position wieder einer kritischen Kontrolle unterzogen wird. Dies ist umso wichtiger, und da schließe ich mich meinem Vorredner gerne an, wenn eine derart innige Bindung zu einem Verein besteht.

...Herr, die Not ist groß... heißt es in den Gedicht auch.

Irgendwie passt der geamte Stoff immer noch recht gut!

19.07.2009
21:20
Und wieder ein Nackenschlag
von thomas packenius | #29

Das ungute Gefühl bei den Entscheidungen des Bundestrainers sowie des
Juniorennationaltrainers ist nicht neu und gibt seit Jahren Anlass zu Kritik.
Die Verbindung von Vereinsamt und verantwortlicher Arbeit für die National-
mannschaft ist nicht vertretbar. Selbst wenn alle Entscheidungen objektiv
nachvollziehbar getroffen werden könnten und würden, blieben die Verant-
wortlichen immer in der Gefahr sich dem Vorwurf der Parteilichkeit aussetzen zu müssen.
Von objektiv nachvollziehbaren Entscheidungen sind wir jedoch weit entfernt.
Zu viele sehr zweifelhafte Entscheidungen hat es in der Vergangenheit gegeben.
Immer zu Gunsten von Spandau!.
Hochachtung und Respekt allen Spandauer Wasserballern, ihrem Fleiß und ihrer Leistung. Die Kritik richtet sich ausschließlich an die Funktionäre. Ein klares: “so geht es nicht weiter“ an die Adresse der Verantwortlichen in den Verbänden. Einem möglichen Amtsmissbrauch sollte entgegengewirkt werden, indem Vereinsfunktionäre nicht gleichzeitig offiziell nationale Interessen vertreten.
Spandau bedient sich völlig unangemessen der Gelder und der Förderung des gesamten DSV. In diesen DSV zahlen aber alle deutschen Schwimm- und Wasserballvereine ein und alle haben einen Anspruch auf eine angemessene Vertretung und Förderung. Die kann jedoch unmöglich vom Präsidenten oder dem Ligachef eines einzelnen Vereins kommen. Der Korruption und der Parteilichkeit sind so Tür und Tor geöffnet. Es ist höchste Zeit, dass die Benachteiligten aufstehen und sich wehren.
Ich würde das begrüßen und unterstützen.

Thomas Packenius

19.07.2009
12:25
Und wieder ein Nackenschlag
von püps | #28

Man sollte sich mal auf die Fördergelder konzentrieren, denn es ist schon recht auffällig, dass schon seit Jahren bei Spielern gleichwertiger Qualität immer der Spandauer den Vorzug enthält.
Liegt natürlich daran, dass der Berlin so Fördergelder für jeden Spieler kassiert, um sich dementsprechend seine Mannschaft zu halten.

DANN allerdings noch die Frechheit zu besitzen und andere Vereine und Spieler mehr oder minder öffentlich in den Dreck zu ziehen und zu behaupten, dass hier Trainingsmoral fehlt und überhaupt das organisierte Training im Verein, zeugt schon von grosser Arroganz.
Offensichtlicher geht ja nicht mehr und deshalb wird da auch nichts passieren, denn es greift ja keiner ein.

18.07.2009
08:34
Und wieder ein Nackenschlag
von Patrick Klaaßen | #27

Spandau besitzt einen fast doppelt so hohen etat wie Bayer Uerdingen und ist deswegen auch in der Lage Spieler zu verpflichten und spielergehälter zu bezahlen. Dazu sind manch andere Vereine nicht in der Lage......Ich erinnere nur an den Transfer von Gabriel Hernandez damals bei Spandau......
Falls es manche noch nicht gemerkt haben sollten der Konzern Bayer steht schon seit langem nur noch mit seinem Namen, er hat die Sportförderung wie auch in einem Bericht auf Waterpolo-world erwähnt, komplett eingestellt.

17.07.2009
23:06
Und wieder ein Nackenschlag
von Mr. Neutral | #26

@wassersportler.
Uerdingen ist zwar ein großer Verein, jedoch sollte man auch den Etat im Bereich Wasserball beachten! Gute Spieler kann man nur verpflichten wenn auch das Geld vorhanden ist...Man sollte hier vernümpftige Kommentare bringen um dem Wasserballsport zu helfen. Den richtigen Einsatz bringen wahrscheinlich fast alle Vereine, die Mittel jedoch sind bei diesen leider auch begrenzt.

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