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MSV Duisburg

Gelähmtes Tempo

29.07.2010 | 22:00 Uhr
Bochums Trainer Friedhelm Funkel (hinten) war bei seiner Rückkehr nach Duisburg „wichtig, Kompaktheit im Team zu sehen“. Sein Gegenüber Milan Sasic war mit Hälfte zwei zufrieden.

Duisburg. Branimir Bajic unterstützt die Stille bei seiner Heimpremiere nach der Tragödie in einer für ihn sonst positiven Stadt. Am Freitagmorgen reisen die Zebras ins Trainingslager nach Österreich.

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Betroffenheit, aber auch Trotz zeigten viele Duisburger beim Trauermarsch am Mittwoch.

Das Testspiel zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Bochum war als Härtetest für die kommende Saison eingeplant worden – der es vier Tage nach dem Unglück bei der Loveparade nicht mehr werden konnte. Die Teams der beiden Zweitligisten waren engagiert, dennoch lähmten die Ereignisse vom Samstag die Kicker noch immer. „Phasenweise bist du mit deinen Gedanken einfach noch woanders“, beschrieb MSV-Kapitän Ivica Grlic, der vor dem Spiel noch in seiner Rede den Opfern der Tragödie gedacht hatte, die Gefühlslage.

So wunderte es auch nicht, dass es im ersten Durchgang der Partie noch an Tempo mangelte, das auch Trainer Milan Sasic vermisst hatte: „Wir haben mehr quer gespielt als nach vorn und haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“ Der Coach machte zudem „zuviel Respekt vor dem Gegner“ aus. „Das war aber nicht nötig.“ Mit zunehmender Spieldauer wurden die Duisburger in doppelter Hinsicht etwas „freier im Kopf und haben mit mehr Tempo gespielt“, war Sasic letztlich zufrieden.

Die Durchschlagskraft bleibt weiterhin verbesserungswürdig, die Suche nach einem erfahrenen Stürmer und Antreiber im Mittelfeld „ist intensiv, aber nicht einfach“, hat Manager Bruno nach wie vor viel zu tun.

Koch in Zentrale ordentlich

Die Lösung mit Julian Koch an der Seite von Grlic in der Mittelfeldzentrale gefällt Trainer Sasic indes gut: „Wir müssen etwas bilden und einige Formationen ausprobieren. Julian hat die Position ordentlich gespielt, war läuferisch und in den Zweikämpfen präsent.“ Über die Innenverteidigung macht sich der Coach keine Sorgen. Daniel Reiche gefiel einmal mehr durch Zweikampfstärke, Übersicht und spielerische Lösungen. An seiner Seite ließ Branimir Bajic gegen Bochums Angreifer Giovanni Federico und Jong Tae-se nichts anbrennen.

Dass bei seiner Heimspielpremiere totale Stille im Stadion aus Respekt vor der Tragödie in Duisburg herrschte, unterstützte der Bosnier: „Das ist absolut in Ordnung, es war ein schlimmer Tag für die Stadt.“ Nach dem Tauziehen mit seinem Ex-Club Denizlispor um seine Freigabe freut sich Bajic, der spätestens nach dem Trainingslager eine Wohnung für sich und seine noch in Bosnien weilende Frau gefunden haben möchte, nun endlich für diese Stadt, mit der er sonst nur Positives in Verbindung gebracht hatte, spielen zu dürfen. „Der MSV ist ein Superverein und ein großer Name.“ Rückstand nach der lange fehlenden Spielberechtigung verspüre er nicht: „Ich bin sehr viel gelaufen – und jetzt topfit.“

Früh raus muss der Zebra-Tross am Freitag, um ins Trainingslager nach Österreich aufzubrechen. Um 4.30 Uhr geht es von Duisburg zum Flughafen Köln/Bonn, von wo um 6.55 Uhr der 65-minütigeGermanwings-Flug G4U 276 nach Salzburg abhebt. Per Bus geht's weiter nach per Bus weiter zum Zielort nach Windischgarsten.Gastspieler Tino Lagator reist mit ins Trainingslager und wird dort weiter mit Blick auf eine mögliche Verpflichtung unter die Lupe genommen. Auch Adam Bodzek, der im Test gegen Bochum wegen einer Hüftprellung fehlte, kann beschwerdefrei mittrainieren.

Sven Kowalski

Kommentare
30.07.2010
12:34
Gelähmtes Tempo
von zebra02 | #6

Absolut unverständlich die Sache mit Lagator, ich hoffe der wird am Ende nicht noch verpflichtet, überzeugen konnte der leider nicht und daher...
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Gelähmtes Tempo
Gelähmtes Tempo
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2010-07-29 22:00
Duisburg